Rechtsfrage

Winterreifen nach 50 bis 100 Kilometern nachziehen? Darum sollten Sie den Hinweis Ihrer Werkstatt nicht ignorieren

Nach 50 Kilometern sollten Sie die Radmuttern unbedingt noch mal überprüfen.
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20. November 2020 - 13:46 Uhr

Nach Reifenwechsel: Hinweis der Werkstatt nicht ignorieren!

Autofahrer ohne Allwetterreifen kennen das alljährliche Spiel: Im Oktober und zu Ostern müssen die Reifen am Auto gewechselt werden. Wer im Winter zum Beispiel mit Sommerreifen unterwegs ist, dem drohen saftige Bußgelder und Punkte in Flensburg. Beim Wechsel auf Winterreifen bekommen Autofahrer außerdem noch einen Hinweis von der Werkstatt, dass die Reifen in 50 bis 100 Kilometern nachgezogen werden sollten. Ignorieren sollte man den lieber nicht, denn das könnte nicht nur richtig gefährlich, sondern auch teuer werden.

Autofahrer müssen im Zweifel 30 Prozent des Schadens selber zahlen

Wer sein Auto zum Reifenwechseln in die Werkstatt bringt, verlässt sich meist darauf, dass die ausgebildeten Profis die Reifen fachgerecht und sicher montieren. Trotzdem weisen die Werkstätten in aller Regel darauf hin, dass die Reifen nach 50 bis 100 Kilometern noch mal nachgezogen und überprüft werden müssen. Meistens findet sich dieser Hinweis auf der Rechnung für den Reifenwechsel. Autofahrer sollten diesem Hinweis unbedingt folgen. Prüft der Fahrer die Radmuttern nämlich nicht und hat dann wegen ihnen einen Unfall, muss er 30 Prozent des Schadens selber zahlen.

Werkstatt nicht alleine verantwortlich

Zu diesem Schluss kam das Landgericht München. Der Fall: Ein Mercedes-Fahrer baute 100 Kilometer nach Wechsel auf Winterreifen einen Unfall, weil sein Hinterrad sich gelöst hatte. Er machte die Werkstatt für den Schaden verantwortlich - die habe die Reifen nicht sachgerecht montiert. Die Werkstatt bestritt das und wies außerdem den Kunden schriftlich und mündlich auf eine Kontrolle der Radmuttern nach 50 Kilometern hin. Das Gericht urteilte zwar, dass die Werkstatt grundsätzlich Schuld habe, gab dem Mercedes-Fahrer aber ein Mitverschulden von 30 Prozent. Hätte er die Radmuttern nach 50 Kilometern kontrolliert, wäre es wohl nicht zu dem Unfall gekommen.

Das Fazit: Auch wenn es nervig ist und Sie Ihrer Werkstatt vertrauen – prüfen Sie Ihre Radmuttern nach dem Wechsel nach 50 Kilometern unbedingt. Das schont nicht nur Ihren Geldbeutel sondern rettet im Zweifel ihr Leben und das von anderen.