"Es kommen sogar Kunden, die weinen, weil Karsten weg ist!"

Werkstatt-Besitzer nach Bluttat in Wennigsen: "Ich habe die Polizei gerufen!"

Diese KFZ-Werkstatt gehörte Karsten U..
Diese KFZ-Werkstatt gehörte Karsten U..
RTL Nord

von Kristina Hoffmann und Kirsten Studt

Er war derjenige, der als erstes die Polizei gerufen hat: Der neue Besitzer der Werkstatt, die jahrelang der getötete Karsten U. geführt hatte. Der Mann hatte die KFZ-Werkstatt von Karsten U. am 1.8.2021 übernommen. Die beiden kannten sich also sehr gut. Im Gespräch mit RTL Nord erzählt der Werkstattleiter von dem unfassbaren Geschehen: „Das ist einfach nicht gerecht, dass so etwas passiert.“ Karsten U. und seine Frau sind im eigenen Keller erstochen worden.

"Das Licht war an, der Wasserhahn lief"

Am letzten Freitag war Karsten U.s Nachfolger das letzte Mal an der Werkstatt, Sonntag wollte er mit Karsten U. zusammen noch essen gehen. Doch dieser kam offenbar nicht, das fand er schon komisch. Karsten U. hatte seine Werkstatt 37 Jahre lang geführt und war nun im Ruhestand. Er erledigte aber weiterhin Büroarbeiten. Als er am Montag um 7 Uhr immer noch nicht vor Ort war, ist sein Nachfolger zum Haus gefahren: „Das Licht im Bad und im Keller war an, der Wasserhahn in der Küche lief, auf dem Tisch standen noch Kaffeetassen und Karstens Brille, Stühle waren vom Tisch weggerückt“, schildert der Mann seine Eindrücke, die er von außen durch die Fenster gesehen hat.

"Er war so ein herzlicher Mensch!"

Der Werkstattbesitzer ruft die Polizei, die kommen sofort mit einem Schlüsseldienst und dann stellt sich der grausige Fund heraus: Das Ehepaar liegt tot im Keller. „Er war so ein herzlicher Mensch, seit drei Tagen geht hier in der Werkstatt nichts mehr, es ist was anderes, wenn man normal stirbt“, erzählt er. „Es ist ein großer Verlust. Die Jungs hier können zwar schrauben, aber das System Karsten fehlt“, so der junge Mann: „Es kommen sogar Kunden, die weinen hier, weil er weg ist.“


Der neue Werkstattbesitzer hat offenbar von einem Streit zwischen Karsten und seiner Tochter und seinem Schwiegersohn gehört: Dieser sollte die Werkstatt übernehmen, wollte das aber angeblich nicht, es gab daraufhin Streit in der Familie.

Alle Mitarbeiter sind erschüttert

Auch sein Mitarbeiter ist erschüttert: „Wenn wir nicht erfahren, wer der Täter ist, bleibt im Kopf ein riesiges Durcheinander. Er hat immer zu mir gesagt: Ich muss Sänger werden! Wenn ich hier in der Werkstatt war, hat er manchmal gepfiffen und ich dazu gesungen.“