Poolliegen-Reservierer sind nichts dagegen!Griechenland geht mit Radlader und Schwerlaster gegen Strandbesetzer vor

Auf der Halbinsel Chalkidiki in Griechenland reservieren Touristen gleich einen ganzen Strandbereich.
Auf der Halbinsel Chalkidiki in Griechenland reservieren Touristen gleich einen ganzen Strandbereich.
picture alliance / NurPhoto | Nicolas Economou

Diese Rechnung haben sie ohne die Behörden gemacht!
Wir kennen sie alle: Die Menschen, die ihre Lieblings-Liege am Hotelpool schon frühmorgens reservieren. In Chalkidiki (Griechenland) gehen einige Touristen jetzt aber noch einen drastischen Schritt weiter und belagern gleich einen ganz Strandbereich – mit Liegen, Schirmen und Vorhängeschlössern.

Gemeinde reagiert mit Radlader, Schwerlaster und zwei Pick-up-Trucks

Die Behörden der Halbinsel Chalkidiki reagieren entsprechend: Jetzt rückten Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung in Gerakini vor Sonnenaufgang mit einem Radlader, Schwerlaster und zwei Pick-up-Trucks an, um die Gegenstände zu entfernen, berichtet das Portal Reisereporter vom Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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Die Maßnahme klingt zunächst drastisch. Allerdings haben es die Touristen in der Region mit ihrem Sommerlager etwas zu ernst genommen. Dem Bericht zufolge geraten Einheimische und Kommunalpolitiker seit Wochen in Rage, weil die Sommerurlauber Sonnenschirme, Liegen, Klappstühle und -tische über Nacht an den Stränden stehen lassen. Teils sollen die Gegenstände mit eisernen Ketten und Vorhängeschlössern gesichert sein.

Für die Griechen ist das nichts anderes als eine Strandbesetzung. „Wir suchen keinen Streit mit unseren Gästen“, sagt der Vizebürgermeister der Gemeinde, Vasilis Fardogiannis. Die Behörden hatten die Gäste – überwiegend Touristen aus Serbien, Mazedonien, Rumänien und Bulgarien – mit Flugblättern darauf hingewiesen, dass dieses Verhalten inakzeptabel sei, und sie aufgefordert, den Strand zu räumen. Offenbar hielten sich die wenigsten daran.

Herrenloses Strandgut gilt als „Müll”

Deshalb entfernte die Stadtreinigung die Gegenstände nun selbst. Manche Sonnenschirme seien dabei so tief in den Sand gegraben gewesen, dass sie ausgebaggert werden mussten. Für die Eisenketten und -schlösser nutzten die Einsatzkräfte Winkelschleifer.

Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass eine Gemeinde gegen die frechen Strandurlauber vorgeht. Im Sommer 2025 gab es Räumungskommandos in der Gemeinde Kassandra – ebenfalls auf der Halbinsel Chalkidiki. Mehr als zwei Tonnen Handtücher, Liegen, Kinderspielzeug und weitere Gegenstände wurden dabei entfernt.

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Anfang Juni dieses Jahres hatten die Behörden der Halbinsel schon einmal betont, dass die Strände für jeden frei zugänglich seien. „Niemand hat das Recht, einen Teil davon für sich zu reservieren“, hieß es damals. Manche Behörden haben bereits Geldstrafen von bis zu 300 Euro eingeführt, wenn Gegenstände über Nacht am Strand hinterlassen werden. Vielleicht wäre es in der Gemeinde Gerakini auch an der Zeit dafür.

Quelle: stern.de