Chef der JugendorganisationAfD-Nachwuchs fordert Ausweisung von Millionen Zugewanderten

Mitglieder der Generation Deutschland warten auf den Beginn des Bundeskongresses. Die AfD-Nachwuchsorganisation trifft sich erstmals nach ihrer Gründung im November 2025 zu einem Bundeskongress und berät unter anderem über eine Positionierung zur Europapolitik.
Sicherheitsbehörden haben die Generation Deutschland im Blick.
picture alliance/dpa / Klaus-Dietmar Gabbert

Der AfD-Nachwuchs der Generation Deutschland hält sich auf seinem Bundeskongress nicht mit problematischen Aussagen zurück. Die Nachfolge-Organisation der rechtsextremen JA macht mit verschiedenen Rednern Stimmung gegen Migranten und Linke und will Millionen Menschen ausweisen.

Der Vorsitzende der AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland (GD) hat die millionenfache Rückführung von zugewanderten Menschen aus Deutschland gefordert. „Millionen sind gegen unseren Willen, gegen Recht und Gesetz, gegen jede Vernunft in dieses Land gekommen“, behauptet GD-Chef Jean-Pascal Hohm auf dem Bundeskongress der Organisation in Magdeburg - und fügte hinzu: „Millionen müssen dieses Land wieder verlassen.“

Hohm führte eine völkisch geprägte Begründung für seine Forderung nach massenhafter Remigration an: „Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben, dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar“, sagte er. Hier dürfe es „kein Resignieren, kein Akzeptieren, kein Arrangieren“ geben. Die AfD sei „Ausdruck des Lebenswillens unseres Volkes“.

Der AfD-Europaabgeordnete René Aust forderte Remigration auf gesamteuropäischer Ebene. Nötig sei nicht nur „Remigration, sondern europaweite Remigration“, sagte Aust. Europa müsse zu einer „Festung Europa“ ausgebaut werden, sagte er. „Niemand soll unseren Kontinent betreten, von dem wir nicht wollen, dass er unseren Kontinent betritt.“

Der Begriff „Remigration“ steht bei Rechtsextremisten für die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund - auch gegen deren Willen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz wertet Remigration als Konzept, das „auf die Schaffung ethnisch definierter Gesellschaften und damit die Ausweisung aller ‚Volksfremden‘ abstellt“.

Hübscher als die anderen

Für den Bundeskongress hatte die Partei den Delegierten geraten, sich besonders hübsch anzuziehen. „Festliche beziehungsweise Business-Kleidung“ sei angemessen. Dies solle der Veranstaltung einen „feierlichen Charakter“ geben. Die meisten der rund 300 Teilnehmer hielten sich daran: Anzüge und Krawatten bei den jungen Herren, Kostüme und hohe Schuhe bei den Frauen.

„So viele wunderschöne, gut gekleidete Menschen“ seien zu sehen, freute sich René Aust in seiner Rede. Bei diesem Anblick wisse er „sofort, wie unser schönes Deutschland in der Zukunft aussehen soll: Deutschland soll ästhetisch sein, es soll schön sein“. Es gebe „so viel ästhetische Substanz bei uns“, befand Aust, wobei er insbesondere „die weißen Kleider“ der Frauen hervorhob. Die „schönsten Menschen“, resümierte der Abgeordnete der in Teilen rechtsextremistischen Partei, finde man „nicht im linken politischen Spektrum“.

Stimmung gegen Linke

Der AfD-Politiker Martin Reichardt hielt ebenfalls eine mit Schmähungen gespickte Rede gegen „linke Kräfte“, die mit großem Jubel quittiert wurde. Reichardt bezeichnete den Staat in Deutschland als „stinkenden, faulen Assi, der sein Geld fürs Nichtstun von der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommt, um regelmäßig mit seinen Freunden vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu saufen und die Internationale zu lallen“.

Er warf den Linken vor die deutsche Sprache zu zerstören. „Unsere Muttersprache ist längst keine liebevolle, treusorgende Frau mehr“, sagte Reichardt. „Muttersprache ist heute ein aufgedunsenes, intersektional-feministisches Flittchen: Ihre Haare sind zerzaust, und der rote Lippenstift ist verschmiert, weil Vater Staat sie dreimal täglich durchgendert“. Auch diese Äußerung löste unter den Delegierten Jubel aus. „Die Zeiten dieser verkommenen linken Zustände in Deutschland gehen zu Ende. Wir werden der verlotterten deutschen Linken das Sorgerecht für Deutschland entziehen!“, fügt er hinzu.

Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt war die AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland in Magdeburg zu ihrem zweiten Bundeskongress zusammengekommen. Die Generation Deutschland war im vergangenen November gegründet worden - als Nachfolgerin der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA). Diese war einige Monate zuvor aufgelöst worden, nachdem sie vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden war. Die Sicherheitsbehörden haben auch die neue Nachwuchsorganisation im Blick. Das BfV geht nach eigenen Angaben von einer „programmatischen und personellen Kontinuität“ zwischen der aufgelösten JA und der neuen Organisation aus.

Verwendete Quellen: raf/AFP