"Babys und ältere Menschen erschrecken sich"

Nachbarn beschweren sich anonym über zu laute Kirchenglocke

Nachbarn beschweren sich anonym über zu laute Kirchenglocke "Babys und ältere Menschen erschrecken sich"
02:56 min
"Babys und ältere Menschen erschrecken sich"
Nachbarn beschweren sich anonym über zu laute Kirchenglocke

30 weitere Videos

Genervte Nachbarn wissen nicht weiter

Kirchtürme läuten – soweit so bekannt. Allerdings gibt es auch immer wieder Menschen, die sich die Frage stellen, ob das überhaupt sein muss. Der Wiesbadener Pfarrer Stephan Da Re hat nun von einem entzürnten Nachbarn einen weniger freundlichen und anonymen Brief bekommen. Demzufolge erschreckten sich Babys und ältere Personen bei dem Geläut. Wie der Pfarrer darauf reagiert hat, sehen Sie im Video.

Pfarrer geht an die Öffentlichkeit

Weil sich Stephan Da Re nicht anders zu helfen weiß und den Absender des Briefes nicht ausfindig machen kann, verfasst er einen öffentlichen Brief, den er anschließend im Schaukasten der evangelischen Johanneskirchengemeinde in Wiesbaden aushängt. In dem Brief erklärt er sich:

„Wir läuten Werktags in der Zeit von 18:55 bis 19 Uhr unsere Glocken. Dabei handelt es sich um das Stundengeläut, wie es in unserem Kulturkreis seit Jahrhunderten üblich ist. Als Christen erinnern wir daran, wem wir unser Leben verdanken“, heißt es in dem Schreiben, „Das Glockengeläut ist Hinweisgeber, Einladung zum Gebet und Verkündigung gleichermaßen und nicht ohne Grund gesetzlich geschützt.“

Twitter-Post geht viral

Zusätzlich zum physischen Aushang in Papierform entscheidet sich Pfarrer Stephan noch dazu, den Briefverkehr öffentlich auf Twitter zu teilen. Mit dem enormen Feedback hat er nicht gerechnet. Binnen kürzester Zeit versehen mehr als 3.000 Menschen den Post mit einem Like – viele andere äußern aber auch ihren Missmut. Fast 400-mal wurde er retweetet und erstaunliche 270.000-mal gesehen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformtwitter, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Pfarrer ist zu einem Kompromiss bereit

Dass sich der Streit ums Geläut derartig verselbstständigen würde, hätte Pfarrer Da Re nicht gedacht. Zwar hält er an seiner Meinung und dem Geläut fest, nichtsdestotrotz ist er zu einem Kompromiss bereit: „Wir haben aber als Kirchenvorstand auch entschieden, dass wir unabhängig von diesem Vorgang, bei der nächsten Wartung schauen wollen, ob man den Klöppel verkleiden und die Lautstärke abmildern lassen kann.“ (kmü)