Diese KI kann Leben retten!Software in Bremer Stadtbahnen schlägt bei Schlägereien Alarm

Die Software „AI-Watch” scannt vier Überwachungskameras und schlägt bei einer Alarm.
Die KI „AI-Watch” erkennt das aggressive Verhalten von Fahrgästen und schlägt Alarm.
Bremer Straßenbahn AG

Diese KI erkennt Übergriffe in Echtzeit!
Mit „AI-Watch” sollen die öffentlichen Verkehrsmittel in Bremen sicherer werden – und das noch dieses Jahr. Die Software soll in mehr als 40 Bahnen eingesetzt werden, aggressives Verhalten vom ersten Moment an erkennen und dabei keine Datenschutzauflagen verletzen.

„AI-Watch” als Lösung gegen Gewalt in Bahnen

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz Anfang Februar wird bundesweit nach Lösungen für mehr Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln gesucht. Bremen testet bereits seit 2025 das Programm „AI-Watch” und will nun als erste deutsche Stadt seine Straßenbahnen mit der bundesweit einzigartigen Erkennungssoftware ausstatten. „Das System funktioniert so, dass wir hinter unseren vorhandenen Kameras in den Straßenbahnen eine KI, einen Rechner, implementieren”, erklärt Thorsten Hader von der Bremer Straßenbahn AG. Diese KI soll dann in der Lage sein, aggressives Verhalten zu erkennen. Das Live-Bild wird anschließend an Mitarbeitende in der Leitzentrale weitergeleitet, diese können die Situation dann bewerten und reagieren.

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Gesichter werden verpixelt

Das Programm scannt zwar das Verhalten der Fahrgäste, nicht aber ihre Gesichter: „Datenschutz und Sicherheit sind kein Widerspruch”, meint Bremens Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal (SPD). Wie die Pressestelle des Senats in Bremen mitteilt, sollen die Gesichter der Fahrgäste auf den Überwachungskameras verpixelt werden, bevor „AI-Watch” sie scannt. Außerdem soll das Bewegungsmuster der echten Stadtbahn-Passagiere nicht zum Anlernen der KI genutzt werden. Das Programm selbst wurde vorher durch gestellte Szenen trainiert. Ende dieses Jahres soll die Software in einem Drittel der Bremer Stadtbahnflotte nach Aggressoren scannen, Kostenpunkt für die Ausstattung der rund 40 Züge: 500.000 Euro.

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Übergriffe in Stadtbahnen sollen minimiert werden

Das Programm soll vor allem zu schnelleren Reaktionen befähigen, hofft Thorsten Hader. Situationen wie Pöbeleien im Fahrgastraum bemerkt der Lokführer in der langen Bahn oftmals erst spät: „Der Fahrende hat überhaupt nicht die Chance, den kompletten Bereich zu überblicken”, so Hader. Deshalb seien zuerst die Bahnen und anschließend auch die Busse dran mit der Anti-Aggressions-Aufrüstung. Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal ist sich sicher: „Dass auch das, was wir hier modelhaft ins Leben rufen, von anderen quasi adaptiert wird.” Interessenten gebe es laut Ünsal schon einige. (dst)

Verwendete Quellen: Nonstop News, Senat Bremen