Saug- und Wischroboter getestetDreame Aqua20 Pro im Praxis-Check: Der Steampunk unter den Saugrobotern?

Weißer Saugroboter auf Holzfußboden, vor ihm verschiedene Schmutzhaufen
Der Dreame Aqua20 im Test: Wie gut wird er mit den verschiedenen Staub- und Schmutzarten fertig?
Matthias Schmid
von Matthias Schmid

Der Dreame Aqua20 Pro soll mehr sein als ein leistungsstarker Saug- und Wischroboter.
Mit 180 Grad heißem Dampf soll er selbst hartnäckigsten Schmutz lösen. Im Praxis-Test überzeugt der teure Saugroboter vor allem mit makelloser Navigation und starker Reinigungsleistung, beim Dampfmodus bleiben Wünsche offen. Woran das liegt, das verrät dieser Hands-on-Testbericht.

Von Tierhaaren bis Teppichkanten: Was sollten Saugroboter können?

Ein Saug- und Wischroboter soll im Alltag möglichst viel Arbeit abnehmen. Dafür muss er natürlich zuverlässig saugen und putzen, auch in Ecken, an Kanten entlang und im Optimalfall unter so manchem Möbelstück. Darüber hinaus sollte sich der Helfer in der Wohnung sicher bewegen und Hindernisse erkennen; Teppiche, Türschwellen und herumliegende Gegenstände dürfen ihn nicht aus dem Takt bringen. In einem Haushalt mit Tieren kommen dann mehr Haare und eventuell anderer Schmutz dazu – Kleintiersand, Katzenstreu oder Heu zum Beispiel. Und wenn der Roboter zurück zur Station fährt, sollte die Reinigung dort möglichst gründlich und mit wenig Aufwand vonstattengehen. Eine smarte Raumkartierung, eine simpel bedienbare App, eine gute Akku-Laufzeit und ein niedriger Geräuschpegel sind weitere Punkte, die potenziellen Kundinnen und Kunden wichtig sind.

Dreame Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete: Produktinfos im Überblick

  • Reinigungsmethode: Saugen, Wischen

  • Geeignet für: Hartboden, Teppichboden

  • Saugkraft: 40.000 Pa

  • Roboter: 6,2 kg Gewicht, 9,75 cm Höhe, 35 cm Durchmesser, 135 ml Frischwasser, 110 ml Schmutzwasser

  • Basisstation: 42 × 44 × 50 cm (B × T × H), 4 l Frischwasser, 3,5 l Schmutzwasser (Station)

  • Besonderheiten: 180 Grad heißer Dampf, Selbstreinigung, Absturzsensor, KI-Hinderniserkennung, seitlich ausfahrbare Wischwalze, LDS-Lasernavigation, OmniSight 4.0 Kameras, Stufenüberwindung bis 5 cm

Der neue Dreame Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete – das Flaggschiff-Modell des Herstellers – verspricht aber noch mehr: Mit heißem Dampf soll er auch eingetrocknete Flecken angehen. Dazu kommen eine ausfahrbare Wischwalze, KI-gestützte Navigation und die automatische Erkennung von Schmutz. Wir haben getestet, wie viel davon im Alltag ankommt – und ob der stolze Preis gerechtfertigt ist.

Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Unser Kurzfazit

Der Dreame Aqua20 Pro ist ein sehr gut ausgestatteter Saug- und Wischroboter mit hervorragender Navigation. Er saugt den Großteil des Testschmutzes zuverlässig auf, wischt auch ohne Dampf schon sehr gründlich und fährt sich im Test kein einziges Mal fest. Die Akkulaufzeit fällt stark aus, die App bietet viele Einstellungen und selbst vier Zentimeter hohe Türschwellen sind kein Problem.

Ausgerechnet das Merkmal, das Dreame besonders herausstellt, überzeugt uns weniger: Der Dampfmodus lässt sich derzeit noch nicht in normale Reinigungsroutinen einbauen und muss (für einen Bereich von höchstens neun Quadratmetern) jeweils separat gestartet werden. Mit aktiviertem Dampf kann die Wischwalze außerdem nicht seitlich ausfahren. Auch beim Frischwassertank im Roboter und bei der Reinigung stark verschmutzter Wischrollen in der Station sehen wir Luft nach oben.

