Mädchen ist seit 23 Jahren vermisst

Wo ist Hilal? Bodenradar soll Durchbruch im berühmten Vermisstenfall bringen

Vor 22 Jahren verschwand Hilal Ercan in Hamburg
Hilal Ercan wurde wenige Meter von ihrem Elternhaus entfernt in Hamburg-Lurup entführt.
RTL Nord

Es könnte die Spur sein, die nicht nur wieder Bewegung in den Fall der seit 1999 vermissten Hilal Ercan aus Hamburg-Lurup bringt, sondern der Familie des damals zehnjährigen Mädchens endlich Gewissheit verschafft. Auf einem Geländestück im Hamburger Volkspark hat ein Spürhund bei einer privaten Suche angeschlagen – ein Zeichen dafür, dass er menschliche Knochen gefunden hat. Bereits am Donnerstag (29.9.) rodete die Polizei das betreffende Grundstück. Rund zwei Wochen später, am Mittwoch (12.10.), suchten Experten mit speziellen Geräten nach weiteren möglichen Hinweisen auf dem Gelände.

Uni-Experten untersuchen das Geländestück mit einem Bodenradar

Experten suchen mit einem Bodenradar nach Spuren der vermissten Hilal.
Experten suchen mit einem Bodenradar nach Spuren der vermissten Hilal.
axs, dpa, Daniel Bockwoldt

Experten der Uni Hamburg und der Polizei haben das Geländestück am Mittwoch (12.10.) nun mit einem Bodenradar untersucht, heißt es in einer Mitteilung der Behörden. Mit dem Radar kann der Boden auf verdächtige Veränderungen überprüft werden – also Stellen, an denen in der Vergangenheit etwas vergraben worden sein könnte. Nach Auswertung der Daten soll entschieden werden, ob und in welcher Form die Ermittlungen auf dem Grundstück im Volkspark fortgesetzt werden.

Zwei Wochen zuvor begannen die Beamten mit ersten Rodungsarbeiten auf dem Grundstück, um dieses für die aktuellen Untersuchungen vorzubereiten, wie ein Polizeisprecher im Gespräch mit RTL bestätigte.

1999 verschwand Hilal Ercan (10) in Hamburg:

1999 verschwand Hilal Ercan (10) in Hamburg Polizei hat eine neue Spur
03:42 min
Polizei hat eine neue Spur
1999 verschwand Hilal Ercan (10) in Hamburg

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Hilal Ercans Familie startete eigene Ermittlung

Seit Hilals Verschwinden vor 23 Jahren hat die Polizei Hamburg den Volkspark bereits mehrfach durchsucht. Es kamen Mini-Bagger und Leichenspürhunde zum Einsatz, doch ohne Erfolg: Die Beamten konnten nie etwa Hilal oder Spuren auf ihren Verbleib finden.

Dass Hamburgs größter öffentlicher Park jetzt doch wieder in den Blick der Ermittlungen geraten ist, ist der Familie des Mädchens zu verdanken. Diese hat die Suche nach ihrer Hilal nie aufgegeben und selbst die Initiative ergriffen: Wie eine NDR-Doku zeigt, heuerte sie ein privates Ermittlungsteam an, um den Fall neu untersuchen zu lassen. Daraufhin wurden mit einem Spürhund bestimmte Gebiete der Grünanlage, mögliche Ablageplätze, an die ein Mörder das kleine Mädchen gebracht haben könnte, untersucht. Bei einem Kleingartengrundstück schlug der Hund dann an – einem Gelände, das laut NDR von einem Tatverdächtigen genutzt worden sein soll.

Der einzige Tatverdächtige in dem Fall, Dirk A., ist ein polizeibekannter Sexualstraftäter. Er behauptete mehrfach, die kleine Hilal Ercan getötet und im Volkspark vergraben zu haben, zog seine Geständnisse jedoch immer wieder zurück. Er konnte aus Mangel an Beweisen nie überführt werden.

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Familie bittet auf Instagram: Grundstück nicht betreten!

Auf einem Instagram-Account, den Familie und Freunde von Hilal erstellt haben, berichten sie von den neuen Spuren im Volkspark – bitten jedoch auch inständig, nun die Polizei die Suche wiederaufnehmen zu lassen. Die Familie habe alle Informationen an die Beamten übergeben.

Die Polizei nannte die Informationen, die aus der kürzlich publizierten NDR-Doku hervorgehen als Anlass für die aktuellen Arbeiten. Die Daten des Bodenradars sollen in ein paar Tagen ausgewertet sein. Die Suche nach Hilal geht also weiter. (xas/sis)