Rote Süßigkeit wird aus Regalen verbanntSchoko-Zoff eskaliert! Gericht stoppt Aldi-Kugeln wegen Lindt-Ähnlichkeit

Rot verpackte Lindor-Kugeln sind eines der bekanntesten Produkte des Lindt-Konzerns. Doch auch Aldi verkauft eine ähnlich aussehende Schokolade in der Schweiz. Ein Gericht untersagt dies nun.
Der Discounter Aldi Suisse muss rot verpackte Schokoladenkugeln in der Schweiz vom Markt nehmen. Das Handelsgericht im Kanton Aargau sieht eine Verwechslungsgefahr mit den Lindor-Kugeln des Schweizer Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli, wie aus einem Urteil hervorgeht.
Lindt hatte wegen der Schokoladenkugeln gegen Aldi geklagt. Das Handelsgericht gab dem Unternehmen in Bezug auf die rot verpackten Kugeln recht: „Die Beklagte lehnt ihre rote „Feine Schokoladenkugel“ in unnötiger Weise (...) an die rote Lindor-Kugel an“, heißt es in dem Urteil. Es gebe keine sachliche Rechtfertigung dafür, dass Aldi seine Schokokugeln in einer Aufmachung anbiete, die den Lindor-Kugeln so ähnlich sei.
Bei farbig anders verpackten Kugeln sah das Gericht dagegen keine Verwechslungsgefahr. Das Gericht forderte Aldi Suisse auf, die Anzahl der verkauften Kugeln und den damit erzielten Umsatz zu beziffern.
Die Lindor-Kugeln sind ein Markenzeichen von Lindt. Sie sind wie ein Bonbon verpackt und werden sowohl einzeln als auch in größeren Packungen verkauft. Aldi verkaufte seine Kugeln unter dem Markennamen „Moser Roth“ nach eigenen Angaben seit 2016 in der Schweiz. Der Bescheid stammt vom 10. März. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Lindt verkauft seine eigenen Produkte nicht bei Discountern wie Aldi. Im Interview mit der „Zeit“ hatte Unternehmenschef Adalbert Lechner Ende vergangenen Jahres erklärt: „Sonst enden wir bei immer mehr und stärkeren Sonderangeboten und entwerten unsere Marke.“ In Supermärkten erhalte Lindt „eine Premiumplatzierung, die der Marke Raum gibt“, so Lechner damals. Die Discounter verschleuderten die Produkte dagegen zum Tiefpreis.
Verwendete Quellen: lme/dpa


