Nicht nur für den SommerAus diesen Gründen bleibt die Wärmepumpe auch im Winter effizient

Viele glauben, Wärmepumpen funktionieren nur bei mildem Wetter.
Doch moderne Systeme sind längst für kalte Winter ausgelegt. Entscheidend sind Technik, Dämmung und die richtige Einstellung. Wer das versteht, spart auch bei Frost Stromkosten.
Wie Wärmepumpen überhaupt funktionieren
Wärmepumpen funktionieren ähnlich wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt: Statt Wärme von innen nach außen zu transportieren, holen sie Wärme von außen ins Gebäude. Dabei nutzen sie elektrische Energie, um Energie aus Luft, Boden oder Wasser zu „pumpen“ und für die Heizung nutzbar zu machen. Selbst bei Minusgraden steckt in der Umgebung noch Wärme, die die Anlage verwerten kann.
Mythos: Wärmepumpen funktionieren nur bei mildem Wetter
Viele Menschen sind überzeugt, dass Wärmepumpen nur bei angenehmen Außentemperaturen sinnvoll sind. Sinkt das Thermometer unter null, so die weit verbreitete Annahme, würde die Anlage an ihre Grenzen kommen, viel Strom verbrauchen oder gar nicht mehr richtig heizen. Dieser Mythos hält einer genaueren Betrachtung aber nicht stand. Denn selbst bei Frost ist in der Außenluft, im Erdreich oder im Grundwasser noch ausreichend Wärme vorhanden, die eine Wärmepumpe nutzen kann. Je kälter es draußen wird, desto schwerer muss die Anlage arbeiten aber sie bleibt funktionsfähig. Untersuchungen und Berichte zeigen, dass Wärmepumpen auch bei frostigen Außentemperaturen effizient arbeiten. Sie liefern zuverlässig Wärme, selbst wenn die Temperaturen deutlich unter Null sind. Deswegen werden Wärmepumpen auch in Ländern mit harten Wintern wie Schweden, Norwegen oder Finnland problemlos genutzt.
Eine aktuelle Übersichtsstudie zeigt, dass Luft-Wärmepumpen selbst bei Außentemperaturen von etwa minus 15 Grad Celsius effizient arbeiten und aus einer Kilowattstunde Strom rund zwei Kilowattstunden Wärme erzeugen können.
Moderne Technik macht den Unterschied
Ob eine Wärmepumpe im Winter gut funktioniert, hängt vor allem von der Technik und der fachgerechten Installation ab. Moderne Geräte sind heute gezielt für kalte Winter ausgelegt und deutlich leistungsfähiger als frühere Modelle. Sie können ihre Leistung automatisch anpassen: Ist es draußen nur leicht kühl, arbeiten sie sparsam. Wird es richtig kalt, erhöhen sie ihre Leistung. Möglich macht das unter anderem eine variable Steuerung, die dafür sorgt, dass die Wärmepumpe nicht ständig an- und ausschaltet, sondern gleichmäßig und effizient läuft.
Ein weiteres wichtiges Detail ist das sogenannte Abtausystem. Bei Frost kann sich an der Außeneinheit Eis bilden. Moderne Wärmepumpen erkennen das automatisch und tauen sich selbst wieder ab, ohne dass die Heizung ausfällt. Für die Bewohner bleibt es warm, während das System im Hintergrund dafür sorgt, dass alles reibungslos weiterläuft. Diese Technik sorgt dafür, dass auch bei Minusgraden zuverlässig geheizt wird und der Stromverbrauch möglichst niedrig bleibt.
Zusätzlich gibt es spezielle Kaltklima-Wärmepumpen, die für besonders niedrige Temperaturen entwickelt wurden. Diese Modelle können selbst dann noch Wärme aus der Umgebung gewinnen, wenn es draußen deutlich unter null Grad ist. Sie kommen zum Beispiel in Ländern mit langen und strengen Wintern zum Einsatz. Das zeigt: Wärmepumpen sind längst keine Schönwetter-Heizungen mehr, sondern eine ausgereifte Technik, die auch im tiefen Winter zuverlässig Wärme liefert.
Dämmung und richtige Einstellung sind entscheidend
Neben der Technik spielt die Dämmung des Hauses eine große Rolle: Gut gedämmte Gebäude halten die Wärme länger. Das entlastet die Wärmepumpe und senkt den Stromverbrauch. Wird das System korrekt eingestellt, kann es auch bei Frost Stromkosten sparen im Vergleich zu anderen Heizsystemen bleibt es in vielen Fällen effizienter.
Allerdings gilt: Je schlechter ein Gebäude gedämmt ist und je extremer die Kälte, desto mehr Energie braucht die Anlage. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen haben es dabei leichter, denn tief im Boden und im Grundwasser bleibt es auch im Winter vergleichsweise warm. Wenn die Außentemperatur unter den sogenannten Bivalenzpunkt (oft bei -5 bis -8 °C) fällt, schaltet sich beispielsweise bei der Luft-Wärmepumpe der Heizstab hinzu.
So gelingt Strom sparen mit Wärmepumpe im Winter
Damit die Wärmepumpe auch bei Frost möglichst wenig Strom verbraucht, kommt es vor allem auf die richtige Einstellung an. Wichtig ist, die Vorlauftemperatur nicht unnötig hochzudrehen. Je niedriger die benötigte Heiztemperatur, desto effizienter arbeitet die Anlage. Auch eine gleichmäßige Beheizung hilft: Statt die Heizung nachts stark abzusenken und morgens wieder hochzufahren, ist ein konstantes Temperaturniveau oft sparsamer. Verschmutzte Filter behindern den Luftstrom, verringern die Effizienz und belasten das System. Deswegen sollten die Luftfilter im Winter alle 1-3 Monate ausgetauscht werden.
Zusätzlich lohnt es sich, das Haus möglichst gut zu dämmen. Gedämmte Wände, Fenster und Dächer halten die Wärme länger im Gebäude. Die Wärmepumpe muss seltener nachlegen. Auch regelmäßig gereinigte und gewartete Anlagen arbeiten effizienter. Wer diese Punkte beachtet, kann selbst im Winter Strom sparen und gleichzeitig für angenehme Wärme sorgen.
Fazit: Moderne Systeme funktionieren auch im Winter. Das gilt sogar bei frostigen Temperaturen. Entscheidend sind die richtige Technologie, ein gutes Dämmkonzept und eine fachgerechte Einstellung. Wer diese Punkte beachtet, kann auch bei Frost effizient heizen und Stromkosten sparen. Wärmepumpen sind also keine Sommergeräte mehr.


