26. März 2019 - 11:32 Uhr

Von Anfang an war Florian R. im Zentrum der Ermittler

Seit fünf Wochen ist die 15-jährige Rebecca Reusch aus Berlin jetzt verschwunden. Ihr Schwager Florian R., der unter Mordverdacht in Untersuchungshaft saß, kam Freitag frei. Die Frau des Schwagers ist Rebeccas ältere Schwester Jessica. Im exklusiven RTL-Interview spricht die 27-Jährige zum ersten Mal darüber, wie schlimm die Verhaftung ihres Mannes für sie war.

„Man bekommt viel Druck von außen und wird beleidigt“

Von Anfang an war Florian R. im Zentrum der Ermittler. Mit Fotos wurde öffentlich nach Zeugen gesucht, die ihn vielleicht am Tag von Rebecca Reuschs Verschwinden gesehen haben könnten. "Auch wenn die Polizei davon fest überzeugt war, stand es für uns nicht zur Debatte, dass Flo Rebecca was angetan haben könnte", sagt Jessica R. im Interview. "Man bekommt viel Druck von außen und wird beleidigt, nur weil wir als Familie zusammenhalten." Florians Verteidigerin Petra Klein hatte zuvor im rbb-Interview die Ermittlungsbehörden und Medien kritisiert.

Über 2.000 Hinweise gibt es aus der Bevölkerung

Riskierte die Polizei mit der Verhaftung des Schwagers nicht eine Vorverurteilung? "Diese Gratwanderung haben sie immer, wenn sie mit Bildern an die Öffentlichkeit gehen", sagt Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei in Berlin. "Man muss aber auch sehen, dass die Sicherheitsbehörden vor allem ein Interesse haben, ein Verbrechen aufzuklären und in dem Fall vielleicht auch eine 15-Jährige wieder lebendig nach Hause zu bringen. Das ist ein sehr schmaler Grat, aber oft haben die Sicherheitsbehörden einfach kein anderes Mittel."

Die Ermittler tappen noch im Dunkeln. Über 2.000 Hinweise aus der Bevölkerung sind bislang eingegangen. Eine heiße Spur war nicht dabei. Auch die Suchaktionen brachten keine Ergebnisse. Laut Staatsanwalt gibt es wohl dann erst einen Durchbruch, wenn man die vermisste Rebecca Reusch endlich gefunden hat.

Eine Chronik zum Vermisstenfall Rebecca zeigen wir in der großen Doku bei TVNOW.