Verzweifelter KampfSavannah lässt sich jede Woche von 30 Bienen stechen – aus diesem traurigen Grund

Sie hofft auf ein neues Leben!
Jahrelang bestimmen Schwindel, Schmerzen und Erschöpfung ihren Alltag. Als keine Behandlung dauerhaft hilft, greift eine junge Frau zu einer ungewöhnlichen Methode: Sie lässt sich Woche für Woche absichtlich von Bienen stechen – und berichtet von erstaunlichen Fortschritten.
Nach zahlreichen Arztbesuchen bekommt sie eine Diagnose
Als Savannah Spoor eines Abends nach dem Essen im Jahr 2023 aufsteht, dreht sich plötzlich alles. Der Schwindel verschwindet nicht mehr. Aus der sportlichen Studentin wird innerhalb weniger Monate eine junge Frau, die zeitweise weder sicher laufen noch Auto fahren oder allein leben kann. Nach zahlreichen Arztbesuchen erhält sie schließlich die Diagnose Lyme-Borreliose. Doch keine der bisherigen Behandlungen bringt den erhofften Erfolg. Also wagt die 23-Jährige einen ungewöhnlichen Schritt, wie sie dem US-Magazin People erzählt. „Viele Menschen stoßen erst auf die Bienengift-Therapie, wenn sie schon so gut wie alles ausprobiert haben. Für viele mit Lyme-Borreliose ist sie der letzte Ausweg“, sagt Savannah.
30 Bienenstiche jede Woche
Heute folgt Savannah einem festen Ablauf. Dreimal pro Woche setzt sie sich jeweils zehn Bienenstichen aus – insgesamt also 30 pro Woche. Nach eigenen Angaben begann sie mit nur einem Stich und steigerte die Zahl langsam. Vor dem Start habe sie sich monatelang vorbereitet und sich intensiv mit möglichen Risiken beschäftigt. Ein Epi-Pen liege bei jeder Behandlung griffbereit, weil sie sich der Gefahr einer schweren allergischen Reaktion bewusst sei. Vor ihrem ersten Stich hatte sie dennoch große Angst. „Ich wusste trotz aller Vorbereitung nicht, wie mein Körper reagieren würde. Schließlich stach ich mich mit einem Tier, auf das manche Menschen lebensgefährlich allergisch reagieren.“
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Die sogenannte Bienengift-Therapie gilt nicht als anerkannte Standardbehandlung gegen Lyme-Borreliose. Dennoch berichten immer wieder Betroffene in sozialen Netzwerken oder Selbsthilfegruppen von positiven Erfahrungen. Wissenschaftlich gesicherte Belege für eine Wirksamkeit bei chronischen Beschwerden gibt es bislang jedoch nicht.
Sie hatte fast alles ausprobiert
Bevor Savannah zu den Bienen griff, hatte sie nach eigenen Angaben zahlreiche Therapien hinter sich. Dazu gehörten Antibiotika, Sauerstofftherapie, Vitamininfusionen und verschiedene alternative Verfahren. Trotzdem verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand weiter. „Ich steckte in einem endlosen Kreislauf. Jede neue Therapie machte mir Hoffnung – und am Ende wurde ich wieder enttäuscht. Das war psychisch unglaublich belastend.“
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Erst die Bienengift-Therapie habe ihr Stück für Stück ermöglicht, wieder aktiver am Alltag teilzunehmen und ihre Beweglichkeit zurückzugewinnen, berichtet sie. „Heute kann ich wieder lange spazieren gehen, wandern und sogar laufen. Ich habe meine Fähigkeit zurückgewonnen, zu arbeiten, zu reisen und kreativ zu sein.“
Forscher untersuchen Bienengift schon länger
Dass Bienengift medizinisch untersucht wird, ist nicht neu. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem der Inhaltsstoff Melittin, der in Laborversuchen interessante Eigenschaften gezeigt hat. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Bienenstiche Lyme-Borreliose heilen können. Fachleute betonen, dass die Therapie bislang nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist und wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen erhebliche Risiken birgt. (anr)
Verwendete Quelle: People


