Weil seine Tochter zu lange schrie

Vater erstickt Säugling - Neuneinhalb Haft

Symbolbild: Das Schreien seiner zwei Monate alten Tochter belastete den Verurteilten so, dass er ihr Mund und Nase zuhielt.
Symbolbild: Das Schreien seiner zwei Monate alten Tochter belastete den Verurteilten so, dass er ihr Mund und Nase zuhielt.
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29. November 2021 - 15:51 Uhr

Vater ertrug Schreien des Babys nicht

Am Silvesterabend 2020 passierte es: Der Vater hält seiner zwei Monate alten Tochter Mund und Nase zu, damit sie aufhört zu schreien. Der 23-Jährige erstickt mit dieser Handlung sein Baby. Der junge Vater hatte während des Prozesses ein Geständnis abgelegt und wurde nun am Wiesbadener Landgericht zu neuneinhalb Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.

Obduktionsgutachten belegt "schwere Misshandlungen"

"Es kann keinen Zweifel daran geben, dass der Angeklagte seine Tochter getötet hat", sagte die Vorsitzende Richterin der Schwurgerichtskammer am Montag bei der Urteilsverkündung. Zentraler Beweis sei das Obduktionsgutachten des zwei Monate alten Babys gewesen. "Schlimmste Misshandlungen" habe dieses dokumentiert.

Der 23-Jährige wird vom Landgericht Wiesbaden wegen Totschlags an seiner zwei Monate alten Tochter verurteilt.  Die Obduktion gilt als zentraler Beweis.
Der 23-Jährige wird vom Landgericht Wiesbaden wegen Totschlags an seiner zwei Monate alten Tochter verurteilt. Das Obduktionsgutachten gilt als zentraler Beweis.
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Vater habe ein Gefühl von "Genervtheit" verspürt

"Etwas Druck war schon dabei - nicht so fest", soll der Verurteilte vor Gericht über die Tat an seiner Tochter in seiner Wiesbadener Wohnung gesagt haben. Er habe das Gefühl von "Genervtheit" verspürt und sich nicht mehr anders zu helfen gewusst, als das Baby auf seine Beruhigungsversuche nicht reagierte und habe daraufhin Mund und Nase zugehalten. Laut eigener Aussage habe das Baby aber noch gelebt und sei eingeschlafen. Erst am nächsten Morgen habe er die Kleine leblos im Bett gefunden und den Notarzt alarmiert.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von elf Jahren und vier Monaten gefordert. Der Verteidiger des angeklagten Vaters hatte auf Totschlag in einem minderschweren Fall und eine Bewährungsstrafe plädiert. (dpa/gmö)