Nicht alle Wege sind versichert

Wo der Versicherungsschutz im Homeoffice nicht greift

Für viele ist das Arbeiten im Homeoffice während der Corona-Pandemie völlig selbstverständlich geworden.
Für viele ist das Arbeiten im Homeoffice während der Corona-Pandemie völlig selbstverständlich geworden.
© dpa, Finn Winkler, fgj axs exa

17. Dezember 2021 - 11:09 Uhr

Sind Arbeitsunfälle im Homeoffice versichert?

von RTL-Verbraucherexperte Ron Perduss

Aktuell arbeiten circa 25 % der Deutschen Arbeitnehmer im Homeoffice (ifo Institut München). Während der Lockdowns waren es deutlich mehr Berufstätige, die von zu Hause aus ihrem Job nachgingen. Eines hat die Pandemie uns allen gebracht: mehr Flexibilität, was den Arbeitsort angeht. Viele Unternehmen überlassen es mittlerweile ihren Mitarbeitern, wo sie arbeiten wollen. Ob im Büro oder eben zuhause. Aber so einfach ist das Arbeiten im heimischen Arbeitszimmer nicht. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichts.

Nicht jeder Gang im heimischen Büro ist versichert

Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der zuhause einen - aus seiner Sicht - Arbeitsunfall hatte. Nach dem Aufstehen wollte er direkt aus dem Schlafzimmer in das eine Etage tiefer liegende Arbeitszimmer. Dabei stürzte er und brach sich einen Brustwirbel.

Die zuständige Berufsgenossenschaft lehnte Leistungen ab. Der Weg vom Schlafzimmer ins Arbeitszimmer ist ihrer Ansicht nach kein Arbeitsweg und deshalb nicht versichert. Das sah das Bundessozialgericht glücklicherweise anders.

In diesem speziellen Fall war der Weg vom Schlafzimmer zum Arbeitszimmer einzig der Arbeitsaufnahme geschuldet und damit quasi "der Weg zur Arbeit". Hier gilt also voller Versicherungsschutz. Aber wie sind wir denn eigentlich im Homeoffice versichert?

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Nicht immer greift die gesetzliche Unfallversicherung

Mit dieser Frage haben sich in den letzten Monaten immer wieder der Gesetzgeber und Gerichte beschäftigt. Im Zuge der Homeoffice-Pflicht war es auch nötig, dass hier Regelungen gefunden werden. So hat sich schon herausgestellt, dass der Weg vom heimischen Schreibtisch zur Toilette oder in die Küche voll versichert ist. Diese Wege gehören auch im normalen Berufsalltag zu den Wegen, die man als Arbeitnehmer/in im Job macht und entsprechend ist man hier auch im Falle eines Unfalls versichert.

Klar ist aber auch: Für alle Situationen, die nichts mit der beruflichen Tätigkeit zu tun habe, haftet die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Hier muss jeder für sich privat vorsorgen. Das geht beispielsweise über eine private Unfallversicherung.

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