Kurs nach NorwegenErster Freilassungs-Versuch gescheitert! Timmy tuckert weiter durch die Nordsee

01.05.2026, Dänemark, Skagen: Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug). Die Robin Hood begleitet den Konvoi weiterhin. Foto: Christoph Reichwein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Buckelwal wird weiterhin in seiner Barge (links) vom Schiff "Fortuna B" durch die Nordsee geschleppt.
Christoph Reichwein/dpa

Die Reise des Poeler Buckelwals ist noch nicht zu Ende: Nach einem ersten gescheiterten Freilassungs-Versuch setzt der Konvoi seine Fahrt in der Nordsee fort. Das Tier soll an einem öffentlich nicht bekannten Ort ausgesetzt werden.

Der Schiffskonvoi zur Freisetzung des mehrmals an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwals ist am frühen Morgen auf Kurs in der Nordsee. Der Schlepper, die sogenannte Barge mit dem Wal sowie das Begleitschiff fuhren weiterhin nördlich der nördlichsten Spitze Dänemarks in Richtung Norwegen, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten war.

Die Freisetzung des Wals sollte an einem öffentlich nicht bekannten Ort in der Nordsee erfolgen. Zum Einbruch der Dunkelheit am Freitagabend befand sich das Tier noch in der Barge - einem Lastkahn ohne eigenen Antrieb, der von dem Schlepper gezogen wird.

Der Konvoi hatte am Freitagmorgen unmittelbar am Übergang zwischen Ost- und Nordsee wegen des hohen Wellengangs den Kurs ändern müssen und war zunächst zurück Richtung Süden gefahren. Das Absperrnetz an der Barge wurde in diesem Zeitraum entfernt, freigesetzt wurde der Wal jedoch nicht.

Am Nachmittag konnte der Kurs in Richtung Norden wieder aufgenommen werden, in den folgenden Stunden passierten die Schiffe den Übergang von Ost- zu Nordsee auf der Höhe der dänischen Stadt Skagen. Gegen 19.20 Uhr unternahmen die Walretter einen Versuch, den Wal aus der Barge zu ziehen, der jedoch scheiterte. Das Tier schwamm wieder in den oberen Teil der Barge zurück.

Zentrale Schwierigkeit scheint zu sein, dass das Tier vor Tagen vorwärts in die Barge geschwommen ist. Es kann sich in der Barge jedoch nicht drehen. Und Wale können in der Regel nicht rückwärts schwimmen, sodass offen ist, wie das Tier aus dem Lastkahn entlassen werden soll.

Mitglieder der verantwortlichen privaten Initiative hatten am Freitagmittag bekräftigt, dass jeder Kilometer in Richtung Nordsee zähle. Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.

Am vergangenen Dienstag war es gelungen, den wochenlang an der Ostseeküste gestrandeten Buckelwal in die Barge zu bugsieren. Dieses mit Wasser gefüllte Lastschiff wird von dem Mehrzweckschiff „Fortuna B“ gezogen.

Verwendete Quellen: kst/dpa