Oft kein einfaches WortWie oft sollten wir eigentlich „Entschuldigung“ sagen?

Es ist nur ein Wort, aber doch kommt es vielen oft nur schwer über die Lippen: „Entschuldigung.“ Andere wiederum entschuldigen sich ständig, auch wenn sie gar keinen wirklichen Grund dazu haben. Warum genau das in einem echten Teufelskreis enden kann und wie ein gesundes Maß an „Sorry“ funktioniert, erfahren Sie im Video.

„Sich richtig entschuldigen bedeutet, dass ich das von Herzen meine“

Eine aufrichtige Entschuldigung ist keine einfache Sache. „Sich richtig entschuldigen bedeutet erstmal, dass ich das von Herzen meine und nicht nur ein dahin gesagtes Sorry. Ich halte Blickkontakt, meine es wirklich ernst und meine Entschuldigung kommt mit konkreten Beispielen“, erklärt Familienberaterin Ruth Marquardt im Interview mit RTL.

Außerdem solle klargestellt werden, wofür genau sich entschuldigt wird. Es solle keine Rechtfertigung stattfinden, sondern in gewisser Weise Verantwortung übernommen werden. Das sei laut der Expertin besonders wichtig, damit das Gegenüber auch die Entschuldigung annehmen könne.

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Was wahrschienlich vielen gar nicht bewusst ist: Man muss um Verzeihung bitten, aber der andere muss das Verhalten entschuldigen – schließlich kann man sich nicht für sich selbst entschuldigen.

Ist eine schriftliche oder eine mündliche Entschuldigung sinnvoller?

Außerdem spielt die Person, bei der man sich entschuldigen will, eine wichtige Rolle. „Ich muss schon auch hoffen, dass mein Gegenüber das auch im Moment schon annehmen kann“, sagt Marquardt. Da dürfe man auch schon mal Spannung aushalten.

Aber ist es denn sinnvoller sich mündlich oder schriftlich zu entschuldigen? Maraquardt sagt: mündlich. „Es hat auch einen Vorteil es schriftlich zu machen, denn dann kann ich es wieder nachlesen, aber es birgt auch viele Missverständnisse“, so die Expertin. Mündlich bekomme man jedoch viel mehr mit. „Den Augenkontakt, ob kleine Regungen da sind, die einen Hinweis geben, dass es vielleicht noch nicht so angekommen ist – das fehlt ja im Schriftlichenkomplett“, erklärt die Familenberaterin.

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Frauen entschuldigen sich häufiger als Männer

Dennoch habe auch die schriftliche Variante Vorteile. Da viele Menschn ein Problem damit haben, sich zu entschudligen und es ihnen schwerfalle, könne es sein, dass sie sich in der Schrift freier fühlen. Außerdem hätten sie so keinen Druck und „können es ganz in Ruhe und aus tiefstem Herzen ohne Angst schreiben“ und selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Brief zu platzieren.

Laut Marquardt seien es übrigens Frauen, die sich per se häufiger entschuldigen. „Es gibt Studien, die besagen, dass es rund 75 Prozent der Frauen sind, die sich oft auch schonmal vorauseilend entschuldigen, was viel auch mit Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu tun hat.“ Viele Frauen hätten zudem auch das Bedürfnis sich dafür zu entschuldigen zu müssen, selbstbeusst zu sein, da dies oft zu ‘bossy’ wirke.

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Entschuldigungen aussprechen sei laut Marquardt übrigens ein Verhalten, das Kinder erst einmal lernen müssen. (kko/cst)