Wildkameras sollten Beweise liefern

Spazierte ein Wolf durch einen Park in Hannover?

Spaziergänger hatten Ende September Wolfssichtungen im Hermann-Löns-Park in Hannover gemeldet. (Symbolbild)
Spaziergänger hatten Ende September Wolfssichtungen im Hermann-Löns-Park in Hannover gemeldet. (Symbolbild)
© dpa, Boris Roessler, brx alf brx

13. Oktober 2021 - 7:28 Uhr

Der Wolf kommt offenbar näher

Manchen macht er Angst, manche freuen sich über ihn: Der Wolf kehrt nach Niedersachsen zurück. Mittlerweile sollen laut Umweltministerium 36 Rudel mit mindestens 350 Tieren hier leben, meistens versteckt in Wäldern. Doch nun wollen Spaziergänger einen Wolf im Hermann-Löns-Park in Hannover gesehen haben und das ist auch Umweltminister Olaf Lies (SPD) zu nah am Menschen.

Tappt der Wolf in die Fotofalle?

Nachdem Sichtungen eines mutmaßlichen Wolfes am 25. und 26. September in dem Park gemeldet wurden, hatte das Umweltministerium in der vergangenen Woche vorsorglich Wildtierkameras in dem Park und im angrenzenden Tiergarten installieren lassen. Auch ein Spürhund wurde eingesetzt. Das Ministerium stufte die Meldungen als grundsätzlich glaubwürdig ein. In beiden Fällen hatten Menschen angegeben, einen Wolf gesehen zu haben.

Wie Sie sich richtig verhalten, wenn Sie einem Wolf begegnen, können Sie hier nachlesen.

Hund findet keine Spuren

Doch auch die Suche mit dem Spürhund hat keine Hinweise auf einen Wolf gebracht. Der auf Wolfslosung, also Wolfskot, spezialisierte Spürhund habe bei zwei Einsätzen im Park am vergangenen Sonntag und Montag nicht angeschlagen, teilte das niedersächsische Umweltministerium am Dienstag mit. Auch die erste Auswertung der Bilder der fünf installierten Wildtierkameras habe keine Hinweise auf einen Wolf im Hermann-Löns-Park ergeben.

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Umweltminister Lies: "Mit besonderer Sensibilität vorgehen"

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hält die Wolfssichtungen für glaubwürdig.
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hält die Wolfssichtungen für glaubwürdig.
© dpa, Moritz Frankenberg, mof fdt

Trotz der ausbleibenden Hinweise sollen die Kameras nun noch zwei Wochen installiert bleiben und weiterhin regelmäßig ausgewertet werden. "Auf Grund der sehr urbanen Lage des Hermann-Löns-Parks in Hannover ist es richtig, dass wir hier mit besonderer Sensibilität vorgehen", teilte Umweltminister Olaf Lies (SPD) mit. "Auf Basis der nun vorliegenden Daten gilt es aber als sehr unwahrscheinlich, dass derzeit ein oder mehrere Wölfe im Hermann-Löns-Park oder im angrenzenden Tierpark unterwegs sind." Ein weiterer Einsatz des Spürhundes ist laut Umweltministerium vorerst nicht geplant.

Kind begegnet zwei Wölfen

In Sellstedt im Landkreis Cuxhaven soll unterdessen eine Zwölfjährige zwei Wölfen begegnet sein, wie die «Nordsee-Zeitung» (Dienstag) berichtete. Dass ein Rudel in der Nähe der Gemeinde lebt, sei durch eine Wildtierkamera dokumentiert. Das Umweltministerium hält auch diese Wolfssichtung für glaubwürdig. Im März war ein Wolf durch die Innenstadt von Lohne (Landkreis Vechta) gelaufen, wie auf einem Video zu sehen ist. Das Ministerium gibt im Internet Tipps für den Fall einer Wolfsbegegnung. So sei Ruhe zu bewahren. Wölfe zögen sich in der Regel von allein zurück, wenn sie einen Menschen bemerken. (dpa/mba)