Partner der Frau in Haft - er bestreitet die Tat

Schwangere getötet - zwei kleine Kinder mussten möglicherweise alles mitansehen

Schwangere in Schweden getötet (Symbolbild)
Schwangere in Schweden getötet (Symbolbild)
© REUTERS, TT NEWS AGENCY

27. Oktober 2021 - 19:13 Uhr

Tatverdächtiger sitzt wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Haft

Am Freitagmorgen war bei der Polizei in Vänersborg (Schweden) ein Notruf eingegangen: Eine Frau wurde in ihrer Wohnung getötet. Knapp fünf Tage später kommen immer mehr Details ans Licht. So sei die Frau schwanger gewesen, zwei kleine Kinder im Vorschulalter wurden möglicherweise Zeugen der grausamen Tat. Der Partner der Getöteten sitzt inzwischen in Haft, streitet jedoch alle Vorwürfe ab.

Wurden Kinder Zeugen der Tat? „Wir wissen noch nicht, ob sie etwas gesehen haben"

Am Freitagmorgen war ein Großaufgebot der Polizei in die Wohnung des Paares eingedrungen – Zeugen sagten der Zeitung "Expressen", die Einsatzkräfte seien durch ein Fenster eingestiegen. Am Nachmittag teilten die Ermittler in einer Pressemitteilung mit, dass eine Frau um die 30 tot aufgefunden worden sei. "Die Polizei hat einen 30-Jährigen wegen Mordverdachts festgenommen", hieß es darin weiter. Bei dem Mann handelt es sich um den Partner der Frau. Die beiden haben nach Angaben von Staatsanwalt Daniel Veivo Pettersson gemeinsam in der Wohnung gelebt.

Er bestätigte auch, dass die Getötete schwanger gewesen ist. "Ich weiß nicht, in welchem Monat sie war, aber es war so, dass es sichtbar war", sagte er der schwedischen Zeitung "Aftonbladet". Zudem seien möglicherweise zwei kleine Kinder Zeugen des Vorfalls geworden. Daher werde auch wegen "Barnfridsbrott" ("Verbrechen am Kinderfrieden") ermittelt. "Wir wissen noch nicht, ob sie etwas gesehen haben, aber das untersuchen wir jetzt", so Pettersson.

Der Tatverdächtige war am Dienstag vor dem Bezirksgericht Vänersborg angehört worden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Dem Haftantrag zufolge, aus dem die Nachrichtenseite "Ttela" zitiert, bestehe Fluchtgefahr. Zudem müsse verhindert werden, dass Beweise entfernt und die Ermittlungen behindert werden. Die Staatsanwaltschaft forderte, dass der Mann keinen Besuch empfangen oder über elektronische Geräte und Briefe kommunizieren darf. Es gebe umfangreiche Beweise, die Ermittlungen am Tatort seien noch nicht abgeschlossen, sagte Staatsanwalt Pettersson gegenüber "Expressen." Doch obwohl sich die Mordermittlungen noch in einem sehr frühen Stadium befänden, habe sich der Verdacht gegen den Mann erhärtet.

Verdächtiger leugnet die Tat - Verletzungen an Händen und Armen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Inhaftierte einen Angehörigen angerufen und mitgeteilt, dass die Frau tot sei. Der Angehörige habe daraufhin die Polizei alarmiert. Der 30-Jährige selbst bestreitet die Tat. Sein Anwalt sagte "Expressen": "Durch mich hat mein Mandant heute den Mord geleugnet", so Per-Åke Kvarnström nach der Anhörung. "Er hat aus dieser Zeit Verletzungen, das war allen vor Gericht klar." Der Mann habe ausgesagt, angegriffen worden zu sein. Laut "Aftonbladet" sei er mit verbundenen Händen und Armen bei Gericht erschienen.

Nach Informationen des "Expressen" soll der Verdächtige bei Eintreffen der Polizei nicht mehr am Tatort gewesen und wenige Stunden später an anderer Stelle aufgegriffen worden sein. Ermittler hatten mit mehreren Patrouillen und Hubschraubern nach dem Mann gesucht. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. "Wir haben versucht, durch die Anhörung von Zeugen so viele Informationen wie möglich zu sammeln und werden dies auch weiterhin tun. Wir haben rund 100 Verhöre durchgeführt", sagte Jenny Helmbro, Polizeiinspektorin und Gruppenleiterin einer Ermittlungseinheit, die für schwere Verbrechen zuständig ist, "Ttela". Auch die Polizei war am Wochenende aus Sicherheitsgründen in der Gegend zusätzlich präsent.

Wie "Aftonbladet" berichtet, sei der Verhaftete nicht vorbestraft. Er soll erst kürzlich mit der getöteten Frau zusammengekommen sein, nachdem er sich 2020 von einer anderen Frau hatte scheiden lassen. (cwa)