Wenn Yvonne etwas Kaltes berührt, werden ihre Finger taub

So schmerzhaft ist das Raynaud-Syndrom

10. Februar 2020 - 16:20 Uhr

Yvonne ist eigentlich kerngesund – und leidet doch an einer unheilbaren Krankheit

Yvonne Gremmelspacher (35) ist verzweifelt: Immer, wenn die junge Mutter mit ihren Händen etwas Kaltes berührt, werden ihre Finger taub und tun weh. So sehr, dass es ihr kaum möglich ist, an etwas anderes zu denken. Der Grund für Yvonnes Schmerzen: Sie hat das sogenannte Raynaud-Syndrom. Wie schwer es für sie ist, ihren Alltag damit zu bewältigen und welche Hoffnung sie hat, erzählt sie uns im Video.

Das Raynaud-Syndrom tut weh „wie Tausend Nadelstiche“

Das Raynaud-Syndrom ist eine plötzliche Durchblutungsstörung, die vor allem die Finger betrifft. Die Finger werden dann blass, kalt und fangen teilweise - so wie bei der 35-jährigen Yvonne - an zu schmerzen. Diese Anfälle treten vor allem bei niedrigen Temperaturen auf, also wenn die Betroffenen etwas Kaltes berühren. Aber auch kalter Wind, z. B. beim Radfahren, kann als Auslöser schon genügen. "Das ist wie Tausend Nadelstiche", beschreibt Yvonne ihre Schmerzen im RTL-Interview.

Frauen sind besonders gefährdet

Unterschieden wird zwischen dem primären und dem sekundären Raynaud-Syndrom. Während die zweite Form im Rahmen anderer Erkrankungen auftritt, ist bei der ersten Form die Ursache derzeit noch unbekannt. Vor allem Frauen zwischen 20 und 40 Jahren erkranken an dem primären Raynaud-Syndrom und sind auch etwa vier- bis fünfmal häufiger als Männer betroffen.

Harmlos, aber unheilbar

Eine "gute" Nachricht für alle Betroffenen vorweg: Das Syndrom ist eigentlich harmlos. "Man ist nicht krank, wenn man Raynaud hat, man muss lernen, damit umzugehen. Aber eine Heilung gibt es leider nicht", sagt uns Gefäßspezialist Clemens Fahrig. Weil im Alter oft der Blutdruck ansteigt, verschwindet das Syndrom häufig auch wieder.

Die Kühltruhe ist tabu

Bis das Syndrom aber vielleicht von allein weg geht, müssen Betroffene vor allem versuchen, Kälte zu vermeiden. Für Yvonne bedeutet das: Die Hände immer warmhalten, Handschuhe tragen, Wärmflaschen in der Nähe haben. Hilfe bekommt sie auch von ihrer Familie. "Die strecken mir schon den Bauch hin zum Wärmen", sagt die 35-jährige Mutter. Und wenn sie sehr aufgeregt ist, also eh schon einen hohen Blutdruck hat, dann wird sie vom Raynaud-Syndrom ganz verschont.