Ermittler räumen Fehler bei Suche einBella (3) ist ertrunken – Warum hat die Polizei den Pool nicht richtig abgesucht?

Bella aus Preetz wird seit Mittwoch (6. August) vermisst
Die dreijährige Bella aus Preetz wurde seit Mittwochmittag vermisst. Einen Tag später fanden Einsatzkräfte das Mädchen leblos. Die Obduktion bestätigt jetzt: Bella ist ertrunken.
Polizei Kiel

Wie konnte das passieren?
Die dreijährige Bella aus Preetz (Schleswig-Holstein) ist ertrunken. Das bestätigt die Obduktion des Mädchens. Hinweise auf eine Gewalttat gibt es nicht. Doch jetzt räumt die Polizei Fehler bei der Suche ein: Anders als zunächst mitgeteilt, wurde der Pool am Elternhaus nach dem Verschwinden der Dreijährigen zunächst gar nicht richtig durchsucht. Und auch eine spätere, intensivere Suche blieb ohne Ergebnis.

Obduktion bestätigt: Bella ist ertrunken

Die Rechtsmedizin hat die Todesursache der Dreijährigen inzwischen geklärt. „Wir gehen von einem Ertrinkungstod aus“, sagt Oberstaatsanwalt Michael Bimler im Gespräch mit RTL. „Es sieht alles nach einem Unfall aus.”

Lese-Tipp: Polizei geht nach Tod von Bella (3) nicht von einer Straftat aus

Damit bestätigt die Obduktion die erste Einschätzung der Ermittler. Bereits kurz nach dem Fund hatte die Polizei erklärt, derzeit nicht von einem Fremdverschulden oder einer Straftat auszugehen. „Wir haben keine Anhaltspunkte, dass das Mädchen mit Gewalt unter Wasser gedrückt wurde oder ähnliches“, erklärt der Oberstaatsanwalt.

Ganz abgeschlossen sind die Ermittlungen damit allerdings nicht. „Dennoch müssen wir die weiteren Ermittlungen abwarten, ob der Verdacht einer Straftat besteht“, betont Bimler. Geprüft wird im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens unter anderem, ob möglicherweise eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorgelegen haben könnte. In einem solchen Fall könnte grundsätzlich der Verdacht einer fahrlässigen Tötung im Raum stehen. Ob es dafür konkrete Anhaltspunkte gibt, ist bislang nicht bekannt.

Polizei korrigiert sich: Pool zunächst nur oberflächlich angesehen

Bella war am Donnerstagmorgen gegen 9.30 Uhr leblos auf einem Grundstück in Preetz entdeckt worden. Das Kind lag in einem Pool im Garten des Elternhauses. Der Bereich ist nach RTL-Informationen von der Straße aus nicht direkt zugänglich, sondern über das Elternhaus oder angrenzende Grundstücke erreichbar.

Besonders brisant sind neue Angaben der Polizei zu den Suchmaßnahmen. Bislang hieß es, der Pool sei bereits am Mittwoch aufwendig durchsucht worden. Diese Darstellung korrigiert die Polizei nun selbst. Gegen 14 Uhr am Mittwoch, rund eineinhalb Stunden nach Bellas Verschwinden, durchsuchen Einsatzkräfte erstmals die Wohnung und das Grundstück der Familie. Der Pool wird dabei allerdings nicht durchsucht. Stattdessen findet nach Angaben der Polizei lediglich eine „oberflächliche Sichtprüfung“ statt. „Wie es zu dieser Fehlinformation gekommen ist, ist Gegenstand weiterer interner Befassungen. Wir bitten dies zu entschuldigen.“ Nun soll intern aufgearbeitet werden, warum der Pool bei dieser ersten Suche nicht genauer kontrolliert wurde.

In diesem Pool im Garten des Elternhauses wurde Bella am Donnerstagmorgen leblos gefunden. Besonders rätselhaft: Der Bereich war zuvor bereits während der Suchaktion kontrolliert worden.
In diesem Pool im Garten des Elternhauses wurde Bella am Donnerstagmorgen leblos gefunden. Besonders rätselhaft: Der Bereich war zuvor bereits während der Suchaktion kontrolliert worden.
RTL

Doch damit nicht genug. Im Laufe des Tages intensivieren die Einsatzkräfte die Suche rund um das Elternhaus. Gegen Mitternacht werden Wohnhaus und Garten noch einmal durchsucht. Dieses Mal wird nach Angaben der Polizei auch der Pool „erstmals eingehender abgesucht“. Trotzdem wird Bella nicht entdeckt. „Warum die Absuche des Pools nicht zum Auffinden des Kindes geführt hat, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden“, erklärt die Polizei. Auch dieser Teil des Einsatzes soll nun intern aufgearbeitet werden.

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Todeszeitpunkt wohl deutlich vor Mitternacht

Nach dem aktuellen Erkenntnisstand der Ermittler soll Bella unmittelbar nach ihrem Verschwinden in den Pool gefallen sein. Demnach sei die Dreijährige bereits ertrunken gewesen, als die ersten polizeilichen Suchmaßnahmen gegen 14 Uhr begannen. Der Todeszeitpunkt dürfte laut Polizei „weit vor Mitternacht“ liegen. Genauer lässt sich der Zeitpunkt nach dem vorläufigen Sektionsergebnis allerdings nicht eingrenzen.

Gerade bei Wasserleichen kann die Bestimmung des Todeszeitpunkts schwierig sein. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist normalerweise die Körpertemperatur. Im Wasser verändert sich die Abkühlung des Körpers jedoch anders als an der Luft. Deshalb ist möglich, dass die Rechtsmedizin den Todeszeitpunkt nicht exakt, sondern lediglich auf einen Zeitraum eingrenzen kann.

Stundenlange Suche nach der Dreijährigen

Bella war seit Mittwochmittag vermisst worden. Ihre Eltern meldeten die Dreijährige als vermisst, woraufhin Polizei und Feuerwehr eine großangelegte Suchaktion starteten. Auch zahlreiche Anwohner beteiligten sich.

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Die Suche gestaltete sich besonders schwierig: Bella war autistisch sowie seh- und höreingeschränkt. Einsatzkräfte suchten mit Spürhunden, Drohnen und zeitweise einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera nach ihr. Am Donnerstagmorgen dann die traurige Nachricht: Das Mädchen wurde leblos gefunden. Jetzt steht fest, woran Bella starb – doch die genauen Umstände ihres Todes sind weiterhin ungeklärt.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Polizei, Staatsanwaltschaft