Zum 46. Geburtstag

Wladimir Klitschko: Die Karriere einer Boxlegende

Wladimir Klitschko wird heute 46 Jahre alt.
Wladimir Klitschko wird heute 46 Jahre alt.
© dpa, Wladimir Klitschko, pte

24. März 2022 - 23:19 Uhr

Es ist sein Geburtstag, es ist der wohl traurigste, schlimmste in seinem Leben: Wladimir Klitschko wird heute 46 Jahre alt. Mitten in einer belagerten Stadt, mitten in Kiew. Seiner Heimat. Gemeinsam mit seinem Bruder Vitali, dem Bürgermeister, kämpft er den Kampf seines Lebens. Für die Freiheit der Ukraine. Gegen die russischen Invasoren. Wladimir, eine Boxlegende, ein Repräsentant der Ukraine in aller Welt, blickt zurück auf eine eindrucksvolle Karriere.

Olympia-Gold und WM-Titel

Seine Leidenschaft am Boxen entdeckte Wladimir im Alter von 14 Jahren. Schon drei Jahre später war er Junioren-Europameister und startete fortan eine beeindruckende Amateurkarriere. Sammelte Erfolge und Titel im Eiltempo. Mit dem Höhepunkt bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta – mit 20 Jahren gewann er für die Ukraine die Goldmedaille im Superschwergewicht.

Wenig später wechselte er ins Profilager. Sein Debüt feierte er am 16. November 1996 gegen den Mexikaner Fabian Meza. Und was für eines: K.o.-Sieg in Runde 1. Es sollte nur vier Jahre dauern, bis Wladimir auf dem Box-Olymp thronte.

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Am 14. Oktober 2000 holte sich Wladimir, der jüngere der beiden Klitschko-Brüder, durch einen Sieg gegen Chris Byrd den Weltmeistertitel des Verbandes WBO. Fünf Titelverteidigungen folgten, ehe er ihn am 8. März 2003 überraschend nach einem Technischen K.o. in der 2. Runde an den Südafrikaner Corrie Sanders verlor.

Alle vier Gürtel bei den Klitschkos

Nach einer sportlicher Achterbahnfahrt, krallte sich Klitschko am 22. April 2006 – erneut gegen Byrd – Titel der Verbände IBF und IBO. Und schrieb wenig später Boxgeschichte. Am 23. Februar 2008 im New Yorker Madison Square Garden besiegte Wladimir WBO-Weltmeister Sultan Ibragimov in einem Titelvereinigungskampf über 12 Runden. Mit diesem Sieg glückte ihm die erste Teilvereinigung im Schwergewicht seit dem großen Lennox Lewis Ende der Neunziger.

Am 2. Juli 2011 meißelte Wladimir mit einem deutlichen Punktsieg über den Briten David Haye die Klitschko-Vorherrschaft im Schwergewicht in Stein. Durch den Erfolg sicherte sich der jüngere Klitschko-Bruder neben dem WBO- und IBF- sowie dem weniger bedeutsamen IBO-Titel auch den WBA-Gürtel. Bruder Vitali trug den Gürtel des Verbandes WBC. Damit waren alle vier bedeutenden WM-Titel in der Hand der Familie Klitschko - ein Novum in der Box-Geschichte.

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Tiefpunkt gegen Fury

Nach seinem Sieg gegen Haye feierte Wladimir gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck ein kleines Jubiläum. Der K.o.-Sieg gegen den ehemaligen Weltmeister im Cruisergewicht war der 50. seiner Karriere, und es sollte nicht der letzte bleiben. Ob Tony Thompson, Alexander Povetkin oder Kubrat Pulev – kein Kontrahent war der Ausnahmeerscheinung im Schwergewicht gewachsen.

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Erst am 28. November 2015, einem der schwärzesten Tage in Wladimirs Karriere, wurde 'Dr. Steelhammer' daran erinnert, was es heißt, als Verlierer den Ring zu verlassen. In einem denkwürdigen Kampf unterlag er Pflichtherausforderer Tyson Fury einstimmig nach Punkten. Nach über neun Jahren musste einer der größten Boxer der Geschichte seine Weltmeistertitel abtreten.

Karriereende nach Joshua-Niederlage

Sein Versuch, sich die Gürtel von WBA, IBF und IBO zurückzuholen, scheiterte am 29. April 2017 im Generationen-Duell Londoner Wembley-Stadion. Gegen den britischen Shooting-Star und K.o.-König Anthony Joshua, einst Sparringspartner Klitschkos, verlor der Ukrainer nach großartigem Kampf durch Technischen K.o. in der 11. Runde. Der Mega-Fight vor 90.000 Zuschauern war auch ein Fight jung gegen alt, den der 14 Jahre jüngere Joshua (27) gegen Klitschko für sich entschied.

Zum anvisierten Rückkampf kam es nicht. Am 3. August 2017 gab der langjährige Champion seinen Rückzug aus dem Boxsport bekannt. (tme)

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Exklusiv-Moderatorin Bella Lesnik spricht mit Sportmoderator Andreas von Thien darüber, warum die Klitschkos für ihre Werte bis zum Äußersten gehen.