Richtiger Zeitpunkt zum Reifenwechsel!Von O bis O oder doch aufs Winterwetter warten? DANN solltet ihr eure Reifen wechseln

Eigenleistung: Es ist durchaus möglich, Reifen selbst zu wechseln - Sie sollten aber einiges beachten.
Wann ihr die Winterreifen aufziehen solltet (Symbolbild).
Angelika Warmuth/dpa/dpa-tmn

Winterreifen von Oktober bis Ostern trotz dieser Temperaturen?
Das Thermometer steht noch auf Sommer. Bei Temperaturen um 30 Grad Ende September 2026 scheint der Winter weit weg. Aber wie lange können die Sommerreifen noch draufbleiben?

Reifenwechsel im Herbst: Was taugt die O-bis-O-Regel?

Von Oktober bis Ostern auf Winterreifen fahren: Daran erinnert die O-bis-O-Regel. Beim Reifenwechsel ist sie laut ADAC allerdings nur eine grobe Orientierung, kein gesetzlich vorgeschriebener Zeitraum. Ihr müsst also nicht allein deshalb umrüsten, weil der Kalender auf Oktober springt.

Eine zweite Faustregel orientiert sich an sieben Grad. TÜV Nord empfiehlt, spätestens unterhalb dieser Temperatur umzurüsten: Die Gummimischung von Sommerreifen werde härter, die Haftung nehme ab. Auch der ADAC Sachsen verweist auf Vorteile der Winterbereifung unter sieben Grad, vor allem bei nasser und glatter Fahrbahn.

Aber: Eine starre Wechselgrenze ist das nicht. TÜV Thüringen schränkt die Faustregel ausdrücklich ein. Moderne Sommerreifen könnten auf trockenen, teilweise sogar nassen Straßen noch knapp über dem Gefrierpunkt besser bremsen als Winterreifen. Entscheidend sei vor allem, ob die Fahrbahn verschneit, vereist oder von Reif überzogen ist. Aber wie sieht die Wetterprognose aus und wann ist die ideale Zeit, um die Sommerreifen im Herbst 2026 auf die Winterreifen zu wechseln?

Lese-Tipp: Das Winterreifen-ABC! Das müsst ihr beim Wechsel beachten

Video-Tipp: Was gilt es bei Winterreifen zu beachten?

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Wetter im Oktober: Wann die Nächte kälter werden

Nach Einschätzung der RTL-Wetterredaktion vom 30. September 2026 lässt die außergewöhnliche Wärme ab dem 1. Oktober schrittweise nach. Tagsüber verschwinden zunächst die Werte um 30 Grad, später auch um 25 und teilweise um 20 Grad. Die Nächte bleiben vorerst feucht und kühlen nicht so stark aus. Eher werden Nebel und glatte Straßen durch Laub zum Thema.

Nächte unter sieben Grad und örtlich leichter Frost kamen im Osten und Südosten laut Wetterredaktion bereits vor, waren bislang aber Ausnahmen. Für den Zeitraum vom 11. bis 20. Oktober dürfte laut Prognose der nächste Temperaturrückgang folgen – wie stark er ausfällt, ist noch unsicher. Aber dann dürfte es schon häufiger winterreifentaugliche Nachttemperaturen geben.

Schon umrüsten? Entscheidend sind eure Fahrten

Bei sommerlicher Wärme sind Winterreifen nicht automatisch die sicherere Wahl. Ein ADAC-Vergleichstest zeigt: Auf trockener Straße können die Bremswege deutlich länger ausfallen als mit Sommerreifen. Wie groß der Unterschied ist, hängt unter anderem von der Temperatur und der Profiltiefe ab.

Für euren Reifenwechsel heißt das: Achtet auf die Vorhersage für eure Region und eure Fahrzeiten. Wer früh morgens oder in höheren Lagen unterwegs ist, sollte sich nicht von warmen Nachmittagen beruhigen lassen und vor erwarteter Winterglätte umrüsten. Könnt ihr das Auto bei solchen Bedingungen stehen lassen, habt ihr mehr Spielraum. Organisiert einen Werkstatttermin rechtzeitig, statt erst beim ersten Schnee nach einem freien Platz zu suchen.

Lese-Tipp: Sorte, Alter, Profiltiefe: Darauf muss man bei Winterreifen achten

Bei Schnee und Eis braucht ihr die richtige Bereifung

Unabhängig von beiden Faustregeln gilt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht. Das heißt: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürft ihr nur fahren, wenn euer Auto auf allen vier Rädern geeignete Reifen hat. Wer trotzdem mit Sommerreifen fährt, riskiert laut ADAC mindestens 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.

Auch Ganzjahresreifen erfüllen die Vorschrift, wenn sie das Alpine-Symbol tragen – einen Berg mit Schneeflocke. Eine reine M+S-Kennzeichnung reicht seit Oktober 2024 nicht mehr. Vor dem Aufziehen lohnt sich zudem der Profilcheck: Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter, der ADAC empfiehlt für Winterreifen wenigstens vier Millimeter.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, TÜV nord und ADAC