Familie alarmierte schon die PolizeiTrump packt aus! Angreifer verfasste Manifest

Für Trump ist die Sache klar. Der Angreifer von Washington soll es auf ihn abgesehen haben. Nun äußert sich der US-Präsident zu einem möglichen Motiv des Mannes. Den Vorfall nutzt er zudem als Rechtfertigung für ein umstrittenes Projekt.
Der Angreifer beim Korrespondenten-Dinner mit Donald Trump in Washington ist nach Angaben des US-Präsidenten „gestört“ und hat in der Vergangenheit ein anti-christliches Manifest verfasst. „Der Typ ist krank“, sagte Trump dem Fernsehsender Fox News. „Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst.“ Auch Verwandte des Mannes hätten sich „darüber beschwert“, sagte Trump weiter. „Sie haben sogar die Polizei eingeschaltet. Er war ein sehr gestörter Mensch.“ Nähere Angaben zu dem Schriftstück machte der Präsident nicht.
Unmittelbar nach dem Anschlagsversuch am Samstagabend hatte Trump gesagt, nach seiner Überzeugung habe der Mann ein Attentat auf ihn verüben wollen. Während des jährlichen Dinners der White-House-Korrespondenten im Hilton-Hotel in Washington hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, in den Saal einzudringen, in dem Trump, seine Frau Melania sowie weitere Regierungsmitglieder saßen.
Der Angreifer war durch eine Sicherheitsschleuse vor dem Saal gestürmt. An der Sicherheitskontrolle fielen Schüsse, eine Kugel traf die Schutzweste eines Beamten des Secret Service. Schließlich wurde der Mann von Sicherheitskräften überwältigt und festgenommen. Bei ihm handelte es sich nach Angaben der Ermittler um einen Hotelgast. Von den Gästen des Dinners wurde niemand verletzt. Der Beamte des Secret Service kam in ein Krankenhaus. US-Präsident Trump wurde von seinen Personenschützern in Sicherheit gebracht.
Das Motiv des Verdächtigen sei Teil der Ermittlungen, hatte Justizminister Todd Blanche zuvor mitgeteilt. Ersten Erkenntnissen zufolge gehen die Ermittler davon aus, dass der Schütze Mitglieder der Trump-Regierung ins Visier genommen hatte, so Blanche. Der Mann kooperiere bislang nicht mit den Ermittlern. „Wir gehen davon aus, dass er mit dem Zug von Los Angeles nach Chicago und dann von Chicago nach Washington gereist ist“, sagte Blanche. Der Täter habe mehrere Schusswaffen und Messer bei sich gehabt.
Trump sieht die Schüsse bei einem Gala-Dinner mit ihm in Washington als weitere Bestätigung für den umstrittenen Bau eines Ballsaals am Weißen Haus. „Mit dem derzeit am Weißen Haus im Bau befindlichen, militärisch streng geheimen Ballsaal wäre dieses Ereignis niemals passiert“, teilte Trump mit. „Er kann gar nicht schnell genug fertiggestellt werden!“
Was dort passiert sei, sei genau der Grund, warum jeder Präsident der vergangenen 150 Jahre auf dem Bau eines solchen Ballsaals bestanden habe, behauptete Trump. Der Republikaner hatte den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lassen und will stattdessen einen riesigen Ballsaal errichten lassen. Bürger und Denkmalschützer liefen gegen das Vorhaben Sturm.
Nach einer Klage von Denkmalschützern stoppte ein Richter vor wenigen Wochen vorübergehend den Bau. Schon damals sagte Trump, der Saal diene auch der Sicherheit des Präsidenten. Nach Entscheidung eines Berufungsgerichts von Mitte April dürfen die Bauarbeiten vorerst weitergehen, während die juristische Auseinandersetzung weiterläuft.
Am Sonntag schrieb Trump weiter: „Er ist zwar wunderschön, verfügt aber über die höchsten Sicherheitsstandards, die es gibt, und darüber hinaus gibt es keine Räume darüber, in die ungesicherte Personen strömen könnten, und er befindet sich hinter den Toren des sichersten Gebäudes der Welt, dem Weißen Haus.“
Verwendete Quellen: gut/dpa/AFP