Unterm Strich ist der Dreame Aqua20 Pro ein starker Haushaltshelfer mit sehr guter Navigation und sauberer Wischleistung – als Dampf-Wunderwaffe entpuppt er sich im Test jedoch nicht.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

So haben wir den Dreame Aqua20 Pro Ultra getestet 

Wir haben das Premium-Modell in einem zweistöckigen Einfamilienhaus eingesetzt: mit Holzdielen im Wohnbereich, mehreren Teppichen, Steingutfliesen im Bad, Parkett im Flur sowie einem gefliesten Hauswirtschaftsraum. Im Haushalt leben außerdem mehrere Katzen. Damit wurden Tierhaare und eingeschränkte Wege im Alltag zu einem Teil des Tests. Zwischen Flur und Wohnzimmer liegt zudem eine rund vier Zentimeter hohe Schwelle. Dazu kommen reichlich Möbel, Stuhlbeine und andere Hindernisse, die der Roboter umfahren musste. Und wir haben den Aqua20 Pro natürlich auch mal von einem Stockwerk ins andere getragen und geprüft, ob dabei Flüssigkeit austritt, sich der smarte Helfer auch oben zurechtfindet und brav von der Treppe fernhält …

Auspacken, App installieren und starten 

Im großen Karton befinden sich der weiße Saugroboter und die farblich passende Basisstation. Das Gerät ist übrigens auch in Schwarz erhältlich. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein gedruckter Schnellstartguide, zwei Ersatz-Wischrollen, eine Ersatz-Seitenbürste, drei Staubbeutel, zwei Ersatzfilter und ein Liter Reinigungslösung von Dreame.

Dreame Saugroboter mit Basisstation und viel Zubehör
Im großen Paket stecken nicht nur Robo und Basisstation, sondern auch viel Zubehör wie Ersatzrollen, Filter oder Reinigungsmittel.
Matthias Schmid

Nach dem Aufstellen der Station folgen die Einrichtung der Dreame-Home-App, das Anmelden im heimischen WLAN und die Verbindung mit dem Roboter – das funktioniert schnell und problemlos. Frischwasser und Reinigungsmittel kommen in die Station, anschließend vermisst der Aqua20 Pro schon die Räume im Erdgeschoss – bei uns dauert das gut zehn Minuten. Die Karte ist vollständig und präzise: Räume und Möbel werden größtenteils korrekt erfasst, Tischbeine, Türschwellen und zum Glück auch alle Katzen bleiben unversehrt.

Was wir an dieser Stelle schon verraten können: Auch bei allen weiteren Einsätzen blieb der Roboter nie stecken. Besonders eindrucksvoll navigiert er unter dem Metallgestell eines Drehstuhls hindurch. An anderer Stelle schiebt er allerdings mal einen Fußabtreter durch den Flur und überfuhr eine auf dem Boden liegende Notebook-Hülle, die er nicht als Hindernis erkennt.

Saugen und Wischen: Gründlich, mit kleinen Ausnahmen 

Für den ersten Schmutztest geht es in den Hauswirtschaftsraum. Durch den Übergang zum Garten sammeln sich dort Erde, Laub und viele Schuhabdrücke. Der Aqua20 Pro nimmt beim Saugvorgang den Staub und Schmutz zuverlässig auf, auch in den Ecken bleiben nur wenige Krümel zurück. Für den Wischtest legen wir aber noch etwas nach …

Saugroboter in Waschküche, stark verschmutzter Fliesenboden
Der Hauswirtschaftsraum ist ein idealer Spielplatz für den Dreame: Auf den unempfindlichen Fliesen darf er sich mit Saugleistung und Dampf austoben.
Matthias Schmid

Auf den weißen Fliesen lassen wir Ketchup und Currysauce antrocknen. Außerdem verteilen wir Haselnusscreme und eine klebrige, krümelige Würzpaste auf dem Boden. Der Roboter beseitigt die Flecken schon beim ersten Wischdurchgang fast vollständig. Nach der Rückkehr zur Station und dem dortigen Reinigungsvorgang ist die klebrige Paste allerdings nicht ganz von der Wischrolle verschwunden. Wir drehen den Dreame auf den Rücken, entfernen die Rolle mit wenigen Handgriffen und reinigen das Teil kurz per Hand. Danach lassen wir den Aqua20 Pro noch einmal über die Fliesen fahren, jetzt ist der helle Boden streifenfrei sauber – und das schon ohne Dampfeinsatz.

Beim Wischen fährt der Roboter seine Walze an Ecken und Kanten seitlich aus. Dreame spricht in seiner Werbung von einer Verschiebung um bis zu acht Zentimeter. Das stimmt zwar, doch letztlich steht die Walze höchstens vier Zentimeter über das Gehäuse hinaus. In der Küche erreicht der Aqua20 Pro damit zwar gut die Bereiche unter den aus der Küchenzeile ragenden Elektrogeräten – einen zusätzlichen, acht Zentimeter breiten Streifen neben dem Roboter kann man damit aber nicht wischen.

