Manipulation bei KartenzahlungVerbraucherzentralen warnen vor Trinkgeld-Tricks

Auf einem Kartenlesegerät werden deutlich Trinkgeldbeträge angezeigt, die man bei der Zahlung antippen soll. Auch „Freie Eingabe“ und „Kein Trinkgeld“ sind möglich. Immer mehr Dienstleister bieten integrierte Trinkgeld-Funktionen an.
Der Kunde muss auch die Option "kein Trinkgeld" mühelos finden können, fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband.
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Trinkgeld nach dem Essen, ja oder nein? Apps für die Kartenzahlung lassen Restaurantbesuchern oft keine echte Wahl. Verbraucherzentralen bemängeln, dass Kunden auf diese Weise gedrängt werden sollen. Einer Umfrage zufolge empfinden das mehr als die Hälfte der Gäste tatsächlich so.

Die Verbraucherzentralen warnen vor einer unterschwelligen Beeinflussung bei angezeigten Trinkgeld-Optionen auf Kartenlesegeräten in Restaurants und Cafés. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte: „Es muss auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können.“ Der Verband setze sich daher für ein Verbot „manipulativer Designtricks“ auf europäischer Ebene ein, wie sie auch von Webseiten oder Apps bekannt seien.

„Bei der Kartenzahlung liegen sie vor, wenn die Option, kein Trinkgeld zu geben, versteckt oder schlechter sichtbar ist“, sagte Pop. Dabei geht es um Terminals für Kartenzahlung, bei denen auf dem Display Vorschläge fürs Trinkgeld wie 10 Prozent, 15 Prozent oder 20 Prozent angetippt werden können. Teils sind diese Felder größer oder farblich auffälliger als das Feld für „Kein Trinkgeld“ oder ein Feld, bei dem man selbst einen Euro-Betrag eingeben kann.

„Niemand ist verpflichtet“

„Viele Menschen geben gerne und freiwillig Trinkgeld, um guten Service wertzuschätzen“, sagte Pop. Problematisch werde es, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher zum Trinkgeldgeben gedrängt oder sogar manipuliert würden. „Niemand ist verpflichtet, Trinkgeld zu geben.“

Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands befürworten es drei Viertel (76 Prozent), dass die Möglichkeit, kein Trinkgeld oder weniger Trinkgeld zu geben, ebenso sichtbar und leicht auswählbar sein sollte wie vorgeschlagene Beträge.

Gezielt gefragt, ob man sich durch auffälliger dargestellte Prozent-Vorschläge zum Trinkgeldgeben gedrängt fühle, bejahte dies gut die Hälfte - voll und ganz stimmten davon 36 Prozent zu, eher stimmten 16 Prozent zu. Tendenziell nicht dazu gedrängt sehen sich 42 Prozent. Für die Umfrage befragte das Institut Forsa den Angaben zufolge vom 3. bis 5. August 1009 Menschen ab 18 Jahren.

Verwendete Quellen: mau/dpa