Wildtierhilfe warnt

Bitte "retten" Sie keine einsamen Rehkitze!

Auch wenn dieses Rehkitz bei Ihnen einen Beschützerinstinkt weckt, sollten Sie es in Ruhe grasen lassen.
Auch wenn dieses Rehkitz bei Ihnen einen Beschützerinstinkt weckt, sollten Sie es in Ruhe grasen lassen.
© iStockphoto, 4loops

03. Mai 2021 - 14:59 Uhr

Wildtierhilfe warnt vor Rettungsaktionen

Einsam liegt ein Rehkitz auf der Wiese – von der Mama keine Spur. Das sollte für uns Menschen aber kein Anlass sein, das Jungtier retten zu wollen. Denn eine solche "Rettungsaktion" kann nach hinten losgehen. Die Wildtierhilfe an der Loreley in Sankt Goar rät dringlichst von überstürzten Hilfsaktionen ab.

Schlimme Folgen: Rehkitze verweigern die Flasche

Eine solche gut gemeinte Rettung kann böse Folgen haben: Denn die Jungen werden durch die selbsternannten Retter überhaupt erst von ihrer Mama getrennt. Hilfe brauchen sie oft nämlich gar nicht, erklärt die Wildtierhilfe an der Loreley in einem Post bei Facebook. Wenn ein Kitz einsam grast, dann ist die Mutter meist gar nicht weit weg. Die sucht nur nach Nahrung für ihre Kleinen. Und das kann aufgrund der vielen Spaziergänger und Wanderer im Wald zur Zeit auch mal länger dauern.

Wenn die Jungtiere dann in der Auffangstation der Wildtierhilfe landen, vermissen sie ihre Mama sehr. Das äußert sich schlimmstenfalls darin, dass sie die Nahrungsaufnahme verweigern.

Statt selbst zu retten, sollten Sie Hilfe rufen

Um die Rehe nicht in ihrem "Kinderzimmer" zu stören, sollten Spaziergänger und Wanderer die Wege im Wald zur Zeit nicht verlassen, rät die Wildtierhilfe. Vor allem sollten diese davon absehen, einsame Rehkitze eigenmächtig einzusammeln und damit der Mutter zu entreißen. Untätig herumstehen müssen Sie aber nicht. Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, können Sie den zuständigen Jagdpächter informieren. Der kann einschätzen, ob das Muttertier zum Beispiel bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Und das wäre dann wirklich ein Grund, das Junge an die Wildtierhelfer zu übergeben.

Lese-Tipp: Auch der Mähdrescher kann den Rehkitzen gefährlich werden. Jäger, Bauern und andere Helfer sind deshalb im Einsatz, um die Jungen vor dem Tod zu bewahren. Was sie unternehmen, lesen Sie hier.

Im Video: Reh verirrt sich in Getränkemarkt

Dieser tierische Kunde hatte wohl großen Durst! Ohne Maske und ohne Kaufabsicht spaziert ein Reh in einen Getränkemarkt in Bramsche. Vielleicht wollte es auf seiner Shopping-Tour in den Tierfutterladen nebenan? Die installierten Videokameras haben den tierischen Kunden gefilmt – und wir zeigen Ihnen die Bilder.

EBR

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