Er kann nicht registriert werden

Völlig irre: FC Barcelona kann sich Einsatz von Robert Lewandowski nicht leisten

 BARCELONA, SPAIN - AUGUST 7: Robert Lewandowski of FC Barcelona, Barca reacts after scoring goal during the pre-season friendly match of Trofeu Joan Gamper between FC Barcelona and Pumas UNAM on August 7, 2022 at Spotify Camp Nou in Barcelona, Spain
Alles wird gut, glaubt Robert Lewandowski.
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Was war der FC Barcelona stolz, als der Deal mit Robert Lewandowski endlich finalisiert war! Der Starstürmer, der den FC Bayern mit seinen Abwanderungswünschen in den Wahnsinn getrieben hatte, soll die alles überstrahlende Lichtgestalt der Wiederauferstehung des katalanischen Riesen werden. Und nun? Nur ein paar Wochen später? Alle Schmetterlingsgefühle zerfetzt. Aber warum?

Wie kann Barca überhaupt Spieler verpflichten?

Mes que un club? (Mehr als ein Klub?) Von dieser Klub immanenten Überzeugung ist dieser Tage kaum noch etwas übrig! Statt „alles besser“ krachte das Chaos in diese Glückseligkeit. Wenn am Samstag die spanische Liga in die neue Saison startet, wenn der FC Barcelona endlich wieder ein Schwergewicht werden möchte, dann droht die brutale Ernüchterung. Robert Lewandowski etwa ist noch nicht registriert. Bedeutet: Er darf – Stand jetzt – nicht auflaufen. So einfach sind die Regeln.

Ganz weit weg von einfach ist dagegen die Lage, in die sich der Klub manövriert hat. Beim einst so stolzen Giganten ist derzeit von Verleumdung und Erpressung die Rede. Und die Fußball-Welt fragt sich schon lange, wie der Traditionsverein bei über einer Milliarde Euro Schulden überhaupt neue Stars verpflichten konnte. Um überhaupt solvent zu sein, hatten die Katalanen In den letzten Wochen bereits ihr Tafelsilber verscherbelt.

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Bei 1,35 Milliarden Euro Schulden gelang dies zum Teil nur mit einem waghalsigen Vorgriff auf die Zukunft. US-Investor Sixth Street zahlt für zehn Prozent der Einnahmen aus den Liga-TV-Rechten der kommenden 25 Jahre 207,5 Millionen. Weitere 15 Prozent sollen ca. 300 Millionen einbringen, 49,99 Prozent der "Barca Licensing&Merchandising" zudem 200 bis 300 Millionen. Klar soweit? Nein? Dann sind Sie nicht allein. "Wie man liest, hat Barcelona unter anderem seine TV-Rechte verkauft und kann es sich offensichtlich leisten", sagte Gennaro Gattuso, neuer Trainer des FC Valencia, dem „Kicker“. Er arbeite zwar nicht für den Ligavorstand, "doch ja, es fällt schwer, sich das alles zu erklären, und so geht es sicher einigen".

Klare Ansage vom Barca-Boss

Frenkie de Jong (Barcelona), AUGUST 7, 2022 - Football / Soccer : Spanish "Joan Gamper Cup" match between FC Barcelona 6-0 UNAM Pumas at the Spotify Camp Nou in Barcelona, Spain. (Photo by Mutsu Kawamori/AFLO) / action press
Frenkie de Jong steht im Fokus einer wilden Schlammschlacht.
TO, action press, ActionPress

Und jetzt? Der als Messias gefeierte Trainer Xavi und die Fans zittern weiter um die simple Registrierung für Lewandowski sowie die Zugänge Raphina (Leeds), Jules Kounde (Sevilla), Franck Kessie (Milan) und Andreas Christensen (Chelsea). Dazu muss der klamme Klub aber den Gehaltsetat ausgleichen, um die Auflagen von LaLiga zu erfüllen. Bedeutet: Einen Einsatz von „Lewa“ kann sich der Klub nicht leisten. Wie soll das Problem gelöst werden? Klar, über Verkäufe. Aber hier hat Barca das nächste Problem. Und als Lösung eine erschütternde Schlammschlacht!

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Er mache sich "keine Sorgen", er denke, "dass alles auf dem richtigen Weg ist", meinte Robert Lewandowski zum Liga-Start. Immerhin genießt er bei den Verantwortlichen Vorrang. "Falls wir nur einen registrieren könnten", so Laporta, "würde Robert der Erste sein." Doch die Situation ist verfahren - und im Mittelpunkt der Schlammschlacht steht der Niederländer Frenkie de Jong. Den will Barca unbedingt von der Gehaltsliste streichen, um sich finanziell Luft zu verschaffen. Doch der 25-Jährige will nicht wechseln, unter anderem soll Manchester United interessiert sein.

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shp soe sb jai, dpa, Sven Hoppe

Zuletzt erhöhte Barcelona den Druck wohl immens. Der Klub soll sogar mit rechtlichen Schritten gedroht haben, um den Mittelfeldspieler mindestens von einem Gehaltsverzicht zu "überzeugen". De Jong wiederum wirft Barca nun angeblich eine "Verleumdungskampagne" und gar "Erpressung" vor. Dies wollen „Mundo Deportivo“ und „Sport“ aus dem Umfeld des Profis erfahren haben.

Schon seit Wochen bestimmen die Katalanen wie wild die Schlagzeilen. Selbst Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hatte sich seine Gedanken gemacht. "Das ist der einzige Klub der Welt, der kein Geld hat, aber jeden Spieler kauft, den er will", sagte er. Tja, seltsam alles. (tno, mit sid)