Wetter-Wahnsinn in den Ardennen

Horror-Crash von Lando Norris in der Todeskurve Eau Rouge

Kurz vor dem Einschlag: Lando Norris im McLaren
Kurz vor dem Einschlag: Lando Norris im McLaren
© imago images/Belga, BENOIT DOPPAGNE via www.imago-images.de, www.imago-images.de

29. August 2021 - 12:25 Uhr

Sebastian Vettel stinksauer auf Rennleitung

Im Wetter-Wahnsinn in den Ardennen ist die Formel 1 ganz knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt! Ein spektakulärer Abflug von Lando Norris in der berüchtigten Kurve Eau Rouge kostete den McLaren-Mann die mögliche Pole Position beim Belgien-GP, viel wichtiger aber: Der 21-Jährige verletzte sich bei dem Horror-Crash offenbar nur leicht. Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel aber war stinksauer.

Vettel: "Das war unnötig"

Es war knapp drei Minuten nach Beginn des finalen Qualifying-Abschnitts, als Norris in der Hochgeschwindigkeitspassage Eau Rouge auf regennasser Piste die Kontrolle über seinen McLaren verlor, in die Begrenzung krachte und zurück auf die Strecke geschleudert wurde, wobei er sich mehrmals um die eigene Achse drehte, bis der völlig zerstörte Bolide endlich zum Stehen kam.

"Was zum Teufel habe ich gesagt? Was habe ich gesagt? Rote Flagge!", funkte Vettel, nachdem er von dem Unfall erfahren hatte an sein Team und ergänzte: "Das war unnötig." Kurz zuvor hatte der viermalige Champion auf gleichem Weg bereits eine Unterbrechung der Session gefordert: "Es ist viel zu viel Wasser auf der Strecke." Doch die Rennleitung reagierte erst nach dem Unfall von Norris.

Tödliche Eau Rouge

"Geht es ihm gut?", wollte Vettel von seinem Team wissen. Weil er keine Antwort bekam, stoppte er am Unfallort, um sich selbst ein Bild zu machen. Erst als Norris signalisierte, dass er oky ist, setzte Vettel die Fahrt fort und steuerte die Box an.

"Das hat mir schon einen Schrecken eingejagt und erinnert uns daran, was hier vor zwei Jahren passiert ist", sagte Charles Leclerc bei "Sky". Der Ferrari-Fahrer erinnerte an den tödlichen Unfall seines Freundes Anthoine Hubert, der Ende August 2019 fast an der gleichen Stelle bei einem Unfall in der Nachwuchsserie Formel 2 ums Leben kam.

Huber war nicht das erste Pilot, der in der Eau Rouge tödlich verunglückte, zu den Opfern der berücksichtigen Kurve zählt unter anderem der Deutsche Stefan Bellof. Auch am Tag zuvor hatte sich in der Eau Rouge im Qualifying der W-Series ein Massencrash ereignet, der zum Glück glimpflich ausging.

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Volles Risiko trotz Aquaplaning

Auch Norris hatte Glück, er konnte selbstständig aus seinem Monocoque klettern, wurde jedoch zum Gesundheitscheck sofort ins Strecken-Krankenhaus gefahren. "Lando ist okay. Er hat sich den Ellbogen leicht angestoßen. Er wird noch im Krankenhaus gecheckt und geröntgt", sagte McLarens deutscher Teamchef Andreas Seidl.

Norris entschuldigte sich noch im Auto bei seinem Team: "Sorry, Jungs. Das war mein Fehler", funkte Norris kurz nach dem Crash an die Box. Weniger Momente zuvor hatte er noch bemerkt, dass es Aquaplaning auf der Piste gäbe und das ganze ziemlich "tricky" sei. Trotzdem ging Norris volles Risiko – wie zuvor in den vorangegangenen K.o.-Runden, in denen sich der Brite mit Red-Bull-Star Max Verstappen ein hartes Duell um die Bestzeit geliefert hatte. Die Pole Position sicherte sich am Ende Verstappen.

Am Abend gab McLaren zudem bekannt, dass Norris beim Rennen am Sonntag starten kann. Er geht von Position neun ins Rennen. (wwi)