Virensicher und waschbar

Sind Livinguard-Masken eine gute Alternative?

Die Maske kostet zwischen 25 und 40 Euro pro Stück.
© wingguard.de

28. Januar 2021 - 11:29 Uhr

Neue Corona-Masken-Regeln

Seit Montag heißt es: Selbstgenähte Stoffmasken in allen Farben und Mustern werden das Stadtbild künftig nicht mehr prägen. In bestimmten Bereichen ,etwa in Bus und Bahn, in Geschäften, Altenheimen oder an bestimmten Arbeitsstätten, ist das Tragen von medizinischen Masken verpflichtend. Zu den medizinischen Masken zählen sogenannte OP-Masken und Masken der Standards KN95 oder FFP2, teilt die Bundesregierung mit. Doch was ist mit den Livinguard-Masken? Sind diese eine gute Alternative?

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Ein Exemplar ist medizinische Maske

"210 Tage wiederverwendbar und 30 Mal mit kaltem Wasser waschbar sowie eine patentierte und zertifizierte Livinguard-Stoff-Technologie. Diese inaktiviert Bakterien und Viren.", heißt es auf den Verkaufsseiten der Hersteller. Noch dazu sei ein Exemplar eine medizinische Maske und wäre damit im öffentlichen Nahverkehr und in den Geschäften zulässig. Aber kann diese Maske wirklich den ultimativen Schutz vor Corona bieten?

Forscher der Freien Universität Berlin am Institut für Tier- und Umwelthygiene und des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University haben bei der Erforschung von alternativer persönlicher Schutzausrüstung innovative Textilien für Gesichtsmasken untersucht. Das Prinzip der Livinguard-Technologie besteht darin, die Textiloberfläche mit einer starken positiven Ladung zu versehen. Wenn Bakterien und Viren mit der Technologie in Kontakt kommen, wird die negativ geladene mikrobielle Zelle zerstört, was zu einer dauerhaften Vernichtung der Krankheitserreger führt, heißt es dort.

Die Forscher der Freien Universität Berlin konnten nachweisen, dass neuartige, von der Schweizer Firma Livinguard entwickelte Textilien im Vergleich zu bisher üblichen für die Maskenproduktion genutzten Materialien hohe Mengen an SARS-CoV-2-Viruspartikeln innerhalb weniger Stunden um bis zu 99,9 Prozent reduzieren können. "Die Textilien in diesen Masken können so die ausgeatmeten und an der Gesichtsmaske anhaftenden Viren kontinuierlich inaktivieren und den Umgang mit diesen Masken insgesamt sicherer machen", erläutert Professor Dr. Uwe Rösler vom Institut für Tier- und Umwelthygiene der Freien Universität Berlin. Die Filtrationsleistung der Masken oder der Masken-Textilien gegenüber virushaltigen Aerosolen wurde vom Institut für Tier- und Umwelthygiene im Rahmen des Forschungsprojekts jedoch nicht untersucht.

"Idee der Masken ist gar nicht schlecht"

Medizinjournalist Dr. Christoph Specht findet "die Idee gar nicht schlecht". Denn, diese Masken haben eine Fähigkeit, die die anderen Masken nicht haben. "Die Livinguard-Masken sind in der Lage, Viren nach ein paar Stunden abzutöten. Das kann die OP-Maske oder die FFP2-Maske nicht", so Specht im Gespräch mit RTL.

Die offizielle Zulassung der Livinguard-Masken auf FFP2-Standard ist derzeit in Bearbeitung. "Meiner Einschätzung nach, wird die Zulassung wahrscheinlich nicht erteilt, was sie aber keinesfalls schlechter macht. Die Livinguard-Masken entsprechen nicht den Standard-Kriterien einer FFP2-Maske. Hier geht es z.B. auch um Entflammbarkeit der Masken." so Dr. Specht weiter. "Auch im Selbstschutz ist die Maske nicht sicherer, sie ist sicherer in der Kontamination der Viren."

Auch Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, ist sich sicher: Livinguard-Masken bieten keinen besseren Selbst-Schutz. "Ich würde im öffentlichen Bereich die OP-Masken oder die FFP2-Masken empfehlen."

Außerdem sind die Masken dunkelblau oder schwarz und nicht wie die OP-Masken hellblau oder türkis. Eine Diskussion mit dem Bahnfahrer könnte also vorprogrammiert sein.