Kälte gegen KrebsBrustkrebs einfrieren! Therapie ganz ohne Chemo im Check
Eine Krebsbehandlung ohne Vollnarkose, ohne Schnitte und ohne Narben!
Etwa jede achte Frau wird in ihrem Leben mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Doch es gibt jetzt eine Methode, bei der bestimmte Tumorarten einfach vereist werden. Mehrere Kliniken in Deutschland wenden das Verfahren an und sind damit erfolgreich. Wir haben bei einem Experten nachgefragt.
Minimal-invasive Technik zur Behandlung von Tumoren
Kryoablation heißt das Verfahren, das gegen gut- und bösartige Tumore, unter anderem in der Brust eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um eine minimal-invasive Behandlungs-Technik, bei der mit einer Sonde ein Eisball an den Tumor geführt wird. Dr. med. Gebhard Schmid, Chefarzt der Radiologie am Johanna Etienne Krankenhaus in Neuss, hat sich auf die Bereiche Neuroradiologie und Kryotherapie spezialisiert.
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„Im Tumor brauchen wir mindestens minus 20 bis minus 40 Grad. Es wird zweimal schnell eingefroren und zweimal schnell aufgetaut. Und durch Kristallbildung, Verschluss der Gefäße und die Osmose, also eine Zerstörung der Zellwand durch die dann Flüssigkeit aus den Zellen austritt, kommt es dazu, dass der Tumor dann kaputt ist”, erklärt der Mediziner das Kryoablation-Verfahren im RTL-Interview.
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Narben entstehen durch die Behandlung mit der Sonde in der Regel nicht. Die Patientin kann nach einer örtlichen Betäubung das Krankenhaus direkt wieder verlassen. „Es ist ein innovatives Verfahren. Wir führen es derzeit hauptsächlich bei neu aufgetretenem Brustkrebs im Bereich der Brustwand durch. Wir machen es dort vorwiegend bei älteren Patienten, die eine OP ablehnen und auch bei jüngeren Patienten, die einer OP ablehnend gegenüberstehen”, so Dr. Schmid.

Auch andere Tumore wie zum Beispiel Leber-, Lungen- oder Knochentumore können durch Kryoablation behandelt werden ‒ sofern sie noch nicht gestreut haben, von außen gut erreichbar sind und die Größe von vier bis fünf Zentimeter nicht überschreiten. Der Nachteil: Noch übernehmen die Krankenkassen die Methode nicht standardmäßig. Patientinnen müssen einen Antrag stellen, um die Kosten erstattet zu bekommen.
Verwendete Quellen: RTL


