Weitere Erhöhungen bereits angedeutetDeutschlandticket kostet ab Januar 2027 fast 67 Euro

Wer mit dem Deutschlandticket reist, bezahlt ab dem kommenden Januar mehr.
Wer mit dem Deutschlandticket reist, bezahlt ab dem kommenden Januar mehr.
iStock via Getty/AlbertPego

Zum dritten Mal innerhalb von nur drei Jahren verteuert sich das Deutschlandticket. Wer es nutzt, zahlt ab Anfang 2027 monatlich fast vier Euro mehr. Verbraucherschützer kritisieren weitere absehbare Preiserhöhungen.

Das Deutschlandticket wird erneut teurer. Das hat der "Koordinierungsrat Deutschlandticket" beschlossen. Der Preis für das Ticket wird zum 1. Januar 2027 von bislang 63 Euro auf 66,80 Euro steigen, wie am 30. September vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) erklärt wird. Der Preis gilt demnach vorerst für ein Jahr.

Die Zeiten, in denen das Deutschlandticket nur 49 Euro monatlich gekostet hat, sind längst vorbei. Die jüngste Erhöhung ist bereits die dritte in nur drei aufeinanderfolgenden Jahren. Zum Beginn des Jahres 2025 war der Preis auf 58 Euro gestiegen, 2026 dann auf 63 Euro pro Monat, nach dem kommenden Jahreswechsel sind es dann noch einmal fast vier Euro mehr. Auch weitere Preise werden angepasst. Das vergünstigte Deutschlandticket als Jobticket kostet künftig 63,46 Euro im Monat, das Semesterticket 40,08 Euro.

Der Bundestag hatte der Finanzierung des Deutschlandtickets für die Jahre 2026 bis 2030 im November 2025 zugestimmt. Der Bund wolle die Länder jährlich mit 1,5 Milliarden Euro unterstützen, um Mindereinnahmen auszugleichen, hieß es damals. Es wurde in diesem Rahmen bereits angekündigt, dass der Preis ab 2027 "anhand eines zu erarbeitenden Kostenindexes ermittelt werden [soll], der zum Beispiel Lohn- und Energiekosten berücksichtigt".

Weitere Erhöhungen schon in Aussicht?

Genau das ist erstmals geschehen. "Damit greift erstmals der von der Verkehrsministerkonferenz (VMK) bei der Frühjahrskonferenz im März in Lindau einstimmig beschlossene Preisindex", teilt das StMB mit. Die Preiserhöhung geschehe auf Grundlage von Energie-, Personal- und allgemeinen Kosten. Dieser Preisindex werde "nun jährlich zur Feststellung des Preises des Deutschlandtickets zur Anwendung kommen". Bei einer entsprechenden Entwicklung könnte dies also bedeuten, dass schon zum Jahresbeginn 2028 die nächste Erhöhung ansteht.

Ingo Wortmann, Präsident beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, spricht in einer aktuellen Mitteilung davon, dass der erstmals angewendete Index "mehr Transparenz und Planbarkeit für unsere Kunden sowie für die Branche" bringe. "Wir haben Verständnis dafür, dass eine Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft ist. Zugleich treffen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart", sagt Wortmann in einem Statement.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat nach Bekanntwerden der Erhöhung unterdessen kritisch reagiert. "Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hält den heutigen Beschluss für ein positives Ereignis - so viel zur Kundenorientierung im ÖPNV", heißt es in einer Meldung.

Auch die Verbraucherzentrale übt Kritik, etwa am "absehbar jährlichen Preisanstieg des Tickets". Das Deutschlandticket habe gezeigt, "wie attraktiv ein einfacher und bundesweit nutzbarer öffentlicher Nahverkehr sein kann. Wenn das Ticket nun regelmäßig teurer wird, droht dieser Erfolg schrittweise ausgehöhlt zu werden", warnt Ramona Pop, die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. "Gerade in Zeiten steigender Spritpreise brauchen Verbraucherinnen und Verbraucher attraktive Alternativen zum Auto. Für Menschen, die Bus und Bahn nur gelegentlich nutzen, ist das Deutschlandticket aufgrund der Preissteigerungen jedoch immer seltener eine passende Option."

(wue/spot)