Mit eingefahrenem Laserturm ist der Aqua20 Pro übrigens 9,75 Zentimeter hoch. Der Turm senkt sich automatisch ab, wenn sich der Roboter einem niedrigen Hindernis nähert – das funktionierte im Test zuverlässig und zügig.

Weißer Saugroboter in der Nahaufnahme, das Kameramodul im Fokus
Die Kamera-Einheit scannt die Umgebung und findet Schmutz auch mit KI-Unterstützung. Generell wirkt der Roboter sehr hochwertig verarbeitet.
Matthias Schmid

Dampfmodus: großes Versprechen, begrenzter Einsatz 

Den Dampfmodus probieren wir ebenfalls auf den Fliesen aus, diesmal mit schmutzigen Fußabdrücken. Das Ergebnis ist top, allerdings hat auch der normale Wischmodus die eingetrockneten Verschmutzungen bereits gut beseitigt. Einen eindeutigen Zusatznutzen können wir deshalb nicht feststellen.

Ein praktischer Nachteil fällt sofort auf: Sobald der Dampfmodus aktiv ist, fährt die Wischwalze nicht seitlich aus. Damit entfällt gerade bei der Reinigung an Kanten ein Feature, das im normalen Betrieb nützlich ist. Die beworbenen 180 Grad beziehen sich auf die Temperatur am Auslass des Dampferzeugers – am Boden selbst kommt diese Temperatur nicht an. Bei empfindlichen Bodenbelägen empfiehlt es sich trotzdem, die Reinigung zunächst an einer unauffälligen Stelle auszuprobieren oder die Pflegehinweise des Belags zu beachten.

Auch die Aktivierung des Dampfmodus ist umständlich: Die Dampfpower lässt sich in der App nicht in eine normale Saug- und Wischroutine integrieren, eine Reinigung der gesamten Karte mit Dampf kann nicht einfach eingeplant werden. Stattdessen muss die Funktion separat gestartet und jedes Mal der gewünschte Bereich ausgewählt werden; der darf rund neun Quadratmeter groß sein.

Weißer Saugroboter fährt über Schwelle, im Hintergrund liegt eine schwarze Katze
Türschwellen und Stufen mit bis zu fünf Zentimetern Höhe sind kein Problem für den Robo.
Matthias Schmid

Das Saugen beim Dreame Aqua20 Pro – auf Teppich und Hartböden 

Für Teppiche gibt es in der App praktische Optionen: Man kann auswählen, dass der Robo sie entweder komplett außen vor lässt oder dort nur saugt. Läufer umfährt der Aqua20 Pro im Test im Wischmodus zunächst sauber und punktgenau – danach fährt er auf den Teppich und saugt dort Krümel und Haare auf.

Auf Holzdielen und Laminat saugt der Roboter in unserem Praxistest reichlich normalen Staub, Katzenhaare und Krümel zuverlässig ein. An Ecken und entlang von Kanten hilft eine kleine rotierende Seitenbürste dabei, Schmutz zur mittig platzierten Saugöffnung zu befördern. Für einen weiteren Test legen wir Reis, Semmelbrösel, Haare und kleine Stücke von Küchenpapier auf Holzdielen – der Aqua20 Pro nimmt den größten Teil davon auf. Einige Reiskörner schleudert die Seitenbürste jedoch in einen Bereich, den der Roboter bereits gereinigt hat. Das sollte im besten Fall nicht passieren.

braune Holzdielen, darauf viel Staub, links eine Katze, rechts ein Saugroboter
Wer ist schneller? Der Dreame beim Aufsaugen oder der Stubentiger beim Durcheinanderbringen des Testschmutzes?
Matthias Schmid

Sehr gut schneidet das Gerät bei langen Haaren ab: Auch nach mehreren Reinigungsfahrten haben sich keine längeren Haare in der Bürsteneinheit verfangen. Das ist bemerkenswert, da im Haushalt zwei Personen mit mehr als schulterlangem Haar leben. Die Saugleistung des kleinen Robos lässt sich in der App anpassen: Je nach Einstellung arbeitet der Roboter dann eben leise oder deutlich hörbar. Nach der Reinigung fährt er selbstständig zur Station und entleert dort den Staubbehälter: Dieser Vorgang ist deutlich lauter, dauert aber nur wenige Sekunden. Staub und Schmutz landen in einem Beutel, der irgendwann von Hand gewechselt werden muss.

Die App zeigt stets den Fortschritt der aktuellen Reinigungsaufgabe an, zusätzlich kann der Roboter selbst per Sprachansage mitteilen, wenn ein Reinigungsschritt abgeschlossen ist. Muss er zwischendurch mal den Staub loswerden oder Wasser nachfüllen, setzt er die Arbeit anschließend genau dort fort, wo er sie unterbrochen hat.

