Mit fremden Federn schmücken? Verboten!

Hamburger Zoll beschlagnahmt Kopfschmuck aus Federn von artengeschützten Papageien

Der "Schöne Stammesschmuck im Amazonas-Style" wurde für 400 Euro im Internet angeboten.
Der "Schöne Stammesschmuck im Amazonas-Style" wurde für 400 Euro im Internet angeboten.
© Hauptzollamt Hamburg

30. November 2021 - 13:40 Uhr

Online-Shopping geht gehörig schief

Im Internet finden Raritätensammler und Liebhaber außergewöhnlicher Dinge so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Zu diesen exklusiven Dingen gehört wohl auch ein Kopfschmuck aus echten Federn. Der Preis im Netz: 400 Euro! Doch am Ende wartet auf die Online-Shopperin nicht ihre neue gefiederte Kopfbedeckung, sondern eine böse Überraschung!

Hübsch anzusehen, aber illegal

Bereits im August 2021 entdeckten Zollbeamte aus Hamburg in einem Paket aus der Schweiz die ungewöhnliche Ladung: Ein kleines Paket bestückt mit einem imposanten Stammesschmuck aus echten Papageienfedern. Schnell ist klar: Elf der 39 verarbeiteten Federn stammen von artengeschützten Papageien und hätten weder verarbeitet noch verschickt werden dürfen. Hübsch anzusehen, aber illegal: Die zehn blauen Federn stammen von Gelbbrustaras, eine dekorative rote Feder stammt von einem Grünflügelara.

Beide Papageienarten sind vom Aussterben bedroht und fallen unter den Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Eine Einfuhr in die Europäische Union ist daher nur mit artenschutzrechtlicher Genehmigungen erlaubt, zum Beispiel für Tiere aus Zuchtbetrieben.

Nicht einfach kaufen, sondern vorab informieren

Die Käuferin vertraute auf die Angaben der Schweizer Verkäuferns im Internet, dass er alle erforderlichen Genehmigungen für die Federhaube zur Verfügung stellen könnte und bestellte die außergewöhnliche Ware für 400 Euro. Angepriesen wurde das gute Stück so: "Schöner Stammesschmuck im Amazonas-Style". Da die beim Zoll vorgelegten Bescheinigungen aber nicht für eine Einfuhr aus der Schweiz galten, stellte der Hamburger Zoll den Stammesschmuck sicher. "Im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft weist der Zoll mit diesem Fall exemplarisch darauf hin, dass Bestellungen im Internet über EU-Grenzen hinweg immer wieder zu bösen Überraschungen führen können", so Zoll-Sprecherin Kristina Severon. Vor einem Kauf solle man sich über die Einfuhbestimmungen informieren. (cto)