„Ich bin es so satt, dass Männer das Aussehen einer Frau beleidigen"

Zu „hässlich“ für Selfies? Bloggerin mit Freeman-Sheldon-Syndrom wehrt sich erfolgreich gegen Hater

© twitter.com/melissablake

10. September 2019 - 16:18 Uhr

Jetzt erst recht!

Melissa Blake (38) lebt mit dem Freeman-Sheldon-Syndrom, einer seltenen Erbkrankheit. Das hält sie aber nicht davon ab, das Leben zu genießen und in ihrem Blog über Dinge zu schreiben, die sie liebt. Nachdem einige Menschen sie im Netz immer wieder beleidigten und sagten, sie sei "zu hässlich für Selfies", wehrt sie sich mit einem Post bei Twitter und gewinnt damit die Herzen der User im Sturm.

Melissa lächelt ihren Hatern ins Gesicht

Obwohl sie ständig beleidigenden Kommentaren im Internet ausgesetzt ist, lässt sich Melissa nicht kleinkriegen. Bei Twitter wehrt sie sich vor wenigen Tagen mit einem Post gegen die Internet-Trolle. "Während der letzten Runde vom Trollgate sagten die Leute, dass ich keine Fotos von mir posten darf, weil ich zu hässlich bin", erklärt Melissa in ihrem Tweet und fügt hinzu: "Ich möchte diesen Anlass mit diesen drei Selfies feiern."

Viele Menschen loben sie dafür, wie sie sich gegen ihre Hater wehrt, viele Fans bezeichnen ihre Aktion als mutig. "Ich finde, du siehst süß aus! Du hast ein ansteckend glückliches Gesicht!", schreibt eine Userin. "Ich bin stolz auf dich. Du trotzt weiterhin denen, die versuchen, dich zum Schweigen zu bringen und das mit einer positiven Einstellung", kommentiert eine andere Dame den Tweet. "Das ist genial, Melissa, ziemlich inspirierend", freut sich ein Mann. "Ich persönlich liebe dein Gesicht und deine Einstellung", schreibt er zu Melissas Selfies.

Bereits in einem anderen Tweet aus August, den sie nun erneut postete, erklärt sie, wie schwierig es manchmal ist, in ihrer Haut zu stecken: "Ich bin es so satt, dass Leute (sprich: Männer) denken, dass es in Ordnung ist, das Aussehen einer Frau zu beleidigen. Ja, meine Behinderung lässt mich komisch aussehen. Glaubt mir, ich weiß das. Ich wusste das mein ganzes Leben."

Melissas mutiger Selfie-Tweet wurde bereits über 17.000 Mal geteilt und bekam über 223.000 Likes. Nachdem Menschen sie so oft als fett, hässlich und als Blobfisch beschimpft haben, ist die junge Frau nun ganz überwältigt von den positiven Reaktionen.

Die 38-Jährige schreibt bei Twitter, nachdem ihr Tweet viral ging: "Ich habe all eure wundervollen Kommentare und Nachrichten gelesen und wollte euch nur ein millionenfaches Dankeschön sagen. Ihr habt keine Ahnung, wie schön es ist, Nachrichten zu lesen, die nicht von Twitter-Dude-Bots stammen, oder von jemandem, der euer Erscheinungsbild beleidigt, weil er euren Kommentar nicht mag."

Melissa leidet unter dem Freeman-Sheldon-Syndrom

Melissa leidet unter dem Freeman-Sheldon-Syndrom, eine genetisch bedingte Knochen- und Muskelstörung. Betroffene dieser sehr seltenen Erbkrankheit haben körperliche, aber keine geistigen Behinderungen.

In ihrem Blog "So About What I Said" schreibt sie über Musik, Politik und andere Themen, die sie bewegen. Sogar für die "New York Times" durfte sie schon einen kritischen Kommentar über US-Präsident Trumps Behinderten-unfreundlichen Administration schreiben. Mit ihrem Blog will sie auch auf Menschen mit Behinderung aufmerksam machen.

Auf Twitter verrät sie ihren Followern auch, dass sie sich gerne freiwillig für eine TV-Show anmelden würde - Melissa wäre gerne die erste Bachelorette mit Behinderung. "Weil es schade ist, dass es noch keine gab", wie sie sagt. Wir drücken die Daumen!