Ärzte boten sechsmal Abtreibung wegen Down-Syndrom an

Mutter entscheidet: Meine Zwillinge sollen leben!

Rachael Prescott war überglücklich über die Geburt ihrer Töchter - das Down-Syndrom spielte für sie nie eine Rolle.
© Caters

21. März 2020 - 12:48 Uhr

Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Million

Charlotte und Annette sind ein echtes Wunder: Sie sind eineiige Zwillinge mit Down-Syndrom, die Wahrscheinlichkeit für eine solche Geburt liegt bei eins zu einer Million. Eines der Mädchen litt an einem schweren Herzfehler, doch laut den Eltern Rachael und Cody Prescott war das gar nicht der Grund für die Besorgnis der Ärzte. Immer wieder boten sie der 39-Jährigen an, ihre Schwangerschaft abzubrechen. Doch für Rachael kam das zu keinem Zeitpunkt in Frage. Heute sind die Mädchen zwei Jahre alt – und die Familie kann sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.

Mögliches Down-Syndrom beschäftigte Ärzte mehr als Herzfehler

Zwei ganz normale Mädchen entdecken die Welt: Charlotte und Annette stapfen mit ihren ersten Schritten durchs heimische Wohnzimmer in Oregon, USA, giggeln und spielen mit ihren großen Brüdern und Hund Max. Auch, wenn sie etwas kleiner sind und sich ein bisschen langsamer entwickeln als andere Kinder in ihrem Alter: Ihre Eltern sind unglaublich froh, dass die beiden auf der Welt sind und es ihnen gut geht. Für sie eine Selbstverständlichkeit – für die Ärzte, die Rachael während der Schwangerschaft begleiteten, offenbar jedoch nicht.

"Nach meinem ersten Untersuchungstermin in der achten Woche betrachteten sechs verschiedene Spezialisten die Scans und kamen zum gleichen Ergebnis. Wir saßen bei allen in ähnlichen Gesprächen und waren völlig verwirrt über ihre Bedenken, dass unsere Mädchen das Down-Syndrom haben könnten – wo sie doch ohne jeden Zweifel ernste Herzprobleme hatten", beschreibt Rachael die surreale Situation dem britischen "Mirror". "Informationen darüber, wie wir mit der Herzkrankheit umgehen könnten, wurden völlig verdrängt vom Drängen auf Gentests und die Möglichkeit einer Abtreibung."

Eltern kämpften auch nach der Geburt noch gegen Widerstände

Rachael empfand in dieser Situation völlige Hilflosigkeit: "Ich wollte erklären, wie weit weg ich davon war, meine Schwangerschaft abbrechen zu wollen, aber in dem Moment konnte ich nur stumm dasitzen." Bis kurz vor der Geburt sprachen die Ärzte offenbar vor allem von ihrer Sorge über das Down-Syndrom – auch nachdem die 39-Jährige wiederholt deutlich gemacht hatte, wie sehr sich das Paar auf den Familienzuwachs freue. Weitere Tests auf die sogenannten Trisomien lehnten beide ab. Für sie war nur eines wichtig: Dass ihre Mädchen die Geburt trotz ihres Herzfehlers überstehen.

Charlotte und Annette Prescott aus Oregon, USA
Heute sind Charlotte und Annette quietschfidele, gesunde kleine Mädchen.
© Caters

Der Wunsch der Prescotts wurde wahr: Charlotte und Annette kamen 2018 auf natürlichem Weg zu Welt. "Wir waren so dankbar und erleichtert", so Rachael. "Die Leute gingen davon aus, dass wir traurig sein würden. Aber wir machten ihnen schnell klar, wie wenig Trauer über unsere wunderschönen, lebendigen Babys und ihre Extra-Chromosomen wir in unseren Herzen tragen." Charlotte wurde mit sechs Monaten erfolgreich am Herzen operiert, Annette war entgegen den Erwartungen sogar mit einem gesunden Herzen zur Welt gekommen.

"Ich würde meine Kinder immer wieder genau so wählen"

Heute wollen Rachael und Cody Ärzten und anderen Eltern Mut machen, über mögliche Behinderungen ihrer Kinder zu sehen und sie so zu nehmen, wie sie sind. Die junge Mutter macht klar: "Wir lieben unsere Mädchen wie verrückt – das übertrifft alle emotionale Anstrengung, die durch ihre medizinischen Bedürfnisse entstehen. Ich würde ohne jeden Zweifel meine Kinder immer wieder genau so wählen."