Endlich Entlastung findenPflege-Fragen überfordern euch? So geht der barrierefreie Umbau!

Orientierung im Dschungel der Pflegeleistungen: Nach einer Beratung haben Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Klarheit.
Orientierung im Dschungel der Pflegeleistungen: Nach einer Beratung haben Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Klarheit.
Franziska Gabbert

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen stehen immer wieder vor Themen, bei denen Rat von Profis gefragt ist. Wie findet man passende Beratungsangebote und holt das Beste aus dem Termin raus?

Wie genau gehen wir den barrierefreien Badezimmerumbau an? Wie kann die Tochter, die einen Großteil der Pflege stemmt, entlastet werden? Pflegebedürftige und ihre Angehörigen fühlen sich bei Fragen wie diesen manchmal ziemlich überfordert.

Gut, wenn jemand, der sich auskennt, einmal auf die Situation schaut - im Rahmen einer Beratung zur Pflege. Was dabei nicht jeder auf dem Schirm hat: Solche Angebote sind für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kostenfrei, so das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Die Pflegekasse übernimmt die Kosten.

Wo Interessierte Beratungsangebote finden

Beratung zur Pflege ist regional mitunter ganz unterschiedlich organisiert. Angebote gibt es unter anderem von Pflegekassen, privaten Pflegeversicherungen, Pflegestützpunkten, Wohlfahrtsverbänden und Kommunen, zählt das ZQP auf. Neben allgemeinen Beratungsangeboten gibt es auch solche zu speziellen Themen wie dem Umgang mit Demenz oder zum Wohnen. Suchen kann man danach in einer Datenbank des ZQP.

Was man von einem Beratungsangebot erwarten darf

Ein gutes Beratungsangebot berücksichtigt die individuelle Lebenssituation der pflegebedürftigen Person und ihrer Angehörigen. Bedürfnisse und Wünsche fließen also mit ein. Der Berater oder die Beraterin zeigt Handlungsmöglichkeiten und Angebote auf, für die sich der oder die Pflegebedürftige dann selbstbestimmt entscheiden kann, so das ZQP.

Wie man den Termin gut vorbereitet

Ein passendes Angebot gefunden? Um das Beste aus dem Termin herauszuholen, ist eine gründliche Vorbereitung wichtig. „Ich würde pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen empfehlen, sich vor einer Beratung Notizen zu wichtigen Themen und Fragen zu machen“, rät Daniela Sulmann, ZQP-Pflegeexpertin. Fragen, an denen man sich orientieren kann, sind:

In welchem Fall regelmäßige Beratung Pflicht ist

In einem Fall sind regelmäßige Beratungstermine Pflicht. Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2, die zu Hause leben und ausschließlich Pflegegeld empfangen, also keinen ambulanten Pflegedienst nutzen, müssen sich regelmäßig beraten lassen. Ziel ist, die Qualität der häuslichen Versorgung sicherzustellen, heißt es vom Pflegewegweiser NRW.

Die Beratung soll einmal im Halbjahr geschehen. In der Regel kommt ein ambulanter Pflegedienst vorbei, um die Beratung durchzuführen. Wer die Termine nicht wahrnimmt, muss damit rechnen, dass das Pflegegeld gekürzt wird.

Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 4 und 5, die zu Hause leben, können zudem freiwillig vierteljährlich eine weitere Beratung in Anspruch nehmen.

Verwendete Quellen: awi/dpa