Noch mehr Testfragen: Mehrere Etagen, Haustiere und Akkulaufzeit 

Der Aqua20 Pro kann in der Dreame-App bis zu vier Karten für einen Haushalt speichern. Wird er in einem noch unbekannten Stockwerk abgesetzt, vermisst er die Räume zunächst. Anschließend lassen sich die Karten in der App wechseln und bearbeiten, etwa indem Räume zusammengeführt werden. Im Test im oberen Stockwerk verhindern die eingebauten Sensoren, dass der Roboter sich der Treppe gefährlich nähert, er bleibt im Test zuverlässig vor der Kante stehen. Und auch beim händischen Tragen in ein anderes Stockwerk oder den Hauswirtschaftsraum tritt keine Flüssigkeit aus.

Die Katzen beobachten den neuen Mitbewohner zunächst skeptisch, der Roboter kommt ihnen während der Arbeit aber nie zu nahe. Für Haustierfans gibt es eine lustige Kamerafunktion: In der App lässt sich das Kamera-Livebild aktivieren und der Roboter manuell steuern. Dabei saugt und wischt er aber nicht, stattdessen kann man frei umherfahren und Fotos oder Videos aus etwa fünf Zentimetern Höhe aufnehmen. Mit entsprechender Freigabe erstellt das Gerät auch automatisch besondere Haustiermomente, während die Besitzer selbst im Büro oder anderweitig unterwegs ist.

Saugroboter fährt durch eine Wohnung in warmen Erdtönen, daneben eine graue Katze
Je nach aktivierter Saugpower düst der Dreame ziemlich leise oder deutlich hörbar durch die Bude – das stört die anwesenden Katzen aber nicht.
Matthias Schmid

Die Funktion „Finde mein Tier“ erweist sich in einem Haushalt mit mehreren Tieren als weniger praktisch – nachdem der Aqua20 Pro die erste Katze entdeckt hat, betrachtet er die Suche als erledigt und sucht nicht weiter nach den anderen Tieren.

Mit der Akkuleistung waren wir sehr zufrieden: Mit normaler Saugeinstellung schafft der Roboter im Test mehr als 100 Quadratmeter mit einer Ladung. Beim Wischen mit Dampf ist häufiger eine Unterbrechung nötig – dabei ist allerdings der (eher kleine) Frischwassertank der begrenzende Faktor: Der Roboter kehrt zum Nachfüllen kurz zur Station zurück.

Das Bodenbrett und die Waschschale der Station lassen sich übrigens herausnehmen und unter fließendem Wasser reinigen. Nach einem Wischdurchgang trocknet die Station die feuchte Walze automatisch mit heißer Luft – der Vorgang ist gerade noch hörbar, wenn man danebensteht, und kann bis zu fünf Stunden dauern.

Fazit: Ein starker Saug- und Wischroboter, aber kein Dampfwunder 

Der Dreame Aqua20 Pro löst die Erwartungen, die sein Preis und die Werbung wecken, nicht in jeder Hinsicht ein – als moderner, hochwertiger Saug- und Wischroboter überzeugt er aber in vielen wichtigen Punkten. Er nimmt den Großteil des Schmutzes auf, wischt zuverlässig, fährt sauber an Kanten entlang und hinterlässt keine nassen Stellen. Dazu kommen eine starke Akkuleistung und eine vorbildliche Navigation, die im Test kaum etwas falsch macht. Teppiche erkennt der Aqua20 Pro zuverlässig, mehrere Zentimeter hohe Schwellen überwindet er problemlos. Die App bietet dabei viele Automatisierungsoptionen und konfigurierbare Shortcuts; auch eine Smart-Home-Einbindung via Matter ist möglich

Beim Frischwassertank im Roboter würden wir uns etwas mehr Volumen wünschen, auch kann die Station eine stark verschmutzte Wischrolle nicht immer vollständig reinigen. Und ein Staubbeutel, der von Hand gewechselt werden muss, wirkt bei einem hochpreisigen Modell wenig zeitgemäß. Der Dampfmodus löst in der aktuellen Fassung noch keine Begeisterung aus: Er ist auf einzeln auswählbare Bereiche beschränkt, lässt sich nicht in die normale Reinigungsroutine einbauen und verhindert das seitliche Ausfahren der Wischwalze.

Genutzte Quellen: amazon.de, eigene RTL-Recherche

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links ein Produkt kauft, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für euch entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann ihr ein Produkt kauft, bleibt natürlich euch überlassen.