Rabatt-Ende macht Benzin teurerSpritpreise schießen hoch! Das droht euch jetzt beim Tanken

Wann, wo und was? Wer tanken muss und sparen will, stellt sich diese Fragen.
Wann, wo und was? Wer tanken muss und sparen will, stellt sich diese Fragen.
Philip Dulian

Die Preise an der Zapfsäule sind raufgegangen, die Urlaubssaison hat begonnen. Wie jetzt möglichst günstig fahren? Warum nicht jeder Umweg sinnvoll ist und wie man den Sprit-Verbrauch senken kann.

Der Tankrabatt ist vorbei - und an der Zapfsäule kann sich das deutlich bemerkbar machen. Die befristete 17-Cent-Steuerentlastung auf Benzin und Diesel galt vom 1. Mai bis zum 30. Juni. Seit Juli gelten wieder die regulären Steuersätze; am 1. Juli lagen die Tagesdurchschnittspreise laut ADAC bei 2,016 für Super E10 und 1,959 Euro für Diesel (Vortag: 1,923 bzw. 1,859 Euro).

Der Spritpreis hängt weiter von mehreren Faktoren ab: Rohölpreis, Wechselkurs, Wettbewerb vor Ort, Transportkosten - und davon, wie die Mineralölunternehmen ihre Preise setzen. Für Autofahrerinnen und Autofahrer bleibt deshalb vor allem eine Frage wichtig: Wann und wo tankt man möglichst günstig?

Spritpreis-Apps zeigen nicht nur, welche Tankstelle in der Nähe günstig ist, sondern können auch helfen, den richtigen Moment abzupassen. Die Datengrundlage seriöser Apps ist die Markttransparenzstelle (MTS-K) für Kraftstoffe im Bundeskartellamt. Tankstellen müssen Preisänderungen für Diesel, Super E5 und Super E10 dorthin melden; die Daten werden dann von der MTS-K wiederum an zugelassene Apps und Portale weitergegeben.

Angebote sind unter anderem etwa ADAC Drive, Clever Tanken, Pace Drive, Mehr Tanken oder Benzinpreis-Blitz. Welche App man nutzt, ist weniger entscheidend als der konsequente Vergleich vor dem Losfahren. Übrigens: indirekte Rabattprogramme, Coupons oder Mitgliedervorteile werden in der Preisrangliste nicht immer automatisch berücksichtigt.

Wie weit lohnt es sich zu fahren - also Umwege? Das Portal Finanztip nennt hierfür die Formel:

Ersparnis bei Tankfüllung / Spritkosten pro Kilometer bezogen auf den maximalen Umweg

Voraussetzung: Man kennt den durchschnittlichen Spritverbrauch seines Autos und weiß, wie viel in den Tank passt. Dabei sollte man auch daran denken, dass jeder unnötig verfahrene Kilometer mit dem Auto wiederum die Umwelt unnötig belastet, heißt es weiter.

Finanztip hat für drei verschiedene Pkw-Modelle Beispielrechnungen auf seiner Seite, um zu schauen, bis zu welcher Strecke sich ein Umweg überhaupt noch lohnt (Opel Corsa 1.2, 70 PS, Volvo XC90, 250 PS, Clubman Mini Cooper S, 192 PS). Die jeweils rechnerisch maximalen sich lohnenden Umwege ergeben 56,25 Kilometer, 47,33 km beziehungsweise 37,50 km.

Doch Vorsicht: Zusätzliche Kosten, wie etwa Verschleiß und Wertverlust des Autos oder auch der Wert der benötigten Zeit, sind nicht inkludiert.

Weiterhin rät der ADAC, auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit zu verzichten, wodurch sich nach Club-Angaben je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen lassen. In der Regel vertragen demnach alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10.

Und wer in den Urlaub fährt: Möglichst vermeiden, an Autobahntankstellen nachzutanken. Sprit an Autohöfen oder Tankstellen in der Nähe der Autobahn sei in der Regel meist viel billiger als an Autobahntankstellen.

