„Mangelhaft”Schadstoff-Schlappe! Vor diesen Kinderwagen warnt Stiftung Warentest

Ein Baby verschwindet, eine Mutter in Panik, doch plötzlich ändert sich die Geschichte: Was ist wirklich mit der kleinen Ana Beatriz passiert?
Mit einigen Kinderwagen war Stiftung Warentest so gar nicht zufrieden. (Symbolbild)
picture alliance

Ein guter Kinderwagen ist einfach unverzichtbar!
Doch leider kann es auch dann Probleme geben, wenn äußerlich alles stabil und sicher wirkt, wie der aktuelle Vergleich von Stiftung Warentest zeigt. Denn einige Modelle fallen wegen Schadstoffen durch.

Durchwachsenes Ergebnis

Ein Kinderwagen muss im Alltag einiges aushalten: Er soll sich leicht schieben lassen, auf Kopfsteinpflaster nicht schlappmachen, ins Auto passen und dem Kind über Monate hinweg genügend Platz bieten. Genau das hat Stiftung Warentest bei zwölf aktuellen Modellen untersucht – darunter neun Wagen für ein Kind und drei Modelle für Geschwister oder Zwillinge. Das Ergebnis fällt gemischt aus: Vier Kinderwagen erhielten das Qualitätsurteil „gut“. Gleichzeitig bekamen vier Modelle wegen problematischer Schadstoffe nur ein „mangelhaft“

So wurden die Kinderwagen getestet

Den größten Anteil an der Gesamtnote hatte mit 45 Prozent die kindgerechte Gestaltung. Die Experten prüften mit Dummy-Puppen, wie lange Liegewanne und Sitz genutzt werden können und ob Babys und Kleinkinder genug Platz haben. Außerdem bewerteten sie die Luftzirkulation, die Sicht des Kindes, das Gurtsystem, die Federung sowie den Schutz vor Sonne und Regen.

Um die Handhabung (35 Prozent) zu prüfen, klappten drei Mütter und zwei Väter die Wagen zusammen, bauten sie um, verstellten Sitze und Schieber und fuhren mit ihnen über Waldwege, Kopfsteinpflaster, Stufen, Steigungen und Gefälle. Auch Bremsen, Transportmaße, Gepäckkorb und Reinigung flossen in die Bewertung ein.

Für den Dauertest fuhren die Kinderwagen auf einem Laufband insgesamt 96.000-mal über Stolperstellen.
Besonders genau schauten die Prüfer auch auf Schadstoffe in allen Bestandteilen.

Lese-Tipp: Großer Kindersitz-Check von ADAC und Stiftung Warentest – von „gut” bis „lebensgefährlich”!

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Verbotener Weichmacher in zwei Kinderwagen

Besonders brisant ist der Fund von DEHP in zwei Modellen: Der Phthalat-Weichmacher kann unter anderem die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. In Spielzeug und Babyartikeln ist er bereits seit 2007 verboten, seit 2020 auch in weiteren Verbraucherprodukten. Beim BabyOne Little One Kodiak (ca. 404 Euro) fanden die Tester mehr DEHP im Sicherheitsbügel, als die EU erlaubt. Das Modell landete mit der Note 5,2 auf dem letzten Platz. BabyOne erklärte, den Fund ernst zu nehmen und bietet verunsicherten Kunden eine kostenfreie Rücknahme an.

Auch beim Baby Jogger City Mini GT2 Double (ca. 1.270 Euro) wiesen die Prüfer im Regenverdeck zu viel DEHP nach. Im Bezug der Babywanne steckten laut Labor zudem mehr PFAS, als EU-Verordnungen erlauben. Diese auch Ewigkeitschemikalien genannten Substanzen können bei Herstellung, Waschen oder Entsorgung in Wasser und Böden gelangen und später über Lebensmittel oder Trinkwasser wieder zum Menschen zurückkehren. Einige PFAS können in höherer Dosierung unter anderem Leber, Immunsystem und ungeborenes Leben schädigen.

Zusätzlich ist das Modell laut Warentest nicht lange nutzbar, denn Kinder passen nur für kurze Zeit in die Babywanne beziehungsweise den Sitz. Insgesamt erhielt es somit die Note 5,0. Der Hersteller teilte mit, dass der Regenschutz in eigenen Prüfungen als DEHP-frei eingestuft worden sei. Das Unternehmen sehe keinen Grund, an diesen Ergebnissen zu zweifeln.

Ebenfalls mit „mangelhaft” durchgefallen: Der Kinderkraft Nea 2 2in1 (Note 4,7). Hier war ebenfalls eine starke Belastung des Sitzbezugs mit PFAS das Problem, die über den Grenzwert der EU-Verordnungen hinausgeht.