Banken müssen Gebühren zurückzahlen - so kommen Sie an Ihr Geld!

Kontogebühren: Viele Kunden haben unrechtmäßige Erhöhungen gar nicht bemerkt

Haben Sie unrechtmäßige Kontogebühren gezahlt? Holen Sie sich Ihr Geld zurück!
Haben Sie unrechtmäßige Kontogebühren gezahlt? Holen Sie sich Ihr Geld zurück!
© Getty Images/Vetta, aphrodite74, iStockphoto

15. Juni 2021 - 10:26 Uhr

Viele Banken und Sparkassen haben an Gebührenschraube gedreht

Haben Sie es auf Ihrem Konto auch bemerkt? Viele Banken und Sparkassen haben einer Umfrage zufolge in den vergangenen Jahren an der Gebührenschraube gedreht. Der Grund: Kreditinstituten brechen in der Zinsflaute die Erträge weg. Viele Geldhäuser verlangen daher höhere Gebühren. Doch nicht alle Kunden haben das bislang bemerkt. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. So können Sie sich Ihr Geld zurückholen!

Umfrage: 20 Prozent haben Erhöhung nicht bemerkt

Wissen Sie, ob Ihr Geldinstitut in letzter Zeit an der Gebührenschraube gedreht hat? Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox berichteten 40 Prozent der Befragten laut einer Umfrage im Juni von Gebührenerhöhungen für das Girokonto seit Anfang 2018. Weitere 20 Prozent wussten aber nicht, ob ihr Finanzinstitut für Kontoführung und andere Leistungen mehr Geld verlangt. "Bei der bislang gängigen Praxis der stillschweigenden Zustimmung haben viele Bankkunden von angekündigten Gebührenerhöhungen oft gar nichts bemerkt", erläuterte Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox Finanzvergleich.

BGH hat entschieden: Banken müssen Zustimmung einholen

Nach einem Urteil aus Karlsruhe ist damit Schluss. Der Bundesgerichtshof entschied am 27. April in einem Verfahren um die Postbank, dass Banken bei Änderungen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Zustimmung ihrer Kunden einholen müssen, also beispielsweise bei Gebührenerhöhungen. Die vorausgesetzte stillschweigende Zustimmung benachteilige Kunden unangemessen. Laut Stiftung Warentest können viele Kunden nun einen Teil der zuviel gezahlten Gebühren zurückfordern - rückwirkend bis zum 1. Januar 2018.

Auch nach Auffassung von Verbraucherschützern ergeben sich aus dem Urteil Ansprüche für Kunden der Postbank und anderer Institute. Der Ball liege jetzt bei Banken und Sparkassen. "Wir erwarten, dass sie unverzüglich zu Unrecht vereinnahmte Gelder zurückerstatten und rechtswidrige Vertragsänderungen rückgängig machen", sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, jüngst.

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Ein Drittel der Befragten hat Gerichtsentscheid nicht mitbekommen

Verivox zufolge würde sich die große Mehrheit der Befragten (82 Prozent) zu viel gezahlte Gebühren grundsätzlich von ihrem Institut erstatten lassen, wenn sie darauf einen Anspruch hätten. Allerdings hat mehr als ein Drittel (36 Prozent) bislang nichts von der BGH-Entscheidung mitbekommen.

Künftig brauchen Banken die aktive Zustimmung ihrer Kunden, wenn sie an der Gebührenschraube drehen wollen. Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) würde bei Erhöhungen bis 20 Euro pro Jahr das Institut wechseln. Für gut ein Viertel (26 Prozent) wären 21 bis und 40 Euro jährlich mehr ein Grund, sich ein anderes Geldhaus zu suchen. Zusammengenommen ebenfalls etwa ein Viertel würde bei Erhöhungen von 41 bis 60 Euro oder über 60 Euro die Reißleine ziehen.

So können Sie Ihr Recht auf Erstattung durchsetzen

Wer bei monatlichen Pauschal­gebühren leicht ausrechnen kann, wie viel Geld seine Bank oder Sparkasse zu erstatten hat, kann gleich Zahlung fordern, erläutert dazu Stiftung Warentest. Wo es – wegen zusätzlicher Gebühren für einzelne Buchungen etwa – komplizierter ist, kann die Forderung vorbereitet werden, indem zunächst eine Aufstellung der gezahlten Gebühren angefordert werde, zu der Banken und Sparkassen von Gesetzes wegen verpflichtet sind, so die Stiftung. Wichtig sei, zu beachten, welche Gebühren bei Konto­eröff­nung gezahlt worden seien und das müsse der Verbraucher oft selbst heraus­finden. "Sie haben zwar auch ein Recht auf Information über die Preise bei Konto­eröff­nung, aber das ist verjährt, wenn Sie das Konto vor dem 1. Januar 2018 eröffnet haben", so die Tester.

TIPP: Im Internet finden Sie auf zahlreichen Verbraucherportalen Musterbriefe – so zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen.

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