„Wir hoffen, dass es ein Mädchen wird..."

Liebe Schwangere, warum sagt ihr das?

28. Juni 2019 - 19:45 Uhr

Im Video: Melanie Müller findet Mädchen viel süßer...

"Wir hoffen, dass es ein Mädchen wird." Als Schlager-Sängerin Melanie Müller (31) diese Woche bekanntgibt, dass sie noch ein Baby erwartet, verheimlicht sie im Interview mit RTL nicht, dass es schon ein bisschen schöner wäre, wenn es wieder ein Mädchen wird. "Mädels sind halt viel süßer." Ahja… und was ist, wenn es jetzt ein Junge wird?

Kommentar von Anna Kriller

Was ist denn, wenn es anders kommt?

Mit ihrer klaren Aussage ist die im sechsten Monat Schwangere nicht allein. Immer wieder beobachte ich, dass werdende Eltern ganz offen mit ihrem favorisierten Babygeschlecht umgehen. Während diese Eltern also frei raushauen, ob es bitte ein Junge oder ein Mädchen werden soll, zieht sich in mir bei solchen Aussagen alles zusammen.

Denn: Was ist, wenn das Baby am Ende nicht das gewünschte Geschlecht hat? Was ist die Reaktion? Schade, dann beim nächsten Mal? Und was ist, wenn jeder Elternteil ein anderes Geschlecht bevorzugt? Hat dann einer gewonnen?

Alles nur Klischees

Keine Frage, dass man eventuell zu einem Geschlecht einen besseren Zugang hat, weil man selbst Mann oder Frau ist und sich mit seinem Nachwuchs eher beim Kleidershopping oder auf dem Fußballplatz sieht, verstehe ich total. Tief im Inneren hat vermutlich jeder eine Idealvorstellung seiner Familie.

Aber: Wollten wir mit der öffentlichen Einführung eines dritten Geschlechts, Unisex-Toiletten und Co. nicht eigentlich weg von Klischees und geschlechtsspezifischer Erziehung? Weg von Barbie und Bolzplatz, mehr hin zu: Jeder kann alles erreichen, egal welches Geschlecht das Kind hat?

Ist „Hauptsache gesund" nicht genug?

Und mal ehrlich, wenn es ernst wird und das Kind schon fast da ist: Hat man da nicht andere Sorgen? Was ist aus "Hauptsache gesund" geworden? Und warum muss man sich bei etwas, das man nicht beeinflussen kann, überhaupt öffentlich festlegen?

Am Ende wird es statt einem Mädchen ein Junge oder andersrum. Jeder weiß, dass der Plan ein anderer war. Und das Kind wird das unter Umständen irgendwann erfahren.

Also: Egal welche Antwort man auf die Frage nach dem Wunschgeschlecht seines Babys gibt, gewinnen kann keiner. Der große Verlierer ist aber möglicherweise das Kind. Und um das sollte es doch eigentlich gehen.