Ein Sprung in den Gartenteich der Eltern rettete ihr das Leben „Ich habe überlebt!“ Als Dana Rudersdorf sich von ihrem Mann trennt, zündet er sie an

von Johanna Grewer

Dana Rudersdorf hatte sich gerade für die Arbeit fertig gemacht, als es passiert.
Am 26. Juni 2013 überschüttet ihr Noch-Ehemann Friedhelm sie mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündet sie an. Nur ein paar Wochen zuvor hatte sie sich von ihm getrennt und ihm eine Frist gesetzt, aus dem gemeinsamen Haus in Blankenfelde-Mahlow (Brandenburg) auszuziehen.

Dana Rudersdorf rennt brennend aus dem Haus

In der True-Crime-Doku „Ich liebe meinen Mörder“ auf RTL+ erzählt Dana Rudersdorf von dem dramatischen Moment, der sie fast das Leben gekostet hätte. Als sie die Flammen auflodern sieht, geht alles ganz schnell. „Wenn ich hier sitzen bleibe, sterbe ich“, erinnert sich Dana. Als sie aus dem Haus rennt, merkt sie, dass alles um sie herum in Flammen steht.

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Ihr bleiben Augenblicke, zu entscheiden, was sie tun soll. Dana springt in den Teich im Garten ihrer Eltern, die im Nachbarhaus wohnen. „Und dann stand ich im Teich und dann stand auch schon meine Mutter hinter mir“, erinnert sie sich. Als kurze Zeit später der Notarzt kommt, hört Dana ihn noch sagen, dass der Rettungshubschrauber unterwegs ist.

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Dana Rudersdorf liegt vier Wochen im Koma

60 Prozent ihres Körpers sind verbrannt – ihre Überlebenschancen eher gering. Doch Dana kommt durch. Stück für Stück kämpft sie sich zurück ins Leben. Als sie im Krankenhaus wieder zu sich kommt, erfährt sie, dass sie vier Wochen im Koma gelegen hat. Wegen der starken Schmerzmittel, die sie bekommt, gehen die Ärzte davon aus, dass sie keine Kinder mehr kriegen kann. Die schweren Brandnarben im Gesicht und am Körper werden für immer bleiben.

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Sie erfährt, dass Friedhelm einen Tag nach der Tat festgenommen wurde. Zuvor hatte er noch all sein Geld in einer Spielhalle verzockt. Nach dem Anschlag auf sie ruft er noch in aller Seelenruhe beim Schwager seiner Noch-Ehefrau an. „Dana hat ihre Abreibung bekommen“, sagt er am Telefon. Und dann voller Gehässigkeit und Genugtuung: „Das Haus brennt.“

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Danas Ex Friedhelm wird zu langer Haftstrafe verurteilt

Im Februar 2014 kommt es zum Prozess. Dana berichtet, dass Friedhelm sie im Gerichtssaal die ganze Zeit angegrinst habe. Sie habe sich dann immer nur gedacht: „Wenn das Urteil gesprochen wird, lache ich.“ Ihre Genugtuung bekommt sie dann, als ihr Ex zu 15 Jahren Haft verurteilt wird. „Er wurde kreidebleich, die Kinnlade ging nach unten und er guckte mich an und dann habe ich gelacht“, erinnert sie sich.

Denn es ist nicht das erste Mal, dass Friedhelm einer Frau gegenüber gewalttätig wurde. In der True-Crime-Doku „Ich liebe meinen Mörder“ auf RTL+ erzählt auch Gabi König, Friedhelms erste Ehefrau, was sie mit ihm durchmachen musste und wie knapp sie mit dem Leben davongekommen ist.

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Dana lebt inzwischen mit ihren Kindern in Sicherheit. Auch wenn sie am Anfang nach der Tat große Angst hatte, dass sie nie wieder einen Partner finden wird, verliebt sie sich neu und wird dann 2015 völlig überraschend noch mal schwanger. „Ich würde sagen, dass ich jetzt ein besseres Leben führe als vorher“, sagt sie. „Man liebt sein Leben viel mehr als vorher und man genießt auch Sachen viel mehr als vorher.“