Aus Wau wird Au – wer zahlt?

OP-Versicherungen für Hunde: Diese Tarife empfiehlt Finanztest

OP-Kosten für Hunde können ohne Versicherung schnell richtig ins Geld gehen.
OP-Kosten für Hunde können ohne Versicherung schnell richtig ins Geld gehen.
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20. August 2021 - 9:29 Uhr

61 Hunde-OP-Versicherungen im Vergleich

Dass ein Hund keine günstige Angelegenheit ist, wissen wohl die meisten. Richtig teuer kann es allerdings werden, wenn der Liebling auf den Operationstisch muss, zum Beispiel wegen eines Unfalls. Eine OP-Versicherung kann solche Kosten deutlich verringern – allerdings sind die Bedingungen und Beiträge je nach Hunderasse, -alter und -größe eine höchst individuelle Sache. Finanztest hat jetzt 61 Operationskostenversicherungen für Hunde auf den Prüfstand gestellt. Welche das Magazin empfiehlt, sehen Sie hier.

Je kleiner und jünger der Hund, desto günstiger

Ein chirurgischer Eingriff kann Ihrem Hund das Leben retten, etwa wenn er einen Fremdkörper verschluckt oder einen Unfall erleidet. Aber auch bei Krankheiten wie einem Bandscheibenvorfall wird er notwendig, um langfristig Schmerzen zu verhindern und die Lebensqualität für den Vierbeiner zu erhalten.

Welche OP-Versicherung die beste für Sie und ihren tierischen Begleiter ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab: Rasse, Alter und Größe, aber auch der Gesundheitszustand. Manche Rassen wie zum Beispiel Labrador Retriever oder Deutsche Schäferhunde stufen einige Anbieter als besonders anfällig ein; bei Rassehunden sind oft angezüchtete Defekte wie die "Plattnasen"-Probleme bei Mops, Boxer oder Pekinese vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Manche Tarife sind zudem nur bis zu einem Hundealter von vier, fünf oder sieben Jahren erhältlich, bei vielen steigt der Beitrag mit zunehmendem Alter. Ist der Hund schon krank, gibt es oft gar keinen Vertrag mehr.

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Hunde-OP-Versicherungen: Die Empfehlungen von Finanztest

In der Regel müssen Hundebesitzer die Tierarztrechnung zunächst selbst bezahlen und reichen dann die Rechnung bei der Versicherung ein. Damit sie dann einen Großteil davon erstattet bekommen, sollte der Tarif möglichst wenig Leistungsausschlüsse und Zahlungsbegrenzungen, etwa pro Fall oder Jahr, beinhalten.

Bei 17 der geprüften Tarife stellte Finanztest ein sehr hohes Leistungsniveau fest, bei 16 ein hohes. Untersucht wurde unter anderem die Erstattungshöhe für Modell-OPs wie eine Bandscheiben-Operation für 3.530 Euro, Art und Anzahl ausgeschlossener Erkrankungen und Fehlentwicklungen, versicherte Voruntersuchungen sowie Nachbehandlungen wie Physiotherapie.

Das Magazin rechnete mit drei unterschiedliche Beispielhunden: Einem kleinen Jack Russel Terrier (6 Monate alt), einem mittelgroßen Mischling (3 Jahre) und einem älteren Labrador Retriever (7 Jahre). Diese Tarife empfehlen die Tester:

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
  • Allianz TK Kleintiere Smart 100 % (184 Euro im Jahr für Jack Russel/222 Euro für Mischling)
  • HanseMerkur Tier OP Easy (SB) + Zahn (189 Euro im Jahr für Jack Russel/210 Euro für Mischling/249 Euro für Labrador)
  • HanseMerkur Tier OP Best (SB) + Zahn (194 Euro im Jahr für Jack Russel/215 Euro für Mischling/255 Euro für Labrador)
  • Barmenia OP-Schutz (206 Euro im Jahr für Jack Russel/229 für Mischling)
  • Ias Balunos OP Gold 90% (280 Euro für Labrador)
  • Ias Balunos OP Gold 100% (324 Euro für Labrador)

Eine ausführliche Tabelle zu allen 61 Tarifen finden Sie auf test.de.

Vollversicherung für Hunde fast 3-mal so teuer

Finanztest hat auch 65 Hunde-Vollversicherungen verglichen, die auch nicht-operative Behandlungen und Untersuchungen sowie oft Zuschüsse zu Impfungen umfassen. Das Fazit: Dieser Versicherungsschutz ist fast dreimal so teuer wie eine OP-Versicherung. So werden für einen mittelgroßen Mischling zwischen 782 und 2.432 Euro jährlich fällig – bei älteren Hunden, die zu den krankheitsanfälligen Rassen zählen, sind leistungsstarke Tarife laut Finanztest quasi unbezahlbar. (rka)