WM-Verschwörung? Spanien wehrt Spekulationen ab

Riesenwirbel um Japans Siegtor - mit fatalen Folgen fürs DFB-Team

221201 -- DOHA, Dec. 1, 2022 -- Mitoma Kaoru L of Japan vies for the ball before Ao Tanaka scores team s second goal during the Group E match between Japan and Spain at the 2022 FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball at Khalifa International
War der Ball im Aus -oder nicht?
www.imago-images.de, IMAGO/Xinhua, IMAGO/Chen Cheng

"Ich bin nicht glücklich." Das sagt Spaniens Fußball-Nationaltrainer Luis Enrique nach dem vergeigten WM-Gruppenfinale gegen Japan. Spanien hatte verloren, 1:2. Nur zu gut weiß er, dass die Unkenrufe von vor dem Spiel nun als laute Echos zurück hallen. Deutschland ist raus aus dem Turnier - na klar, wegen des eigenen Unvermögens im ersten WM-Spiel gegen Japan. Aber auch, weil Spanien sich nicht durchsetzen kann und Japan so als Gruppenerster dem DFB-Team den Garaus macht – schon vorab gab es in Spanien wilde Debatten, ob Platz zwei nicht vielleicht besser sei, weil der weitere Weg durchs Turnier dann mutmaßlich einfacher sei.

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Luis Enrique: "Ich feiere niemals eine Niederlage"

Die Situation ist vor Anpfiff beider Partien vertrackt - vor allem für Deutschland. Das DFB-Team muss gewinnen. Und zugleich auf Spanien setzen. Das wissen alle, alle möglichen Konstellationen werden durchgerechnet, jede Eventualität in den Medien verbreitet. Auch die, dass Spanien ja womöglich absichtlich verlieren könnte, das bringt die spanische Presse übrigens selbst auf. Nicht, um Deutschland eins auszuwischen, sondern um selbst "nur" Gruppenzweiter zu werden.

Es ist der vermeintlich leichtere Weg durchs weitere Turnier. Statt dem Vize-Weltmeister von 2018, Kroatien, wartet im Achtelfinale das weniger stark eingeschätzte Marokko als Gegner. Im Viertelfinale gehen die Spanier nun wohl einem der ganz großen Favoriten, Brasilien, aus dem Weg. Ein Duell mit den Südamerikanern kann es jetzt erst im Finale geben, sollten diese den Gruppensieg nicht am Freitag noch völlig überraschend herschenken.

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"Wir haben uns qualifiziert, aber ich hätte es bevorzugt, die Gruppe als Erster zu beenden", betont Enrique vehement und wischt damit alle Diskussionen im Bereich der Verschwörungen ab. "Ich feiere niemals eine Niederlage. Es hat sich vieles verändert im Turnier dadurch - aber ich habe gar nichts zu feiern." Vor allem die schwache zweite Halbzeit, in der sein personell mit Anpfiff wild durchrotiertes Team phasenweise völlig ratlos und überfordert wirkte, lässt Enrique hadern. Und eben die Schummel-Spekulationen neu wabern. "Manchmal passieren solche Sachen im Fußball.“

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War der Ball doch noch irgendwie im Spiel?

Eine Szene sorgt derweil für mächtig Aufsehen. Das Tor von Ao Tanaka zum 2:1-Endstand wird lange vom VAR überprüft. Der Freiburger Ritsu Doan hat sich im rechten Strafraum durchgesetzt und den Ball an den zweiten Pfosten gepasst. Doch dieser Pass wirkt einen Ticken zu lang, ist der Ball nicht im Aus? Kaoru Mitoma rutscht an der Grundlinie hinein, bringt den Ball zu Tanaka, der muss nur noch einschieben. Dann beginnt das bange Warten, bis der VAR entscheidet: Der Ball war nicht komplett über der Linie. Anhand von TV-Bildern ist das nicht gänzlich aufzuklären, ARD-Expertin Almuth Schult urteilt aber genau wie der VAR, dass der Ball wohl tatsächlich die ganze Zeit im Spiel war.

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Selbst nach Ansicht der Videobilder und Fotos waren sich die Beteiligten indes noch unsicher. "Auf der Video-Anzeigetafel hatte ich das Gefühl, dass der Ball aus dem Spielfeld war", sagte Spaniens Innenverteidiger Pau Torres: "Aber der VAR ist nicht ohne Grund da".

"Für mich war er halb aus, aber so richtig konnte ich es nicht sehen. Wenn er ihn aus gegeben hätte und das Tor nicht gezählt hätte, hätte ich es akzeptiert und wäre nicht enttäuscht gewesen", sagte Tanaka. Sein Coach äußerte sich auch diplomatisch. "Heutzutage gibt es eine großartige Technologie auf der großen Fußballbühne", sagte Hajime Moriyasu, "und wenn der Ball wirklich im Aus gewesen wäre, hätte es nicht gezählt. Der Schiedsrichter hat entschieden, dass der Ball drin war, und das haben wir respektiert. Aber wir waren bereit, es so oder so zu akzeptieren."

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Die internationale Presse hält es nicht davon ab, die fragwürdige Szene aufzukochen: "Sie denken, der Ball ist über der Linie ... aber er ist es NICHT! Die deutschen Herzen werden gebrochen, als sie aus der WM geworfen werden, nachdem das japanische Tor gegen Spanien zählt - der Ball ist mit der kleinsten Spanne im Spiel", schreibt die "Daily Mail". "The Times" meldet: "Der Ball bleibt drin ... Deutschland fliegt raus." (tno/ara)