Pokale unter dem Hammer

So viel sind Boris Beckers Trophäen noch wert

© dpa, Mike Egerton

12. Juli 2019 - 11:39 Uhr

3, 2, 1 - und weg!

Am Donnerstag hieß es Abschied nehmen von vielen Erinnerungsstücken von Boris Becker.  Insgesamt 82 Gegenstände des Tennis-Altmeisters wurden beim Londoner Auktionshaus Wyles Hardy angeboten. Am meisten Geld brachte der US-Open-Pokal von 1989 ein.

Cash für Boris

08.07.2019, Großbritannien, London: Ein Bambi, zwei Renshaw-Trophäen, die Nachbildung eines Wimbledon-Pokals und die Goldene Kamera aus dem Jahr 1989 der deutschen Sportlegende Boris Becker sind während einer Online-Auktion zu sehen. Bis Donnerstag,
Bambi und Pokale - am Donnerstag waren Beckers Trophäen unter dem Hammer
© dpa, Christoph Meyer, bsc

Unter den Versteigerungsstücken befanden sich unter anderem ein Wimbledon-Pokal von 1985, die US-Open-Trophäe aus dem Jahr 1989, Socken, Uhren, ein Bambi von 1985 und Medaillen - ein buntes Potpourri aus seiner einmaligen Tennis-Karriere.

Die Gebote schossen am letzten Tag der Auktion in die Höhe. Für satte 167.500 Euro wechselte der Pokal des US-Grand-Slam-Turniers den Besitzer. Der Bambi als "Mann des Jahres 1985" war einem Bieter 34.000 Euro wert. Die "Goldene Kamera" von 1989 ging für 13.300 Euro über die Theke, getragene Schuhe (aus dem Finale der Australian Open 1996) immerhin für 3.900 Euro. Insgesamt sind durch die Auktion rund 687.000 britische Pfund bzw. 763.000 Euro zusammen gekommen.

Daumen hoch vom Insolvenzverwalter

Insolvenzverwalter Mark Ford war mit dem Ergebnis zufrieden: "Die eingegangenen Gebote belegen die anhaltende Anziehungskraft von Herrn Becker und stützen die Entscheidung der Treuhänder, die Auktion im vergangenen Jahr zu verschieben und in diesem Jahr während der Rasentennis-Saison erneut abzuhalten", sagte Ford. Duch die Summe soll ein Teil der Schulden von Becker beglichen werden.

"Geht nur darum, mir wehzutun"

Boris Becker hat deutsche Tennis-Geschichte geschrieben und mit seinen Siegen extrem hohe Preisgelder abgesahnt. Trotzdem hat der 51-Jährige millionenschwere Schulden. Mit dem Geld der  Auktion wird der Schuldenberg zumindest ein bisschen kleiner.

"Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge", hatte Becker der "Bild am Sonntag" gesagt. Sein Insolvenzverwalter Mark Ford sieht das natürlich anders. Er will möglichst hohe Summen erzielen, um Beckers Gläubiger zu bezahlen.

Vergangenheit holt Becker ein

2017 wurde Becker von einem britischen Gericht wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt. Die Online-Versteigerung sollte dann im Juni 2018 beginnen, wurde aber in letzter Sekunde gestoppt.

Die Tennislegende hatte noch versucht, als angeblicher Diplomat der Zentralafrikanischen Republik Immunität zu erreichen. Das Außenministerium sprach damals aber von einer Fälschung. Der Zwangsversteigerung seiner Erinnerungsstücke konnte der dreifache Wimbledon-Sieger nicht mehr entgehen – jetzt sind sie endgültig unter den Hammer gekommen.