Polizei warnt vor viralem Hype„Cat in the Hat“ macht Schülern Angst – was hinter dem Grusel-Trend steckt

KI generierte Bilder wie dieses machen im Netz die Runde.
KI generierte Bilder wie dieses machen im Netz die Runde.
Screenshot / KI generiert

Eine riesige Katze lauert angeblich vor Schulen, schwingt einen Knüppel oder kündigt sogar Gewalttaten an.
Der „Cat in the Hat“-Trend verbreitet sich derzeit rasant in sozialen Netzwerken und macht vielen Schülern Angst. Die Polizei warnt vor dem Hype, gibt aber zugleich Entwarnung.

Der „Cat in the Hat“-Trend erreicht deutsche Schulen

Eigentlich soll dieser Kater Kinder zum Lachen bringen. „The Cat in the Hat“ stammt aus dem gleichnamigen Kinderbuch des US-Autors Dr. Seuss und ist mit seinem riesigen rot-weißen Hut seit Jahrzehnten eine Kultfigur. Doch im Netz hat sich die freundliche Katze inzwischen in eine Gruselgestalt verwandelt. Auf TikTok und anderen Plattformen sind Bilder und Videos im Umlauf, in denen „Cat in the Hat“ plötzlich bedrohlich vor Häusern oder Schulen auftaucht. Dabei kursieren auch Videos, in den Vornamen von Personen aufgelistet werden, die angeblich heimgesucht werden sollen. Teilweise werden die Aufnahmen mit Gewaltandrohungen verbunden. Der Trend schwappte aus den USA nach Deutschland und sorgt inzwischen auch hier für Unruhe.

Das Perfide daran ist, dass sich echte Aufnahmen und Fakes kaum noch auseinanderhalten lassen. Ein Teil der vermeintlichen Sichtungen wurde offenbar mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugt. Trotzdem verbreiten sich die Bilder in Schüler- und Gruppenchats weiter und können schnell den Eindruck erwecken, die Grusel-Katze sei tatsächlich in der eigenen Stadt unterwegs.

Genau davor warnt etwa die Polizei Krefeld. Dort meldeten sich laut WDR bereits besorgte Mütter, nachdem ihre Kinder entsprechende Videos gesehen hatten. In einem davon soll die Botschaft „NRW, ich komme“ aufgetaucht sein. Die Polizei nimmt solche Hinweise ernst und prüft strafrechtlich relevante Drohungen. Gleichzeitig betont sie, dass aktuell keine ernsthafte Gefahr bekannt sei.

Aus KI-Fakes werden plötzlich vermeintliche Sichtungen

Wie schnell der Hype Fahrt aufnimmt, zeigt ein Fall aus Köln. Ein Influencer machte sich dort nach einem zugeschickten Foto sogar auf die Suche nach der vermeintlichen Grusel-Katze. Die Polizei wusste jedoch nichts von einer entsprechenden Sichtung. Eine Überprüfung des Fotos ergab laut Express zudem, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch KI entstanden war.

Auch in Sachsen-Anhalt gingen zahlreiche Hinweise auf angebliche Sichtungen ein. Mehrere davon bestätigten sich nach Angaben der Polizei nicht.

Einen realen Vorfall prüfen Ermittler allerdings in Coswig. Dort berichtete eine Frau von einer Person im Katzenkostüm, die nachts mit einem Knüppel vor ihrem Haus gestanden haben soll. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Ob dieser Fall tatsächlich mit dem Internet-Trend zusammenhängt, ist bislang nicht geklärt.

Lese-Tipp: Wo wir Mode-Trends wirklich entdecken – und warum TikTok nicht immer die beste Quelle ist

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Polizei warnt vor Panik und Nachahmern

Damit erinnert der Hype an die Horror-Clowns, die vor einigen Jahren rund um Halloween für Angst sorgten. Auch damals verschwammen Internet-Grusel und reale Nachahmer zunehmend miteinander. Die Polizei appelliert deshalb vor allem an Eltern und Jugendliche, die Videos nicht ungeprüft weiterzuschicken. Besonders Gruppen- und Schülerchats sollten im Blick behalten werden. Denn jeder weitergeleitete Fake kann neue Gerüchte auslösen und die Angst weiter anheizen.

Gleichzeitig richtet sich die Warnung an mögliche Nachahmer. Ein Katzenkostüm allein ist natürlich nicht strafbar. Wer andere Menschen damit aber gezielt bedroht oder einschüchtert, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Die wichtigste Botschaft hinter dem „Cat in the Hat“-Trend lautet deshalb derzeit: Nicht jedes Gruselbild zeigt eine echte Gefahr. Wer allerdings tatsächlich bedroht oder verfolgt wird, sollte sofort die Polizei verständigen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Polizei Krefeld, MZ, Morgenpost, dpa, WDR, Express