Zahlen des InnenministeriumsBundespolizei registriert 47.659 unerlaubte Einreisen

Seit einem Jahr kontrolliert die Bundespolizei an Deutschlands Außengrenzen verstärkt. Innenminister Dobrindt verteidigt den hohen Aufwand und verweist auf Fahndungserfolge.
Vor einem Jahr hat Innenminister Alexander Dobrindt die Grenzkontrollen intensiviert, die von seiner Amtsvorgängerin Nancy Faeser zuvor bereits auf alle deutschen Landesgrenzen ausgeweitet worden war. Rund 35.000 Menschen sind seitdem unmittelbar an der Grenze oder bei illegalen Grenzübertritten zurückgewiesen worden. Das geht aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor, aus denen die „Bild“-Zeitung zuerst zitierte.
Seit dem 8. Mai 2025 hat die Bundespolizei 47.659 unerlaubte Einreisen festgestellt, wie das Innenministerium mitteilte. 294 Personen aus sogenannten vulnerablen Gruppen haben demnach ein Asylgesuch geäußert. 1415 Schleuser und 8842 Menschen mit offenen Haftbefehlen seien festgenommen worden. Zudem hätten Bundespolizisten 1581 Personen aus dem extremistischen Spektrum festgestellt.
Dobrindt wies nach dem Amtsantritt der schwarz-roten Regierung die Bundespolizei an, Asylbewerber strenger zurückzuweisen - mit Ausnahme von Kranken, Schwangeren und anderen Menschen, die besonderer Hilfe bedürften. Zuvor waren lediglich Menschen ohne Asylgesuch sowie Ausländer mit Wiedereinreisesperre zurückgewiesen worden.
In der Vergangenheit hatte Dobrindt die Kontrollen wiederholt gegen Kritik verteidigt: Sie seien ein Signal für eine veränderte Migrationspolitik und hätten kriminellen Schleuserbanden einen erheblichen Schlag versetzt.
Die Zahl der Asylanträge war im April im Vergleich zum Vorjahresmonat erstmals zurückgegangen. Die Entwicklung entspricht einem europaweiten Trend. Langfristig setzt Dobrindt darauf, dass Reformen im europäischen Migrationssystem funktionieren, um wieder aus Grenzkontrollen auszusteigen. Das reformierte Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) gilt ab 12. Juni. Eigentlich sind Grenzkontrollen nicht vorgesehen im Schengen-Raum, der die meisten EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz umfasst.
Verwendete Quellen: bho/dpa


