Teil zwei ihres Debüt-Falles"Tatort: Unter Feinden": Erster Showdown für Şahin und Krieger

Im zweiten Teil der Kieler "Tatort"-Doppelfolge mit dem neuen Team glaubt Mila Şahin nicht an den Suizid ihrer Freundin. Gegen den Willen ihres Chefs holt sie Polizeipsychologin Elli Krieger an ihre Seite. Lohnt sich das Einschalten bei "Unter Feinden"?
In der vergangenen Woche feierten Almila Bagriacik (36) und Karoline Schuch (44) ihren Einstand als Kieler "Tatort"-Team in "Unter Freunden". Viel hat man von den beiden im Duo Mila Şahin und Elli Krieger aber noch nicht zu sehen bekommen. Das ändert sich in Teil zwei der Doppelfolge "Unter Feinden", die am 18. Oktober ausgestrahlt wird (20:15 Uhr im Ersten oder vorab in der ARD Mediathek).
Rückblick auf Teil 1
Zunächst ermittelte Mila Şahin mit ihrer neuen Kollegin und alten Freundin Anna Nowak (Lilith Stangenberg), die sie noch von der Polizeischule kennt. Die beiden wollten gemeinsam den Tod einer jungen Frau aufklären, deren Leiche in der Förde trieb. Inzwischen ist auch ihr Partner tot aufgefunden worden - ein weiterer Suizid?
Weil Şahin und Nowak einen Zusammenhang mit verdächtigen Kontobewegungen des Tech-Unternehmens Prometheus vermuteten, zogen sie den Kollegen Jan Kuper (Sven Schelker) vom LKA hinzu. Anstatt zu ermitteln, begann der Wirtschaftskriminalist aber lieber eine von Drogenmissbrauch geprägte Liaison mit Nowak. Mit weitreichenden Folgen...
Darum geht es in "Unter Feinden"
Anna Nowak wurde tot in einer Hütte am See aufgefunden, sie ist an einer Überdosis Heroin gestorben. Mila Şahin kann nicht glauben, dass ihre Freundin Suizid begangen hat. Vielmehr vermutet sie Jan Kuper hinter dem tragischen Unglück. Sie hegt schon länger den Verdacht, dass ihr Kollege korrupt ist und deshalb auch die Prometheus-Morde vertuschen will.
Doch weil Robert Iwersen (Yorck Dippe), der nach ihrem Verzicht die Stelle des Kripo-Leiters angetreten hat, Şahin bei den internen Ermittlungen gegen den Kollegen nicht helfen will, muss sie sich abseits der Dienstvorschriften bewegen. Unterstützung fordert sie dabei von Polizeipsychologin Elli Krieger, der Nowak sich kurz vor ihrem Tod anvertraut hatte. Gemeinsam wollen die beiden Kuper zur Rede stellen, der inzwischen auch Probleme mit der Mafia hat - und begeben sich dabei in Lebensgefahr.
Lohnt sich das Einschalten?
Ja, wenn man Teil 1 noch gut im Kopf hat. Wie schon bei "Unter Freunden" ist auch bei "Unter Feinden" die Frage nach dem Täter längst geklärt, die Geschichte wird aber schön zu Ende gebracht. Die Spannung des Krimis speist sich deswegen nicht aus der Suche nach Antworten, sondern aus der Hoffnung, dass Şahin die Böswichte in ihren ersten Ermittlungen ohne Borowski (Axel Milberg) doch noch überführen kann. Durch die geschickte Erzählweise gelingt es dem Film, trotz Ausflügen in etwas abstruse Mafia-Welten bis zum Ende spannend zu bleiben. Er beschert seinen neuen Ermittlerinnen gleich den ersten nervenkitzelnden Showdown in einem Kiel, das in der Ära nach Borowski ganz schön modern und düster wirken kann.
Während sich Karoline Schuch als Elli Krieger in Teil 1 noch weitgehend im Hintergrund hielt, wird sie nach dem Tod von Nowak zu Şahins wichtiger - und einziger - Unterstützung. Dabei ist ihre Rolle so ganz anders als die der sonstigen "Tatort"-Kommissare: Als Polizeipsychologin blickt Krieger "von innen" auf die Fälle, stellt pointierte, offene Fragen und versucht, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen. Dadurch entsteht ein schöner Kontrast zu der anpackenden und vorpreschenden Şahin.
Schuch, selbst studierte Diplom-Psychologin, bekam bei ihrer Rolle Unterstützung von Polizeipsychologin Claudia Brockmann. Sie wolle eine Lanze für mehr Psychologie in der Polizei brechen, erzählt die Schauspielerin im Interview mit spot on news. "Bei einer klassischen Kommissarin hätte ich nicht gewusst, was ich da noch für eine Farbe in die Mannigfaltigkeit der filmischen Kriminalkommissare in Deutschland reinbringen soll", erklärt sie zudem. Sie freue sich sehr, ihre Elli in Zukunft noch besser kennenzulernen. "Daran wird man sich auch in Zukunft noch die Zähne ausbeißen", scherzt sie in Bezug auf deren zugeknöpfte Art. Und nach diesem gelungenen Einstand darf man auf jeden Fall gespannt bleiben.
(eyn/spot)


