"Es war überhaupt nicht schön, so aufzuwachsen"

Vorzeitige Pubertät: Liza bekam ihre erste Periode mit 18 Monaten

Liza Louise heute und als Baby
Liza Louise kam bereits im Alter von 18 Monaten in die Pubertät.
North News & Pictures Ltd

Die Brüste wachsen, der Körper verändert sich, die erste Periode kommt – am Anfang der Pubertät ist das ganz normal. Bei Mädchen setzt diese im Alter von durchschnittlich zehn Jahren ein. Bei Liza Louise war das anders: Mit nur 18 Monaten bekam die Britin das erste Mal ihre Tage.

Diagnose im Alter von 18 Monaten: vorzeitige Pubertät

Vorzeitige oder verfrühte Pubertät (Pubertas praecox) nennen Mediziner es, wenn Mädchen vor ihrem achten und Jungen vor ihrem neunten Geburtstag in die Pubertät kommen. Genau wie bei der „normalen“ Pubertät, die bei Mädchen in der Regel im Alter zwischen acht und 13 Jahren und bei Jungen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren beginnt, können bei der verfrühten Pubertät ebenfalls die Brüste oder Hoden sowie die Scham- und Achselbehaarung anfangen zu wachsen. Bei Mädchen kann zudem die Menstruation verfrüht einsetzen.

So auch bei Liza Louise. Im Alter von nur 18 Monaten wurde bei ihr eine vorzeitige Pubertät diagnostiziert, wie die heute 23-Jährige aus dem britischen Newcastle auf ihrem TikTok-Kanal berichtet. Mit nur anderthalb Jahren hatte sie bereits ihre Periode.

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"Es war überhaupt nicht schön, so aufzuwachsen"

Auch Lizas Körper entwickelte sich viel früher als der anderer Kinder. Das war vor allem in der Schule schwierig, wie sie bei TikTok erzählt. Sie musste sich viele Kommentare ihrer Mitschüler anhören, weil sie so viel weiter entwickelt war. „Es war überhaupt nicht schön, so aufzuwachsen“, erzählt sie heute. Umso wichtiger sei es, dass jeder und vor allem Eltern darüber Bescheid wüssten, dass auch ihre Kinder unter einer vorzeitigen Pubertät leiden können.

Wieso es bei einigen Kindern zu einer verfrühten Pubertät kommt, ist der medizinischen Fachzeitschrift „MSD Manuals“ übrigens häufig nicht bekannt. Sie könne jedoch durch Tumore oder anatomische Auffälligkeiten im Gehirn (meist in der Hirnanhangsdrüse oder dem Hypothalamus) ausgelöst werden. Zudem komme sie in einigen Familien häufiger vor.

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"Das war ein großes Hindernis, um Freunde zu finden"

Für Liza besonders schwierig war ihre bereits im Grundschulalter schon sehr große Brust, wie sie dem britischen Magazin „Metro“ berichtet. „Das war ein großes Hindernis, um Freunde zu finden.“ Auch für ihre Eltern war es schwer, mit der Diagnose umzugehen. „Niemand sonst in meiner Familie hat so etwas“, so Liza. „Meine Eltern waren anfangs verängstigt, aber sie haben mich immer ermutigt, dass das normal ist und ich mich nicht ausgegrenzt fühlen soll. Ich bekam all die Unterstützung, die ich brauchte.“

Nachdem Lizas Periode zunächst nur unregelmäßig kam, stabilisierte sich ihr Zyklus schließlich im Alter von acht Jahren. Weil ihre Periode allerdings sehr schmerzhaft und stark war, musste sich Liza laut „Metro“ als Jugendliche einer sogenannten Hymenektomie unterziehen, bei der ihr Jungfernhäutchen chirurgisch entfernt wurde. Mit 13 Jahren bekam sie dann die Antibabypille.

Unfruchtbarkeit und frühere Menopause

Wie sich die vorzeitige Pubertät in Zukunft auf ihr Leben auswirken wird, ist bislang unklar. Eine mögliche Unfruchtbarkeit konnte bisher nicht festgestellt werden. Möglich sei aber, dass Lizas Wechseljahre früher einsetzen.

Heute möchte Liza andere auf die vorzeitige Pubertät aufmerksam machen und so für mehr Verständnis und Aufklärung sorgen. Allein auf ihrem TikTok-Kanal erreicht die 23-Jährige bereits mehr als 6.000 Follower – und kann so vielleicht dem ein oder anderen Kind eine leichtere Kindheit bescheren, als sie selbst hatte. (akr)