6. Oktober 2018 - 13:48 Uhr

Neue Studie: Teure Arzneimittel aus der Apotheke helfen nicht gegen Husten

Derzeit sind in Deutschland besonders viele Menschen erkältet - und eine der lästigsten Begleiterscheinungen ist da der oft hartnäckige Husten. In der Apotheke gibt es zahlreiche Medikamente, mit denen man den in den Griff bekommen soll. Doch viele teure Hustenmedikamente sind praktisch wirkungslos. Zu dem Ergebnis kamen Forscher der Universität Basel, die sechs Studien zur Wirkung von Hustenmitteln untersucht haben. Keinem der dabei geprüften Arzneimittel konnte eine eindeutige Wirkung nachgewiesen werden.

Diese Hausmittel helfen wirklich gegen Husten

Bei ihren Untersuchungen haben sich die Forscher auf die Behandlung von subakutem Husten konzentriert; dem Husten, der etwa drei bis acht Wochen anhält und meist von alleine abklingt. Dabei wurden sieben verschiedene Wirkstoffe in Hustenmitteln untersucht, darunter Codein, Gelatine und Salbutamol. Keiner der Wirkstoffe unterstütze die Heilung des Hustens deutlich, so das Ergebnis.

Aber gibt es denn sonst etwas, das wirklich gegen Husten hilft und ihn schneller verschwinden lässt? Bestimmte Hausmittel können die Beschwerden zumindest deutlich lindern und sind damit eine gute Alternative zu teuren Arzneimitteln aus der Apotheke. Welche Hausmittel zu empfehlen sind, sehen Sie im Video. Wichtig zu wissen ist hier auch, dass jeder Husten verschiedene Phasen durchläuft, für den jeweils bestimmte Hausmittel sinnvoll sind. Wir zeigen, welche Husten-Hausmittel Sie in welcher Phase am besten einnehmen sollten.

1. Phase: Der trockene Reizhusten

Meist beginnt es mit einem trockenen Reizhusten. Diese Phase dauert etwa drei Tage. Hier helfen Husten-Bonbons und Salbeipastillen, also hustenstillende Mittel, die den Reiz hemmen. Bei trockenem Reizhusten helfen außerdem Hustentees. Besonders geeignte sind Tees mit Thymian, die es in der Apotheke oder Drogerie gibt.

Ein weiterer Klassiker unter den Hausmitteln gegen Husten ist die Inhalation. So funktioniert's: Wasser erhitzen und einen Esslöffel Salz zugeben. Dann entweder per Inhalator oder einfach über eine Schüssel gebeugt und mit einem Handtuch abgedeckt etwa zehn Minuten lang einatmen. Das beruhigt und befeuchtet die trockenen Schleimhäute. Statt Salz können Sie auch Kräuter wie Kamille, Salbei oder Thymian verwenden.

Beachten sollten Sie, dass bei Verwendung von Kamille die Augen geschlossen bleiben müssen. Bestandteile der Kamilleblüten könnten die Augen reizen. Falls Sie ein Kind mit Husten behandeln, sollten Sie das Wasser außerdem etwas abkühlen lassen. Verzichten Sie auch auf ätherische Öle. Für Kinder könnten die zu stark sein. Falls bei der Inhalation Schwindel auftritt, sollte die Inhalation abgebrochen werden. Legen Sie sich hin und bedecken Sie den Kopf locker mit einem Handtuch, um das Auskühlen zu verhindern.

Heiße Milch mit Honig, am besten vor dem Einschlafen getrunken, soll die Schleimhäute ebenfalls befeuchen.

2. Phase: Der produktive Husten

In der nächsten Phase der Erkrankung wird abgehustet, das heißt, der Schleim löst sich. Das können Sie ebenfalls mit Inhalationen unterstützen. Jetzt können Sie dazu übergehen, schleimlösende Mittel zu nehmen. Nützlich ist es vor allem, die hustenstillenden Mittel vor dem Schlafengehen einzunehmen, da man dann auf eine ruhigere Nacht hoffen darf. Reibt man sich vor dem Schlafengehen Hustenbalsam auf die Brust, macht das die Atemwege frei.

Efeu-Präparate lindern den Husten in dieser Phase. Auch der Thymian hat hier eine heilende Wirkung. Außerdem sollten Sie darauf achten, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um den Schleim zu verflüssigen und einfacher abhusten zu können. Generell sollten Sie in jeder Hustenphase viel trinken - am besten zweieinhalb bis drei Liter pro Tag. Ideal sind warme Kräutertees.

Heublumensäckchen sind ebenfalls eine Hilfe bei festsitzendem Husten. Das Säckchen wird über Wasserdampf erwärmt und dann mit einem Wolltuch umwickelt heiß auf die Brust gelegt. Auch homöopathische Mittel können den Hustenreiz lindern oder dazu beitragen, dass Entzündungen im Rachenraum zurückgehen.

3. Phase: Trockener Reizhusten

In vielen Fällen klingt eine Hustenerkrankung mit dem erneuten Auftreten eines trockenen Reizhustens ab. Jetzt ist vor allem Geduld angesagt: Durch die Krankheit sind die Schleimhäute oft so empfindlich, dass das vollständige Abklingen des Hustens bis zu acht Wochen dauern kann.

Das wichtigste beim einem Husten und damit einhergehender Erkältung: Ruhe. Der Körper braucht Zeit, um sich zu erholen.

Wann sollte man bei Husten zum Arzt gehen?

Wenn der Husten länger als vier Wochen anhält, sollte man einen Arzt aufsuchen - dann könnte eine Bronchitis oder im schlimmsten Fall eine ernsthafte Lungenentzündung dahinterstecken. Und diese extrem langwierige und schwere Erkrankung gilt es in jedem Fall zu vermeiden.