Die Preisaufschläge seien dort extrem hoch. Die MTS-K hat laut Finanztip im letzten Jahr bis zu 48 Cent Aufschlag je Liter ermittelt. Die Preisaufschläge im Vergleich zu „Straßentankstellen“ seien in den letzten Jahren im Schnitt deutlich gestiegen.

Der beste Sprit ist aber der, den man gar nicht verbraucht. Vorausschauendes Fahren, weniger Tempo, unnötiges Gewicht aus dem Auto räumen und korrekter Reifendruck senken den Verbrauch. Das hilft unabhängig davon, ob der Preis an der Zapfsäule gerade steigt oder fällt.

Diese vier Tipps des ADAC Hessen-Thüringen können zudem helfen, Sprit zu sparen:

1. Tempo herausnehmen

Je schneller ein Auto fährt, desto größer wird sein Luftwiderstand - und damit auch sein Verbrauch. Ein Beispiel: Wer im Mittel mit 100 Kilometer pro Stunde statt 120 km/h fährt, kann auf der gleichen Streckenlänge rund 15 Prozent Kraftstoff einsparen. Wer dagegen 160 km/h fährt, verbraucht rund 50 Prozent mehr, als es im Vergleich zu einem mittleren Tempo von 100 km/h der Fall wäre. Der Verkehrsclub macht eine Rechnung mit einem Benziner auf, der bei einem mittleren Tempo von 100 km/h rund 6,7 Liter Super auf einer Strecke von 100 Kilometern verbraucht. Bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h steigt der Verbrauch auf 10,1 Liter pro 100 Kilometer. Bei einem angenommenen Preis von 1,75 Euro pro Liter kostet das schnellere Fahren pro 100 Kilometer etwa 5,95 Euro mehr.

2. Clever schalten

Neben der grundsätzlich mäßigen Geschwindigkeit kann das richtige Schalten Sprit sparen: Vor allem hochtouriges Fahren - mit einer Drehzahl von mehr als 2.000 Umdrehungen pro Minute - lässt den Verbrauch ansteigen. Besser ist es, beim Beschleunigen so früh wie möglich hochzuschalten, um hohe Drehzahlen zu vermeiden. Das gewählte Tempo sollte dann mit einer möglichst niedrigen Drehzahl beibehalten werden. Zurückschalten sei in der Regel erst nötig, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt, so der ADAC. Viele moderne Autos zeigen auch Gangempfehlungen im Display an.

Immer wichtig: Möglichst mit konstanter Geschwindigkeit und vorausschauend fahren - falls vorhanden, kann dafür ein Tempomat genutzt werden. Wer von Weitem eine rote Ampel sieht, kann die Motorbremse nutzen und bei eingelegtem Gang vom Gas gehen. Dabei wird die Kraftstoffzufuhr der meisten Autos komplett abgesperrt - die sogenannte Schubabschaltung.

3. Reifendruck optimieren

Wer sicher, komfortabel und sparsam fahren will, sollte den Luftdruck der Reifen regelmäßig kontrollieren. Schon ein um 0,3 bar reduzierter Druck steigert den Rollwiderstand und sorgt für unnötigen Mehrverbrauch. Wer weiter sparen will, kann - sofern dies in der Bedienungsanleitung beschrieben ist - den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Reifenluftdruck leicht erhöhen.

4. Gewicht reduzieren

Hier gilt grundsätzlich: je weniger, desto besser. Jedes zusätzliche Gewicht an Bord oder in Aufbauten wie Dachboxen führt am Ende zu einem höheren Kraftstoffverbrauch. Als Faustformel nennt der Verkehrsclub: 100 Kilogramm Zusatzlast führen zu bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer. Wer etwa aus dem Urlaub zurückgekommen ist, sollte daher nicht mehr benötigte Gegenstände aus dem Auto räumen und etwaige Aufbauten abmontieren. Speziell in der Stadt wirkt sich das Gewicht einer Zuladung negativ auf den Spritverbrauch aus. Jedes Anfahren und jede Beschleunigung kostet extra Sprit.

Verwendete Quellen: awi/dpa