Preisaufschlag im SupermarktAirfryer-Produkte im Test: Hier zahlen Kunden bis zu viermal so viel!
Airfryer drauf – und plötzlich wird es teuer!
Pommes, Gewürze, Kartoffeln oder sogar Backpulver gibt es inzwischen speziell für die Heißluftfritteuse. Doch braucht es diese Produkte wirklich? Eine Familie macht für RTL den Test – und erlebt beim Blick auf einige Preise eine Überraschung.
Airfryer-Pommes kosten mehr – doch schmecken sie auch besser?
Bei Maria und ihrer Tochter Klara ist die Heißluftfritteuse längst fester Bestandteil der Küche. Deshalb testen die beiden für RTL mehrere Produkte, die ausdrücklich für den Airfryer beworben werden, gegen die klassischen Varianten.
Los geht es mit Pommes. Die normalen kosten im Test 4,98 Euro pro Kilogramm, für die spezielle Airfryer-Version werden 5,58 Euro fällig. Dafür verspricht die Verpackung eine Zubereitungszeit von sieben Minuten. Bei den herkömmlichen Pommes sind es im Airfryer acht bis zehn Minuten.
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Beim Geschmack können Maria und Klara allerdings keinen klaren Sieger ausmachen. Die Airfryer-Pommes sind dünner und knuspriger, die normalen etwas dicker. „Geschmacklich sind sie beide gut“, lautet Marias Fazit.
Ernährungsexpertin Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin schaut deshalb auf die Zutaten – und sieht auch dort keinen großen Unterschied. Kartoffel- und Panadenanteil seien sehr ähnlich. Die Airfryer-Pommes enthalten allerdings etwas mehr Fett und eine etwas andere Panade.
Für Schautz lässt sich der höhere Preis damit kaum erklären: „Der Preis der Zutaten, der ist es nicht. Das ist eher ein Airfryer-Aufschlag.“
Der Händler verweist auf den besonders dünnen Schnitt und einen speziellen Knuspermantel. Der endgültige Verkaufspreis liege allerdings im Ermessen der jeweiligen Handelsunternehmen.
Airfryer-Gewürz ist pro Kilo rund 43 Prozent teurer
Beim nächsten Produkt fällt der Unterschied noch deutlicher aus. Zwei Pommes-Gewürze kosten im Test jeweils 3,99 Euro. In der Airfryer-Packung stecken allerdings 30 Gramm weniger. Auf den Kilopreis gerechnet ist sie dadurch rund 43 Prozent teurer.
Das spezielle Gewürz soll für ein knuspriges Ergebnis sorgen. Im Praxistest können Maria und Klara davon jedoch nichts feststellen. „Gibt keinen Unterschied in der Knusprigkeit“, urteilt Maria.
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In der Airfryer-Variante steckt zusätzlich Paprikapulver. Das könne einen etwas höheren Preis rechtfertigen, erklärt Verbraucherschützerin Schautz – den tatsächlich verlangten Aufschlag aus ihrer Sicht allerdings nicht.
Der Hersteller hält dagegen: Hinter dem Produkt stehe eine eigens abgestimmte Rezeptur. Der Preis spiegele auch die Entwicklung speziell für die neue Zubereitungsart wider.
Sogar Kartoffeln werden speziell für den Airfryer verkauft
Doch braucht selbst eine Kartoffel inzwischen ein Airfryer-Label? Im Test kosten festkochende Speisekartoffeln 1,25 Euro pro Kilogramm, die als Airfryer-Produkt angebotenen Kartoffeln dagegen 1,59 Euro.
Beim genaueren Hinsehen fällt Maria und Klara etwas auf: Beide Packungen enthalten sogar dieselbe Kartoffelsorte Monique. Der Hersteller begründet den höheren Preis unter anderem mit kleineren und dadurch einfacher zu verarbeitenden Kartoffeln sowie der Auswahl einer besonders geeigneten Sorte und der speziellen Kennzeichnung. Im Praxistest können Maria und Klara allerdings keinen entscheidenden Vorteil feststellen.
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Auch die Ernährungsexpertin würde hier zum Preisvergleich raten. Wer festkochende Kartoffeln kaufe, könne sich ihrer Einschätzung nach den Aufpreis für die Airfryer-Version sparen.
Airfryer-Ölspray kostet fast viermal so viel
Besonders groß wird der Preisunterschied beim Öl. Das getestete Airfryer-Spray besteht zu 70 Prozent aus Sonnenblumenöl und zu 30 Prozent aus Rapsöl. Der Vorteil: Das Fett lässt sich fein aufsprühen und damit leichter dosieren.
Das gefällt auch Maria. Beim normalen Öl habe sie vermutlich deutlich mehr auf ihre Kartoffeln gegeben, stellt sie im Test fest.
Dieser Komfort kostet allerdings: Auf einen Liter hochgerechnet ist das Spray fast viermal so teuer wie herkömmliches Raps- und Sonnenblumenöl. Der Hersteller erklärt den Aufpreis mit der technisch aufwendigeren Abfüllung in Spraydosen und höheren Verpackungskosten.
Fast vierfacher Preis für Airfryer-Backpulver
Und selbst beim Backpulver gibt es inzwischen eine spezielle Airfryer-Version. Herkömmliches Backpulver kostet im RTL-Vergleich 8,06 Euro pro Kilogramm, beim Airfryer-Produkt sind es satte 23,94 Euro.
Maria backt deshalb zwei Portionen Muffins nach demselben Rezept. Der einzige Unterschied: einmal kommt normales, einmal Airfryer-Backpulver hinein. Das Ergebnis überrascht sie: Beide Muffins sind gleichzeitig fertig, auch beim Aufgehen ist kein sichtbarer Unterschied zu erkennen.
Ganz identisch sind die Zutaten allerdings nicht. Die Airfryer-Version enthält ein zusätzliches Triebmittel. Der Hersteller verweist auf die speziell entwickelte Rezeptur und den zusätzlichen Rohstoff Glucono-delta-lacton als Gründe für den höheren Preis.
Verbraucherschützerin Schautz überzeugt das Ergebnis im Test trotzdem nicht: „Man sieht, das Ergebnis ist eigentlich das gleiche. Ich zahle hier also einen Aufschlag für etwas, was eigentlich keinen Mehrwert bringt.“
Nicht jedes Airfryer-Produkt ist automatisch teurer
Dass das Airfryer-Label aber nicht zwangsläufig einen Preisaufschlag bedeutet, zeigt der letzte Vergleich. Eine kleine Pizza kostet umgerechnet 11,63 Euro pro Kilogramm, der getestete Airfryer-Snack dagegen 11,23 Euro.
Auch geschmacklich schneiden beide Varianten bei Maria und Klara gut ab. Am Ende ist vor allem entscheidend, ob man lieber einen dickeren oder dünneren Teig mag.
Das Fazit des RTL-Tests: Spezielle Airfryer-Produkte sind nicht automatisch besser – und teilweise deutlich teurer. Bei allen getesteten Lebensmitteln funktioniert auch die klassische Variante in der Heißluftfritteuse. Wer sparen möchte, sollte deshalb vor allem den Kilopreis vergleichen und einen Blick auf die Zutatenliste werfen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche





