Stiftung Warentest vergleichtNutella nur auf Platz drei! Zwei Nuss-Nougat-Cremes schlagen den Marktführer

Nur Bronze für den Markenliebling!
Stiftung Warentest hat 18 Nuss-Nougat-Cremes unter die Lupe genommen. Gleich zwei Konkurrenten schneiden besser ab als der Marktführer. Woran liegt’s?
So wurden die Nuss-Nougat-Cremes getestet
Im Test traten Markenprodukte und Eigenmarken gegeneinander an, darunter sechs Bio- und fünf vegane Cremes sowie neun Produkte ohne Palmöl. Besonders wichtig war den Testern der Geschmack: Das sensorische Urteil machte 45 Prozent der Gesamtnote aus. Geschulte Fachleute verkosteten die Cremes dafür anonymisiert.
Außerdem prüfte Stiftung Warentest die Produkte auf Schadstoffe und Keime, bewertete die Nährstoffzusammensetzung und nahm die Angaben auf den Verpackungen unter die Lupe. Das Ergebnis kann sich insgesamt sehen lassen: Zwölf der 18 Cremes schneiden „gut“ ab, vier „befriedigend“ und zwei „ausreichend“.
Teuerste Marke und Discounter teilen sich Testsieg
Ganz vorne landen mit der Gesamtnote 2,0 zwei sehr unterschiedliche Produkte: eine günstige Eigenmarke vom Discounter und eine vegane dunkle Haselnuss-Creme aus einer Thüringer Manufaktur. Letztere glänzt beim Geschmack sogar mit der Bestnote 1,0: Die Dunkle Haselnusscreme Kräm – Herr Eichhorn pur von Goldhelm schmeckt laut Test-Urteil kräftig nach Haselnuss und besitzt eine deutliche Röstnote. Mit mehr als 50 Prozent Haselnüssen hat sie außerdem den höchsten Nussanteil im Test. Der Haken: 100 Gramm kosten stolze 5,94 Euro.
Deutlich günstiger ist der zweite Testsieger: Für gerade einmal 50 Cent pro 100 Gramm bekommt Nusskati von Aldi im sensorischen Urteil eine 1,5. „Wer weniger ausgeben möchte, macht beim zweiten Testsieger vom Discounter kaum geschmackliche Abstriche“, erklärt Warentest-Ernährungsexpertin Sara Waldau.
Nutella schmeckt top – aber …
Auch Nutella bekommt für den Geschmack die starke Note 1,5. Für den Gesamtsieg reicht es trotzdem nicht. Ein Grund sind die Nährwerte: Mit einem Zuckeranteil von 57 Prozent enthält Nutella laut Stiftung Warentest mehr Zucker als jede andere Creme im Test. Der Haselnussanteil beträgt 13 Prozent – genauso viel wie beim günstigen Testsieger vom Discounter.
Wie süß das tatsächlich ist, zeigt eine Beispielportion: In 20 Gramm Nutella stecken umgerechnet fast vier Stück Würfelzucker. Waldau erinnert deshalb daran: „Wer sich morgens Nuss-Nougat-Creme aufs Frühstücksbrot schmiert, sollte daran denken: Das ist eine Süßigkeit.“ Auch andere Produkte bestehen der Analyse immer noch ungefähr zur Hälfte aus Zucker und zu einem Drittel aus Fett.
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Abführende Wirkung bei Testverlierer?
Trotzdem ist ausgerechnet eine zuckerreduzierte Alternative das schwächste Produkt im Test: Crazy Hazel von Ahead ist nur „ausreichend” (Note 4,0). Es enthält 42 Prozent Maltit. Der Zuckeralkohol kann nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg bei empfindlichen Personen bereits ab zehn Gramm Durchfälle auslösen. Der Hersteller Ahead erklärt RTL hierzu: „Wenn Sie einen großen Esslöffel (unsere Portionsempfehlung) ‚Crazy Hazel‘ essen, nehmen Sie nur etwa 6,5 Gramm Maltit zu sich.”
Auch geschmacklich konnte das Produkt Stiftung Warentest nicht überzeugen. Das Test-Team bemängelt unter anderem eine unharmonische kräftige Süße und einen stumpfen Geschmack, im sensorischen Urteil reicht es deshalb nur für die Note 4,0.
Zudem fand das Labor aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, sogenannte MOAH. Die Stoffgruppe gilt generell als problematisch, weil dazu auch Verbindungen gezählt werden, die möglicherweise krebserregend sind. Ob das auf die vom Labor gefundenen MOAH zutrifft, geht aus dem Test nicht hervor. „Ein Grenzwert ist geplant, noch gibt es nur einen Orientierungswert”, so Stiftung Warentest. „Den hält das Produkt knapp ein. Daher bewerten wir Ahead im Schadstoffurteil mit Ausreichend.”
Ahead erklärt hierzu, der ihnen von Stiftung Warentest mitgeteilte Wert liege „im Spurenbereich und unter dem für diese Produktkategorie herangezogenen Orientierungswert von 1,0 mg/kg.” Die Berichterstattung sei aus Sicht des Herstellers „irreführend”: Sie erzeuge „den Eindruck, in Crazy Hazel sei gezielt eine konkrete krebserregende Substanz nachgewiesen worden. Das ist aus den vorliegenden Ergebnissen nicht ableitbar.”
Verwendete Quelle: Stiftung Warentest. Verbraucherzentrale Hamburg, Ahead


