Corona nach den Sommerferien

Wird der Lolli-Test im nächsten Schuljahr wieder zum Einsatz kommen?

Ein Lolli-Test für Schulen und Kitas. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild
Ein Lolli-Test für Schulen und Kitas. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild
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22. Juli 2021 - 7:08 Uhr

Mit Lutschern gegen die Pandemie

Mit einem Teststäbchen in der Nase zu bohren, ist unangenehm - gerade für kleine Kinder. Nach den Sommerferien könnten Lolli-Tests etwa in Schulen und Kitas wieder vermehrt zum Einsatz kommen. Die Jüngsten sind noch nicht geimpft und die Delta-Variante klopft auch in Deutschland schon an die Tür. Wird der Lolli-Test gegen einen erneuten Lockdown im Herbst ab jetzt vermehrt eingesetzt?

Jedes Kind testet sich selbst – ausgewertet wird aber im Pool

Kinder und Erwachsene in einer Schulklasse oder Kindergartengruppe lutschen beim Lolli-Test für etwa 30 Sekunden an jeweils einem Tupfer - wie eben bei einem Lolli. Diese werden dann vor Ort in ein gemeinsames Proberöhrchen – dem sogenannten Pool – gepackt. Das wird dann später im Labor wie bei einem PCR-Test auf Coronaviren untersucht. Sollte sich der Pool als positiv herausstellen, machen alle Beteiligten erneut einen Lolli-Test. Dann aber werden die Proben einzeln analysiert, um herauszufinden, wer konkret betroffen ist. Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Burkhard Rodeck, sagte im Juli im Bundestag dazu: "Die Pool-Testungen haben den großen Vorteil - ich sag's mal salopp-, dass alle Schüler in einer Klasse in einen großen Becher spucken. Das ist nicht sehr aufwendig, und das kann auch jeder."

Diese Testmethode ist sicherer als andere Antigentests

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Der Test ist genauso einfach wie Naschen
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Also ganz schön simpel. Außerdem kann es nicht passieren, dass man – wie bei den Selbsttest mit Nasen- oder Rachenabstricht – nicht tief genug in die Nase oder an den Rachen geht oder lang genug das Stäbchen über die Stellen streicht. Das ist ja bekanntlich nicht das schönste Gefühl. Laut des Instituts für Virologie der Uniklinik Köln gibt es bei den Lolli-Test viel seltener falsche Ergebnisse als bei den anderen Antigentests.

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Lolli-Test nur bei niedrigen Inzidenzen sinnvoll

Die Testmethode gilt vor allem als geeignet bei niedrigen Inzidenzen, wenn nur wenige infizierte Kinder in den Klassen oder Kita-Gruppen vermutet werden. Bei hohen Fallzahlen - mit beispielsweise mindestens einem infizierten Kind pro Klasse oder Gruppe - wäre mehr Aufwand mit relativ vielen Nachtestungen von Einzelproben zu erwarten.

Lese-Tipp: Corona-Schnelltests – Was können sie wirklich?

NRW nutzt die Tests schon länger

In Nordrhein-Westfalen kommt die neue PCR-Pool-Methode schon seit mehreren Monaten zum Einsatz - seit Mitte April in Kölner Kitas, seit Mitte Mai auch in Grund- und Förderschulen in ganz NRW. Im Land werden pro Woche etwa 80 000 Pool-Tests gemacht mit durchschnittlich 16 bis 18 zusammengefassten Proben, so die Uniklinik Köln. Doch wie auf Corona geprüft wird und in welchen Schularten, beschließen die jeweiligen Bundesländer. In Bayern zum Beispiel sollen ab kommendem Schuljahr an Grund- und Förderschulen PCR-Pool-Tests die Regel sein, an weiterführenden Schulen bleibt es wie bisher bei Selbsttests.

Ein Nachteil ist der logistische Aufwand

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Die Schulen sollen am besten auch im Herbst geöffnet bleiben
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Ein Nachteil der Pool-Methode im Vergleich zu Schnelltests ist der logistische Aufwand. Der Pool muss ins Labor gefahren und ausgewertet werden, damit anschließend das Ergebnis wieder an die Schulen und Kitas übermittelt werden kann. Mittlerweile empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) allerdings schon die PCR-Untersuchungen mit mehreren Pool-Proben. Die Laborkapazitäten seien ausreichend vorhanden, sagte RKI-Chef Lothar Wieler Ende Juni. «Bei den Antigentests erwischen sie ja nur die Menschen, die eine sehr hohe Viruslast in den oberen Atemwegen haben.» Betroffene Kinder per PCR zügig zu erkennen und zu isolieren trage dazu bei, die Schulen offenzuhalten, so Wieler. Offene Kitas und Schulen ist das, was man dem Nachwuchs nur wünschen kann, denn sie litten beinahe am meisten unter der Pandemie. (dpa)

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